Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Haut & Hautkrankheiten

Cholinergische Urtikaria

Die cholinergische Urtikaria bezeichnet eine besondere Form der Nesselsucht, bei der sich charakteristische, sehr kleine, stark juckende oder brennende Quaddeln entwickeln, sobald die Körperkerntemperatur der betroffenen Person ansteigt, etwa durch körperliche Anstrengung, heiße Bäder, scharfes Essen oder emotionalen Stress. Im Unterschied zu vielen anderen Formen der Nesselsucht, bei denen ein äußerer Kontaktreiz oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit im Vordergrund steht, wird die cholinergische Urtikaria durch einen inneren, körpereigenen Auslöser vermittelt, nämlich durch einen bestimmten, mit der Schweißproduktion verbundenen körpereigenen Botenstoff, was der Erkrankung ihren Namen verleiht. Die Erkrankung betrifft überwiegend jüngere Erwachsene und kann durch die enge Kopplung an körperliche Aktivität sowie Hitze für viele Betroffene mit einer erheblichen Einschränkung des Alltags, insbesondere beim Sport, verbunden sein.

Ursachen

Die cholinergische Urtikaria entsteht durch eine übermäßige Reaktion bestimmter Hautzellen auf einen körpereigenen Botenstoff, der bei einer Erhöhung der Körperkerntemperatur im Rahmen der normalen Schweißregulation freigesetzt wird, wodurch die betroffenen Hautzellen zur Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen angeregt werden, die die charakteristischen kleinen Quaddeln sowie den begleitenden Juckreiz auslösen. Diese übermäßige Reaktionsbereitschaft der Hautzellen ist bei der cholinergischen Urtikaria angeboren/">angeboren beziehungsweise erworben/">erworben/">erworben/">erworben verstärkt, wobei die genauen zugrunde liegenden Mechanismen dieser gesteigerten Reizempfindlichkeit nicht vollständig verstanden sind. Auslösende Faktoren für einen Anstieg der Körperkerntemperatur sind vor allem körperliche Anstrengung, heiße Bäder oder Duschen, scharf gewürztes Essen sowie emotionaler Stress oder Aufregung, die allesamt über eine vermehrte Schweißproduktion zur Freisetzung des auslösenden Botenstoffs führen.

Symptome

Die cholinergische Urtikaria äußert sich durch das rasche, oft innerhalb weniger Minuten nach Beginn der auslösenden Wärmebelastung auftretende Erscheinen von sehr kleinen, stecknadelkopfgroßen Quaddeln, die von einem ausgeprägten, oft als brennend oder stechend beschriebenen Juckreiz begleitet werden und sich charakteristischerweise über weite Teile des Rumpfes sowie der Extremitäten ausbreiten können. Die Beschwerden klingen bei den meisten Betroffenen innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten nach Beendigung der auslösenden Wärmebelastung sowie Abkühlung des Körpers spontan wieder ab. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen können zusätzlich zu den Hautbeschwerden auch systemische Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden oder in sehr seltenen, schweren Fällen eine bedrohliche allergische Allgemeinreaktion auftreten, was eine sorgfältige ärztliche Abklärung des individuellen Schweregrads erforderlich macht.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose der cholinergischen Urtikaria wird überwiegend anhand der charakteristischen Krankengeschichte mit dem typischen Zusammenhang zwischen Wärmebelastung, insbesondere körperlicher Anstrengung, und dem Auftreten der kleinen, stark juckenden Quaddeln gestellt. Ein gezielter Provokationstest, bei dem die betroffene Person unter ärztlicher Aufsicht kontrolliert körperlich belastet oder einem heißen Bad ausgesetzt wird, kann die Diagnose zusätzlich bestätigen, indem er die charakteristischen Hautveränderungen gezielt auslöst und dabei gleichzeitig eine erste Einschätzung des individuellen Schweregrads sowie eines möglichen Risikos für schwerere Begleitreaktionen ermöglicht. Eine Abgrenzung von anderen Auslöseformen der Nesselsucht, insbesondere der klassischen, durch direkten Wärmekontakt ausgelösten Wärmeurtikaria, ist für die genaue Diagnosestellung von Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung der cholinergischen Urtikaria beruht zunächst auf einer gezielten Vermeidung oder Abmilderung der bekannten Auslösefaktoren, etwa durch ein schrittweises, moderates Herangehen an körperliche Belastung sowie das Vermeiden übermäßiger Hitzeexposition, wobei ein vollständiges Vermeiden von körperlicher Aktivität aus Gründen der allgemeinen Gesundheit nicht empfohlen wird. Zur medikamentösen Behandlung werden in erster Linie Antihistaminika eingesetzt, die die durch den auslösenden Botenstoff vermittelte Hautreaktion wirksam unterdrücken können und bei Bedarf vor einer geplanten Wärmebelastung vorbeugend eingenommen werden können. Bei unzureichendem Ansprechen auf eine übliche Antihistaminika-Dosierung kann eine schrittweise Dosissteigerung nach ärztlicher Absprache erwogen werden, während bei besonders ausgeprägten, therapieresistenten Verläufen weiterführende spezialisierte Behandlungsverfahren zur Verfügung stehen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der cholinergischen Urtikaria ist bei den meisten Betroffenen günstig, wobei sich die Beschwerden durch eine Kombination aus gezielter Vermeidung starker Auslösereize sowie einer bedarfsgerechten Antihistaminika-Behandlung bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen gut kontrollieren lassen. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen bessert sich die Erkrankung im Verlauf mehrerer Jahre spontan, wobei der genaue Zeitpunkt einer solchen Besserung individuell sehr unterschiedlich ausfällt und nicht sicher vorhersagbar ist. Eine regelmäßige, angepasst dosierte körperliche Aktivität wird trotz der bestehenden Erkrankung empfohlen, da eine gewisse, allmähliche Gewöhnung der Haut an wiederholte, kontrollierte Wärmebelastung bei einem Teil der Betroffenen zu einer Verbesserung der Beschwerdetoleranz beitragen kann.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Was löst die charakteristischen Quaddeln typischerweise aus?

Ein Anstieg der Körperkerntemperatur, etwa durch körperliche Anstrengung, heiße Bäder, scharfes Essen oder Stress.

Wie schnell klingen die Beschwerden nach Ende der Wärmebelastung ab?

Bei den meisten Betroffenen innerhalb von etwa 30 bis 60 Minuten nach Abkühlung des Körpers.

Welche Medikamente werden zur Behandlung eingesetzt?

In erster Linie Antihistaminika, bei Bedarf auch vorbeugend vor einer geplanten Wärmebelastung.

Sollten Betroffene komplett auf Sport verzichten?

Nein, eine angepasst dosierte körperliche Aktivität wird empfohlen, da eine allmähliche Gewöhnung die Beschwerdetoleranz verbessern kann.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen