Nierenabszess und perinephritischer Abszess
Ein Nierenabszess ist eine umschriebene Eiteransammlung im Nierengewebe selbst, ein perinephritischer Abszess entsteht in dem die Niere umgebenden Fettgewebe. Beide entstehen meist als Komplikation einer fortgeleiteten bakteriellen Harnwegsinfektion und stellen ernst zu nehmende, behandlungsbedürftige Erkrankungen dar.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Häufigste Ursache ist eine aufsteigende Harnwegsinfektion, die sich bis in das Nierengewebe ausbreitet und dort eine Eiteransammlung bildet, begünstigt durch Risikofaktoren wie Harnsteine, Diabetes mellitus oder eine Abflussbehinderung des Urins. Seltener gelangen die Bakterien über die Blutbahn aus einem anderen Infektionsherd in die Niere.
Symptome
Betroffene entwickeln anhaltendes Fieber trotz antibiotischer Behandlung einer vermuteten Nierenbeckenentzündung, begleitet von Flankenschmerzen und einem zunehmend schweren Krankheitsgefühl. Die Beschwerden können sich über Tage bis Wochen entwickeln, bevor die Diagnose gestellt wird.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomografie der Nieren, die die Abszesshöhle sichtbar macht. Ergänzend werden Blut- und Urinkulturen angelegt, um die auslösenden Bakterien zu identifizieren und die Behandlung gezielt anzupassen.
Behandlung
Die Behandlung besteht in einer gezielten, meist mehrwöchigen antibiotischen Behandlung, bei größeren Abszessen ergänzt durch eine Drainage, bei der der Eiter über eine dünne Nadel oder einen Katheter abgeleitet wird. Bei sehr großen oder auf die Behandlung nicht ansprechenden Abszessen kann eine operative Behandlung erforderlich werden.
Verlauf und Prognose
Mit rechtzeitiger, konsequenter Behandlung heilt die Mehrzahl der Abszesse folgenlos aus. Wird die Diagnose verzögert gestellt, besteht das Risiko einer Ausbreitung der Infektion mit einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung, weshalb bei anhaltendem Fieber trotz Behandlung einer Nierenbeckenentzündung weiterführende Untersuchungen erfolgen sollten.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wann sollte bei einer vermuteten Nierenbeckenentzündung an einen Abszess gedacht werden?
Wenn trotz antibiotischer Behandlung anhaltendes Fieber und Flankenschmerzen bestehen bleiben.
Wie wird ein Nierenabszess behandelt?
Mit einer mehrwöchigen antibiotischen Behandlung, bei größeren Abszessen ergänzt durch eine Drainage.
Welche Risikofaktoren begünstigen die Entstehung?
Unter anderem Harnsteine, Diabetes mellitus und eine Abflussbehinderung des Urins.
Was droht bei verzögerter Behandlung?
Eine Ausbreitung der Infektion mit dem Risiko einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung.
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