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Innere Medizin

Taeniasis (Bandwurmbefall des Darms)

Die Taeniasis bezeichnet den Befall des menschlichen Darms mit erwachsenen Bandwürmern der Gattung Taenia, wobei vor allem der Rinderbandwurm und der Schweinebandwurm als Erreger dieser Erkrankung beim Menschen infrage kommen. Im Unterschied zur Echinokokkose, bei der sich beim Menschen nur Larvenstadien des Bandwurms in inneren Organen entwickeln, siedelt sich bei der Taeniasis der ausgewachsene Bandwurm direkt im menschlichen Dünndarm an, wo er sich über Nahrungsreste ernährt und dort über Jahre verweilen kann. Der Mensch infiziert sich dabei durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem, mit Bandwurmlarven befallenem Rind- oder Schweinefleisch, weshalb eine sorgfältige Fleischhygiene sowie ausreichendes Durchgaren von Fleisch eine wichtige Vorbeugemaßnahme darstellen.

Ursachen

Die Taeniasis entsteht durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- oder Schweinefleisch, das mit den Larvenstadien des jeweiligen Bandwurms befallen ist. Diese Larven entwickeln sich im menschlichen Dünndarm innerhalb weniger Wochen zu einem erwachsenen, mehrere Meter langen Bandwurm, der sich mit einem speziellen Saugapparat an der Darmwand festhält und dort über Jahre verweilen kann, während er kontinuierlich Bandwurmglieder mit Eiern über den Stuhl ausscheidet. In Ländern mit strenger Fleischbeschau und konsequenter Kühlkettenüberwachung ist die Erkrankung selten geworden, kommt jedoch in Regionen mit weniger strengen hygienischen Standards sowie beim Verzehr traditioneller, roher Fleischgerichte weiterhin vor.

Symptome

Ein Befall mit einem erwachsenen Bandwurm verläuft bei vielen Betroffenen über lange Zeit ohne spürbare Beschwerden oder verursacht nur milde, unspezifische Symptome wie ein leichtes Völlegefühl, gelegentliche Bauchschmerzen oder einen veränderten Appetit. Manche Betroffene bemerken die Erkrankung erst durch das Auffinden von beweglichen, weißlichen Bandwurmgliedern im Stuhl oder in der Unterwäsche, die den Bandwurmeiern ähneln und sich aktiv fortbewegen können. Bei einem Befall mit dem Schweinebandwurm besteht zusätzlich das ernstzunehmende Risiko einer sogenannten Zystizerkose, bei der Larven des Bandwurms in andere Organe, einschließlich des Gehirns, wandern und dort eigenständige Beschwerden verursachen können, was eine besondere medizinische Aufmerksamkeit erfordert.

Diagnostik

Die Diagnose der Taeniasis wird durch den mikroskopischen Nachweis von Bandwurmeiern oder charakteristischen Bandwurmgliedern in einer Stuhlprobe gestellt, wobei aufgrund der unregelmäßigen Ausscheidung der Eier mitunter mehrere Stuhlproben an verschiedenen Tagen untersucht werden müssen, um den Befall sicher nachzuweisen. Die genaue Unterscheidung zwischen Rinder- und Schweinebandwurm ist von besonderer Bedeutung, da bei Nachweis eines Schweinebandwurms aufgrund des Risikos einer Zystizerkose eine besonders sorgfältige und rasche Behandlung angestrebt wird. Bei Verdacht auf eine bereits eingetretene Zystizerkose werden zusätzliche bildgebende Untersuchungen, etwa des Gehirns, durchgeführt.

Behandlung

Die Behandlung der Taeniasis erfolgt durch die einmalige Einnahme eines gegen Bandwürmer wirksamen Medikaments, das den erwachsenen Bandwurm im Darm abtötet, woraufhin dieser über den Stuhl ausgeschieden wird. Diese Behandlung ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle sehr wirksam und gut verträglich. Nach der Behandlung wird empfohlen, den Stuhl in den folgenden Tagen zu kontrollieren, um den vollständigen Abgang des Bandwurms, einschließlich des für ein Wiederaufflammen der Erkrankung verantwortlichen Kopfteils, zu bestätigen. Bei einer bereits eingetretenen Zystizerkose durch den Schweinebandwurm ist eine spezialisierte, oft aufwendigere Behandlung notwendig, die sich nach der genauen Lokalisation der betroffenen Larven richtet.

Verlauf und Prognose

Die Prognose einer unkomplizierten Taeniasis ist bei rechtzeitiger Behandlung sehr gut, da die einmalige medikamentöse Behandlung den Bandwurm zuverlässig entfernt und die Erkrankung damit folgenlos ausheilt. Bleibt der Befall unbehandelt, kann der Bandwurm über Jahre im Darm verweilen, ohne die betroffene Person notwendigerweise erheblich zu beeinträchtigen, jedoch mit fortgesetzter Ausscheidung ansteckungsfähiger Eier. Bei einem Befall mit dem Schweinebandwurm ist die Prognose maßgeblich davon abhängig, ob bereits eine Zystizerkose mit Beteiligung anderer Organe eingetreten ist, da diese Komplikation einen deutlich ernsteren und komplizierteren Verlauf nehmen kann. Eine konsequente Fleischhygiene sowie ausreichendes Durchgaren von Fleisch sind die wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Taeniasis und Echinokokkose?

Bei der Taeniasis siedelt sich der erwachsene Bandwurm direkt im menschlichen Darm an, während bei der Echinokokkose nur Larvenstadien in inneren Organen wie der Leber wachsen und der Mensch als Fehlzwischenwirt fungiert.

Wie erkennt man einen Bandwurmbefall?

Häufig durch das Auffinden von beweglichen, weißlichen Bandwurmgliedern im Stuhl oder in der Unterwäsche, da die Erkrankung sonst oft ohne oder nur mit milden, unspezifischen Beschwerden verläuft.

Warum ist ein Befall mit dem Schweinebandwurm besonders ernst zu nehmen?

Weil zusätzlich das Risiko einer Zystizerkose besteht, bei der Larven des Bandwurms in andere Organe, einschließlich des Gehirns, wandern können, was eine besondere medizinische Aufmerksamkeit erfordert.

Wie wird ein Bandwurmbefall behandelt?

In der Regel durch die einmalige Einnahme eines gegen Bandwürmer wirksamen Medikaments, das den erwachsenen Bandwurm im Darm abtötet, woraufhin dieser über den Stuhl ausgeschieden wird.

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