Askaridose (Spulwurmbefall)
Die Askaridose bezeichnet den Befall des menschlichen Dünndarms mit dem Spulwurm Ascaris lumbricoides, einem der weltweit häufigsten parasitären Würmer des Menschen. Der Mensch infiziert sich durch die versehentliche Aufnahme mikroskopisch kleiner Spulwurmeier, die über verunreinigten Erdboden, ungewaschenes Gemüse oder kontaminiertes Trinkwasser in den Körper gelangen. Nach der Aufnahme durchlaufen die geschlüpften Larven einen ungewöhnlichen Entwicklungsweg durch den Körper, bevor sich die erwachsenen Würmer im Dünndarm ansiedeln, wo sie über ein Jahr verweilen und dabei kontinuierlich neue Eier über den Stuhl ausscheiden können. Während ein leichter Befall häufig unbemerkt bleibt, kann eine ausgeprägte Infektion mit zahlreichen Würmern zu ernsteren Beschwerden führen.
Ursachen
Die Askaridose entsteht durch die versehentliche Aufnahme von Spulwurmeiern, die zuvor mit dem Stuhl einer infizierten Person ausgeschieden wurden und über eine unzureichende Sanitärhygiene in den Erdboden, auf Gemüse oder in Trinkwasser gelangt sind. Nach der Aufnahme schlüpfen im Dünndarm Larven, die durch die Darmwand in die Blutbahn eindringen, über die Leber zur Lunge wandern, dort in die Luftröhre gelangen, hochgehustet und wieder verschluckt werden, um sich schließlich im Dünndarm zu erwachsenen Würmern zu entwickeln. Dieser ungewöhnliche Wanderungsweg der Larven durch den Körper ist charakteristisch für diese Wurmerkrankung. Kinder in Regionen mit unzureichender sanitärer Infrastruktur sind aufgrund häufigeren Kontakts mit kontaminiertem Erdboden besonders häufig betroffen.
Symptome
Während der Wanderungsphase der Larven durch die Lunge können vorübergehend Hustenreiz, leichtes Fieber sowie ein Engegefühl in der Brust auftreten, die einer leichten Atemwegsinfektion ähneln können. Ein leichter Befall mit wenigen erwachsenen Würmern im Darm verursacht häufig keine oder nur milde, unspezifische Beschwerden wie ein gelegentliches Bauchgrummeln oder leichte Bauchschmerzen. Bei einem ausgeprägten Befall mit zahlreichen Würmern können hingegen deutlichere Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen sowie, insbesondere bei Kindern, eine Beeinträchtigung des Wachstums durch eine gestörte Nährstoffaufnahme auftreten. In seltenen, schweren Fällen können sich die Würmer zu einem Knäuel zusammenballen und den Darm mechanisch verlegen, was zu einem Darmverschluss führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Askaridose wird durch den mikroskopischen Nachweis von Spulwurmeiern in einer Stuhlprobe gestellt, wobei aufgrund der großen Anzahl täglich produzierter Eier meist bereits eine einzelne Stuhluntersuchung ausreicht, um den Befall nachzuweisen. Gelegentlich werden erwachsene Würmer, die eine beträchtliche Länge erreichen können, direkt im Stuhl oder, selten, beim Erbrechen sichtbar. Während der frühen Lungenwanderungsphase der Larven kann eine Blutuntersuchung eine deutliche Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen zeigen, wobei zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Eier im Stuhl nachweisbar sind, da sich die Würmer erst später im Darm ansiedeln.
Behandlung
Die Behandlung der Askaridose erfolgt durch die Einnahme eines gegen Würmer wirksamen Medikaments, das die erwachsenen Würmer im Darm abtötet und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr wirksam und gut verträglich ist. Bei einem sehr ausgeprägten Befall mit zahlreichen Würmern kann in seltenen Fällen eine vorsichtige Dosierung notwendig sein, da ein rasches Absterben einer großen Wurmmenge theoretisch zu einer mechanischen Verlegung des Darms durch die abgestorbenen Würmer führen könnte. Bei einem bereits eingetretenen Darmverschluss durch ein Wurmknäuel kann in seltenen, schweren Fällen eine operative Behandlung notwendig werden. Aufgrund der weiten Verbreitung in bestimmten Regionen werden dort regelmäßige, vorbeugende Entwurmungsprogramme für Kinder durchgeführt.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung heilt die Askaridose in aller Regel vollständig und folgenlos aus. Ein unbehandelter, leichter Befall kann über viele Monate bis zu etwa einem Jahr, der natürlichen Lebensdauer der erwachsenen Würmer entsprechend, bestehen bleiben, ohne notwendigerweise erhebliche Beschwerden zu verursachen. Bei Kindern mit einem ausgeprägten, wiederholten Befall in Regionen mit hoher Verbreitung kann die anhaltende Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme zu einer Wachstumsverzögerung beitragen, weshalb regelmäßige Entwurmungsprogramme in betroffenen Regionen von großer gesundheitlicher Bedeutung sind. Eine erneute Ansteckung ist nach erfolgreicher Behandlung bei fortbestehender Exposition gegenüber kontaminiertem Erdboden oder Nahrungsmitteln jederzeit möglich, da keine dauerhafte Immunität entsteht.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Askaridose (Spulwurmbefall): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wandern die Larven des Spulwurms durch die Lunge, bevor sie sich im Darm ansiedeln?
Dieser ungewöhnliche Entwicklungsweg ist charakteristisch für den Spulwurm: Die Larven gelangen über die Blutbahn zur Lunge, werden hochgehustet und wieder verschluckt, bevor sie sich im Dünndarm zu erwachsenen Würmern entwickeln.
Kann man einen Spulwurmbefall auch ohne Beschwerden haben?
Ja, ein leichter Befall mit wenigen Würmern verursacht häufig keine oder nur milde, unspezifische Beschwerden und wird mitunter nur durch eine zufällige Stuhluntersuchung entdeckt.
Warum sind Kinder in bestimmten Regionen besonders häufig betroffen?
Weil sie aufgrund ihres Spielverhaltens häufiger Kontakt zu kontaminiertem Erdboden haben und in Regionen mit unzureichender sanitärer Infrastruktur ein höheres Ansteckungsrisiko besteht.
Wie wird ein Spulwurmbefall behandelt?
Durch die Einnahme eines gegen Würmer wirksamen Medikaments, das die erwachsenen Würmer im Darm abtötet und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr wirksam und gut verträglich ist.
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