Brucellose
Die Brucellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten der Gattung Brucella verursacht wird und zu den sogenannten Zoonosen zählt, also Erkrankungen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Die Bakterien befallen vor allem Nutztiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine, in denen sie sich vermehren, ohne dass die Tiere zwingend erkennbar krank wirken müssen. Der Mensch infiziert sich meist durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Ausscheidungen, insbesondere im Rahmen bestimmter beruflicher Tätigkeiten, oder durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitzten, unpasteurisierten Milchprodukten. Die Erkrankung ist in Deutschland selten geworden, kommt jedoch in bestimmten Regionen der Welt weiterhin gehäuft vor und wird gelegentlich als Reisekrankheit eingeschleppt.
Ursachen
Die Brucellose entsteht durch eine Infektion mit Bakterien der Gattung Brucella, die vor allem über den direkten Kontakt mit infizierten Nutztieren, deren Körperflüssigkeiten oder Geweben, etwa bei der Geburtshilfe bei Tieren oder in Schlachthöfen, auf den Menschen übertragen werden. Auch der Verzehr von nicht pasteurisierten Milchprodukten, insbesondere bestimmten Käsesorten aus roher Milch, stellt einen häufigen Übertragungsweg dar, insbesondere in Regionen, in denen die Erkrankung bei Nutztieren noch verbreitet ist. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist außerordentlich selten. Menschen mit beruflichem Kontakt zu Nutztieren, etwa Landwirte, Tierärzte und Schlachthofmitarbeiter, sowie Reisende in Regionen mit verbreiteter tierischer Brucellose tragen ein erhöhtes Infektionsrisiko.
Symptome
Die Brucellose äußert sich typischerweise durch ein wiederkehrendes, undulierendes Fieber, das über Tage bis Wochen in Wellen auf- und wieder abklingen kann, begleitet von ausgeprägten Schweißausbrüchen, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Viele Betroffene berichten zusätzlich über Gelenk- und Muskelschmerzen sowie eine Vergrößerung von Lymphknoten, Leber oder Milz. Da sich die Beschwerden unspezifisch präsentieren und einer Vielzahl anderer fieberhafter Erkrankungen ähneln können, wird die Diagnose häufig erst nach einer gewissen Verzögerung gestellt. Unbehandelt kann die Erkrankung über Wochen bis Monate anhalten und in eine chronische Verlaufsform mit anhaltender Erschöpfung sowie wiederkehrenden Fieberschüben übergehen.
Diagnostik
Die Diagnose der Brucellose wird durch eine Blutuntersuchung gestellt, bei der die Bakterien direkt in einer Blutkultur angezüchtet oder spezifische Antikörper gegen den Erreger nachgewiesen werden. Eine sorgfältige Anamnese, insbesondere zu einem möglichen beruflichen Tierkontakt, dem Verzehr unpasteurisierter Milchprodukte sowie zu Reisen in Regionen mit verbreiteter Brucellose bei Nutztieren, liefert wichtige Hinweise auf die Verdachtsdiagnose und lenkt die gezielte Labordiagnostik. Da die Erkrankung in Deutschland selten geworden ist und ihre Symptome unspezifisch sind, wird an diese Diagnose häufig erst bei entsprechender Reise- oder Berufsanamnese gedacht.
Behandlung
Die Behandlung der Brucellose besteht in einer über mehrere Wochen fortgesetzten Kombinationsbehandlung mit mehreren Antibiotika, da eine alleinige, kurzzeitige antibiotische Behandlung mit einem erhöhten Risiko für ein Wiederaufflammen der Erkrankung verbunden ist. Die genaue Kombination und Dauer der antibiotischen Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Erkrankung sowie einer möglichen Beteiligung weiterer Organe. Bei einer Beteiligung des Herzens, der Knochen oder des Nervensystems, die in selteneren, schwereren Fällen auftreten kann, ist eine längere und intensivere Behandlung notwendig. Eine konsequente, vollständige Durchführung der verordneten Antibiotikatherapie ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter, vollständiger antibiotischer Behandlung heilt die Brucellose bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen vollständig aus. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen oder erfolgt sie unzureichend, besteht ein erhöhtes Risiko für ein Wiederaufflammen der Erkrankung sowie für die Entwicklung einer chronischen Verlaufsform mit anhaltender Erschöpfung und wiederkehrenden Beschwerden. In seltenen, schweren Fällen mit Beteiligung von Herz, Knochen oder Nervensystem kann die Erkrankung einen komplizierteren und langwierigeren Verlauf nehmen. Eine konsequente Vorbeugung durch das Vermeiden von Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren sowie den Verzicht auf unpasteurisierte Milchprodukte in betroffenen Regionen ist die wirksamste Maßnahme zur Vermeidung einer Ansteckung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Brucellose: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie stecken sich Menschen typischerweise mit Brucellose an?
Meist durch direkten Kontakt mit infizierten Nutztieren oder deren Körperflüssigkeiten im beruflichen Umfeld sowie durch den Verzehr nicht pasteurisierter Milchprodukte, insbesondere bestimmter Käsesorten aus roher Milch.
Warum wird die Brucellose oft erst spät erkannt?
Weil sich die Beschwerden wie wiederkehrendes Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl unspezifisch präsentieren und einer Vielzahl anderer fieberhafter Erkrankungen ähneln können, weshalb die Diagnose meist eine gezielte Reise- oder Berufsanamnese erfordert.
Warum wird die Brucellose mit mehreren Antibiotika über Wochen behandelt?
Weil eine alleinige, kurzzeitige antibiotische Behandlung mit einem erhöhten Risiko für ein Wiederaufflammen der Erkrankung verbunden ist, weshalb eine über mehrere Wochen fortgesetzte Kombinationsbehandlung notwendig ist.
Wie kann man sich vor Brucellose schützen?
Durch das Vermeiden von Kontakt mit möglicherweise infizierten Tieren sowie den Verzicht auf unpasteurisierte Milchprodukte, insbesondere in Regionen, in denen die Erkrankung bei Nutztieren noch verbreitet ist.
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