Neurogene Blasenentleerungsstörung
Die neurogene Blasenentleerungsstörung ist eine Funktionsstörung der Harnblase, die durch eine Schädigung der Nerven entsteht, die normalerweise Speicherung und Entleerung des Urins koordinieren. Je nach Lage der Nervenschädigung kann sich die Störung sehr unterschiedlich äußern, von unwillkürlichem Harnverlust bis zu einer unvollständigen Blasenentleerung.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Ursächlich können Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns, des Rückenmarks oder der peripheren Nerven sein, etwa eine Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, ein Schlaganfall, Diabetes mellitus oder eine angeborene Fehlbildung wie eine Spina bifida. Die Art der Nervenschädigung bestimmt maßgeblich, wie sich die Blasenfunktion verändert.
Symptome
Je nach Art der Nervenschädigung können ein unwillkürlicher Harnverlust, häufiger, kaum unterdrückbarer Harndrang oder umgekehrt eine unvollständige, erschwerte Blasenentleerung mit Restharnbildung auftreten. Wiederkehrende Harnwegsinfekte sind bei anhaltender unvollständiger Entleerung häufig.
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst eine urodynamische Untersuchung, die Druck- und Flussverhältnisse während der Blasenfüllung und -entleerung misst, ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung zur Bestimmung der Restharnmenge. Die neurologische Grunderkrankung wird dabei stets mitberücksichtigt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Art der Störung und kann Medikamente zur Entspannung oder Aktivierung der Blasenmuskulatur, ein regelmäßiges Blasenentleerungstraining oder den intermittierenden Selbstkatheterismus zur vollständigen Entleerung umfassen. Bei ausgeprägten Beschwerden können auch operative Verfahren in Betracht gezogen werden.
Verlauf und Prognose
Mit einer individuell angepassten Behandlung lässt sich die Blasenfunktion bei vielen Betroffenen deutlich verbessern und das Risiko für Harnwegsinfekte und Nierenschäden senken. Der langfristige Verlauf hängt wesentlich von der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung sowie der konsequenten Umsetzung der Behandlung ab.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Welche Erkrankungen können eine neurogene Blasenstörung verursachen?
Unter anderem eine Querschnittlähmung, Multiple Sklerose, ein Schlaganfall oder Diabetes mellitus.
Was ist der intermittierende Selbstkatheterismus?
Eine Technik, bei der Betroffene die Blase mehrmals täglich selbst mit einem Katheter vollständig entleeren.
Warum sind wiederkehrende Harnwegsinfekte bei dieser Erkrankung häufig?
Weil eine unvollständige Blasenentleerung das Wachstum von Bakterien begünstigt.
Kann die Nierenfunktion durch eine neurogene Blasenstörung beeinträchtigt werden?
Ja, bei unzureichender Behandlung kann ein Rückstau von Urin die Nieren langfristig schädigen.
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