Enterobiasis (Madenwurmbefall)
Die Enterobiasis, umgangssprachlich als Madenwurmbefall bezeichnet, ist ein Befall des menschlichen Enddarms mit dem Madenwurm Enterobius vermicularis und zählt zu den häufigsten parasitären Wurmerkrankungen in Deutschland, insbesondere bei Kindergarten- und Grundschulkindern. Die weiblichen Würmer wandern nachts aus dem After und legen in der umliegenden Haut ihre Eier ab, was den charakteristischen, meist nächtlich auftretenden Juckreiz in diesem Bereich verursacht. Da die winzigen, klebrigen Eier durch das Kratzen leicht an die Hände gelangen und von dort auf Gegenstände, andere Personen oder erneut in den eigenen Mund übertragen werden können, breitet sich die Infektion besonders leicht innerhalb von Familien sowie in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten aus.
Ursachen
Die Enterobiasis entsteht durch die Aufnahme mikroskopisch kleiner Madenwurmeier, die überwiegend durch direkten Kontakt mit kontaminierten Händen, Gegenständen, Bettwäsche oder Spielzeug übertragen werden, auf denen die Eier über mehrere Tage überlebensfähig bleiben können. Nach der Aufnahme entwickeln sich die Eier im Dünndarm zu erwachsenen Würmern, die in den Enddarm wandern, wo die weiblichen Würmer nachts aus dem After hervorkommen, um ihre Eier in der umliegenden Afterregion abzulegen. Das durch die Eiablage verursachte Jucken führt häufig zum nächtlichen Kratzen, wodurch die Eier an die Finger und Fingernägel gelangen und von dort erneut oral aufgenommen oder auf andere Personen und Gegenstände übertragen werden können, was einen fortwährenden Übertragungskreislauf ermöglicht.
Symptome
Das Leitsymptom der Enterobiasis ist ein meist nächtlich auftretender, mitunter sehr ausgeprägter Juckreiz im Bereich des Afters, der durch die nächtliche Eiablage der weiblichen Würmer verursacht wird und häufig zu einem gestörten, unruhigen Schlaf führt. Bei Mädchen kann sich der Juckreiz auch auf den Bereich der Scheide ausbreiten, was zu zusätzlichen Beschwerden führen kann. Durch das anhaltende nächtliche Kratzen können kleine Hautverletzungen im Afterbereich entstehen, die sich in seltenen Fällen bakteriell infizieren können. Manche Betroffene bemerken zusätzlich die winzigen, weißlichen, beweglichen Würmer direkt im Afterbereich oder im Stuhl. Bei einem Teil der Betroffenen, insbesondere bei einem geringeren Befall, bestehen kaum spürbare Beschwerden.
Diagnostik
Die Diagnose der Enterobiasis wird durch den sogenannten Klebestreifentest gestellt, bei dem am frühen Morgen, noch vor dem Waschen, ein durchsichtiger Klebestreifen auf die Haut um den After gedrückt wird, um die dort abgelegten Eier aufzunehmen, die anschließend unter dem Mikroskop nachgewiesen werden können. Da die Eiablage nicht jede Nacht in gleichem Ausmaß erfolgt, kann eine Wiederholung dieser Untersuchung an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen die Wahrscheinlichkeit eines positiven Nachweises deutlich erhöhen. Ein Nachweis von Wurmeiern im normalen Stuhl gelingt hingegen seltener, da die Eier vorrangig im Afterbereich außerhalb des Darms abgelegt werden.
Behandlung
Die Behandlung der Enterobiasis erfolgt durch die Einnahme eines gegen Würmer wirksamen Medikaments, das die erwachsenen Würmer im Darm abtötet und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr wirksam ist. Da eine Neuinfektion durch bereits im Umfeld vorhandene Eier häufig vorkommt, wird die Behandlung in der Regel nach etwa zwei Wochen wiederholt, um auch zwischenzeitlich neu aufgenommene Würmer zu erfassen. Aufgrund der leichten Übertragbarkeit innerhalb von Familien wird empfohlen, alle im selben Haushalt lebenden Personen gleichzeitig mitzubehandeln. Begleitend werden konsequente Hygienemaßnahmen empfohlen, etwa das Wechseln und heiße Waschen von Bettwäsche und Unterwäsche, das Kurzhalten der Fingernägel sowie gründliches Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Behandlung sowie konsequenter Umsetzung der begleitenden Hygienemaßnahmen heilt die Enterobiasis in aller Regel folgenlos aus. Aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit sowie der Möglichkeit einer Selbstinfektion durch das Kratzen kann es jedoch ohne konsequente Hygienemaßnahmen zu wiederholten Neuinfektionen kommen, insbesondere innerhalb von Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen. Die Erkrankung selbst verläuft, abgesehen vom belastenden Juckreiz und dem gestörten Schlaf, meist harmlos, ohne dass ernstere Komplikationen zu erwarten sind. Eine konsequente, gleichzeitige Behandlung aller betroffenen Haushaltsmitglieder sowie sorgfältige Hygiene sind die wirksamsten Maßnahmen, um den Kreislauf wiederholter Ansteckungen zu durchbrechen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Enterobiasis (Madenwurmbefall): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum juckt es beim Madenwurmbefall vor allem nachts?
Weil die weiblichen Würmer nachts aus dem After hervorkommen, um ihre Eier in der umliegenden Haut abzulegen, was den charakteristischen, meist nächtlich auftretenden Juckreiz verursacht.
Warum wird der Klebestreifentest morgens vor dem Waschen durchgeführt?
Weil die Eier während der Nacht im Afterbereich abgelegt werden und beim morgendlichen Waschen bereits entfernt werden könnten, weshalb der Test vor dem Waschen die höchste Nachweissicherheit bietet.
Warum sollten alle Familienmitglieder gleichzeitig behandelt werden?
Weil sich die Enterobiasis aufgrund der leichten Übertragbarkeit der Eier besonders leicht innerhalb von Familien ausbreitet und eine gleichzeitige Behandlung aller Haushaltsmitglieder wiederholte Ansteckungen verhindern hilft.
Ist ein Madenwurmbefall gefährlich?
In der Regel nicht, die Erkrankung verläuft abgesehen vom belastenden Juckreiz und gestörten Schlaf meist harmlos, ohne dass ernstere Komplikationen zu erwarten sind.
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