Echinokokkose (Hundebandwurmerkrankung)
Die Echinokokkose ist eine durch verschiedene Bandwurmarten der Gattung Echinococcus verursachte Parasitenerkrankung, bei der sich die Larvenstadien des Bandwurms nach versehentlicher Aufnahme durch den Menschen in inneren Organen, am häufigsten in der Leber, seltener in der Lunge oder anderen Organen, ansiedeln und dort über Jahre langsam wachsende, blasen- oder zystenartige Herde bilden. Der eigentliche, erwachsene Bandwurm lebt im Darm von Hunden, Füchsen oder anderen Fleischfressern, während der Mensch als sogenannter Fehlzwischenwirt fungiert, in dem sich nur das Larvenstadium, nicht jedoch der erwachsene Bandwurm entwickeln kann. Da die Erkrankung über viele Jahre unbemerkt fortschreiten kann, wird sie häufig erst spät, mitunter erst bei Beschwerden durch die inzwischen erheblich vergrößerte Zystenbildung, entdeckt.
Ursachen
Der Mensch infiziert sich mit Echinokokkose durch die versehentliche Aufnahme mikroskopisch kleiner Bandwurmeier, die mit dem Kot infizierter Hunde, Füchse oder anderer Endwirte ausgeschieden werden. Dies geschieht meist durch den Kontakt mit kontaminiertem Erdboden, etwa bei Garten- oder Feldarbeit, durch den Verzehr ungewaschener, bodennah wachsender Wildfrüchte oder Pilze aus entsprechend belasteten Gebieten, oder durch engen Kontakt mit infizierten Hunden ohne anschließende sorgfältige Handhygiene. Nach der Aufnahme der Bandwurmeier schlüpfen im Darm des Menschen Larven, die über die Darmwand in die Blutbahn gelangen und sich vorwiegend in der Leber, seltener in anderen Organen, festsetzen, wo sie sich über Jahre zu langsam wachsenden Zysten entwickeln.
Symptome
Eine Echinokokkose verursacht über viele Jahre häufig keine spürbaren Beschwerden, da die sich bildenden Zysten meist sehr langsam wachsen. Erst wenn eine Zyste eine erhebliche Größe erreicht hat, können Beschwerden durch den Druck auf umliegendes Gewebe entstehen, etwa ein Druckgefühl oder Schmerzen im rechten Oberbauch bei einer Leberzyste, oder Husten und Atembeschwerden bei einer Lungenzyste. Kommt es zu einem Einriss oder einer Ruptur der Zyste, kann deren Inhalt eine allergische Reaktion bis hin zu einem schweren allergischen Schock verursachen, sowie zu einer Ausbreitung des Parasiten in weitere Bereiche des Körpers führen. Manche Zysten können sich zudem bakteriell infizieren, was zu einer akuten Verschlechterung mit Fieber führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose der Echinokokkose wird durch eine bildgebende Untersuchung, meist eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums oder eine Computertomographie, gestellt, die die charakteristischen, oft mehrkammerigen zystischen Veränderungen in der Leber oder anderen Organen sichtbar macht. Eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper gegen den Parasiten unterstützt die Diagnosesicherung, wobei ein negatives Testergebnis eine Echinokokkose nicht sicher ausschließt. Da die Zysten je nach Erregerart und deren feinerem Aufbau unterschiedliche Behandlungsstrategien erfordern, ist eine genaue bildgebende Charakterisierung der Zyste von großer Bedeutung für die Behandlungsplanung.
Behandlung
Die Behandlung der Echinokokkose richtet sich nach der genauen Erregerart, der Größe, Lage und Anzahl der Zysten sowie dem Vorliegen von Komplikationen. Kleinere, unkomplizierte Zysten können mitunter zunächst nur beobachtet oder medikamentös mit speziellen, gegen den Parasiten wirksamen Medikamenten über längere Zeit behandelt werden. Bei größeren oder komplizierten Zysten kommt häufig eine operative Entfernung infrage, bei der besondere Vorsicht geboten ist, um eine Ruptur der Zyste während des Eingriffs mit Ausbreitung des Zysteninhalts zu vermeiden. In bestimmten Fällen kann eine kombinierte Behandlung aus einer minimalinvasiven Punktion der Zyste mit Instillation eines parasitenabtötenden Mittels, begleitet von einer medikamentösen Behandlung, angewendet werden.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf der Echinokokkose ist meist sehr langsam über Jahre bis Jahrzehnte, wobei unbehandelte Zysten kontinuierlich weiterwachsen und im Laufe der Zeit zunehmend Beschwerden verursachen können. Bei rechtzeitiger, vollständiger Behandlung, sei es operativ oder kombiniert medikamentös, ist die Prognose überwiegend gut. Eine unvollständig entfernte oder rupturierte Zyste birgt das Risiko eines erneuten Wachstums an anderer Stelle sowie einer schweren allergischen Reaktion, weshalb eine sorgfältige, spezialisierte Behandlungsplanung von großer Bedeutung ist. Nach erfolgreicher Behandlung werden regelmäßige Verlaufskontrollen über mehrere Jahre empfohlen, um ein mögliches erneutes Wachstum frühzeitig zu erkennen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Echinokokkose (Hundebandwurmerkrankung): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie stecken sich Menschen mit Echinokokkose an?
Durch die versehentliche Aufnahme mikroskopisch kleiner Bandwurmeier, die mit dem Kot infizierter Hunde oder Füchse ausgeschieden werden, meist über kontaminierten Erdboden, ungewaschene Wildfrüchte oder engen Kontakt zu infizierten Hunden ohne anschließende Handhygiene.
Warum wird die Echinokokkose oft erst spät entdeckt?
Weil die sich bildenden Zysten meist sehr langsam über Jahre wachsen und über lange Zeit keine spürbaren Beschwerden verursachen, bis sie eine erhebliche Größe erreicht haben.
Warum ist bei der operativen Entfernung besondere Vorsicht geboten?
Weil eine Ruptur der Zyste während des Eingriffs zu einer Ausbreitung des Zysteninhalts sowie zu einer schweren allergischen Reaktion bis hin zum allergischen Schock führen kann.
Kann man sich vor Echinokokkose schützen?
Ja, durch sorgfältige Handhygiene nach Kontakt mit Hunden, das Waschen von bodennah wachsenden Wildfrüchten sowie Vorsicht bei Garten- und Feldarbeiten in Gebieten mit bekanntem Vorkommen der Erkrankung bei Füchsen.
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