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Hals, Nase & Ohren

Otalgie (Ohrenschmerzen)

Die Otalgie bezeichnet Ohrenschmerzen, die entweder direkt durch eine Erkrankung des Ohres selbst oder durch einen sogenannten fortgeleiteten Schmerz aus benachbarten Körperregionen entstehen können, deren Nervenversorgung eng mit der des Ohres verknüpft ist. Sie ist eines der häufigsten Beschwerdebilder, mit denen Menschen jeden Alters eine Arztpraxis aufsuchen.

Ursachen

Direkte Ursachen im Ohr selbst sind etwa eine Mittelohrentzündung, eine Gehörgangsentzündung, ein Fremdkörper oder ein festsitzender Ohrenschmalzpfropf. Fortgeleitete Ohrenschmerzen ohne eigentliche Erkrankung des Ohres können durch Erkrankungen der Zähne, der Kiefergelenke, der Nasennebenhöhlen, des Rachens oder der Halswirbelsäule entstehen, deren Nervenbahnen teilweise dieselben Verbindungen zum Gehirn nutzen wie die des Ohres.

Symptome

Die Schmerzqualität reicht von einem dumpfen Druckgefühl bis zu stechenden, teils pulsierenden Schmerzen im oder um das Ohr herum. Je nach Ursache können begleitend Fieber, ein vermindertes Hörvermögen, Ausfluss aus dem Ohr oder Schwindel auftreten. Bei fortgeleiteten Schmerzen findet sich bei der Ohruntersuchung selbst häufig kein auffälliger Befund, während die eigentliche Ursache in einer Nachbarregion liegt.

Diagnostik

Eine Ohrenspiegelung zeigt, ob eine direkte Erkrankung des Gehörgangs oder Trommelfells vorliegt. Ergibt diese Untersuchung keinen ausreichend erklärenden Befund, wird gezielt nach möglichen fortgeleiteten Ursachen gesucht, etwa durch eine Untersuchung der Zähne, Kiefergelenke, des Rachens oder der Halswirbelsäule.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache: Eine Mittelohr- oder Gehörgangsentzündung wird je nach Erreger mit entzündungshemmenden Mitteln oder Antibiotika behandelt, ein Ohrenschmalzpfropf wird vorsichtig entfernt. Bei fortgeleiteten Schmerzen steht die Behandlung der eigentlichen Grunderkrankung, etwa eine Kieferbehandlung oder Physiotherapie der Halswirbelsäule, im Vordergrund.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Erkennung und gezielter Behandlung der zugrunde liegenden Ursache bessern sich Ohrenschmerzen meist innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich. Bleibt die eigentliche Ursache unerkannt, etwa bei fortgeleiteten Schmerzen aus einer Nachbarregion, können die Beschwerden über längere Zeit bestehen bleiben, weshalb bei unklaren, anhaltenden Ohrenschmerzen eine umfassende Abklärung wichtig ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Können Ohrenschmerzen auch entstehen, wenn das Ohr selbst gesund ist?

Ja, sogenannte fortgeleitete Schmerzen aus benachbarten Regionen wie Zähnen, Kiefergelenken oder der Halswirbelsäule können sich als Ohrenschmerzen bemerkbar machen, ohne dass das Ohr selbst erkrankt ist.

Was ist bei Ohrenschmerzen mit Fieber zu beachten?

Diese Kombination weist häufig auf eine Mittelohrentzündung hin und sollte ärztlich abgeklärt werden.

Warum findet man manchmal keinen Befund bei der Ohruntersuchung?

Weil die eigentliche Ursache der Schmerzen in einer Nachbarregion wie den Zähnen oder der Halswirbelsäule liegen kann, während das Ohr selbst unauffällig ist.

Wie lange dauert es, bis sich Ohrenschmerzen bessern?

Bei rechtzeitiger, gezielter Behandlung der zugrunde liegenden Ursache meist innerhalb weniger Tage bis Wochen.

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