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Augen & Sehkraft

Neovaskularisation der Hornhaut

Die Neovaskularisation der Hornhaut bezeichnet das Einwachsen neuer Blutgefäße in die Hornhaut, die im gesunden Zustand vollständig frei von Blutgefäßen ist, um ihre charakteristische Klarheit und damit eine ungestörte Lichtbrechung zu gewährleisten. Diese Gefäßneubildung entsteht als Reaktion des Gewebes auf verschiedene Reize, insbesondere auf chronischen Sauerstoffmangel oder wiederholte entzündliche Veränderungen der Hornhaut. Da einwachsende Blutgefäße die normalerweise durchsichtige Struktur der Hornhaut stören, kann die Neovaskularisation, insbesondere wenn sie sich der zentralen Sehachse nähert, zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Sehschärfe führen und stellt daher einen wichtigen Befund dar, der eine gezielte Behandlung der zugrunde liegenden Ursache erforderlich macht.

Ursachen

Die Neovaskularisation der Hornhaut entsteht als Reaktion des Hornhautgewebes auf einen chronischen Mangel an Sauerstoff- und Nährstoffversorgung, der die normalerweise über den Tränenfilm und das Kammerwasser erfolgende Versorgung der gefäßfreien Hornhaut nicht mehr ausreichend sicherstellt. Eine häufige Ursache ist das langfristige, insbesondere nächtliche Tragen von Kontaktlinsen, die den Sauerstoffaustausch an der Hornhautoberfläche behindern können. Auch wiederholte oder chronische Entzündungen der Hornhaut, etwa im Rahmen einer Keratitis, sowie Verätzungen, Verbrennungen oder andere schwere Verletzungen der Augenoberfläche können eine Gefäßeinsprossung auslösen. Bestimmte chronische Grunderkrankungen des Auges, die mit anhaltender Entzündung oder Sauerstoffmangel einhergehen, begünstigen die Entstehung zusätzlich.

Symptome

Die Neovaskularisation der Hornhaut selbst verursacht in frühen, randständigen Stadien häufig keine oder nur geringe direkte Beschwerden, sie ist jedoch bei der augenärztlichen Untersuchung als feine, rötliche Gefäßstrukturen erkennbar, die vom Hornhautrand in Richtung Zentrum einwachsen. Mit fortschreitender Ausdehnung der Gefäßeinsprossung, insbesondere wenn sie sich der zentralen Sehachse nähert, kann es zu einer spürbaren Beeinträchtigung der Sehschärfe sowie zu einer verminderten Kontrastwahrnehmung kommen, da die einwachsenden Gefäße die optische Klarheit der Hornhaut stören. Häufig bestehen zusätzlich Symptome der zugrunde liegenden Ursache, etwa eine Rötung des Auges oder Beschwerden im Zusammenhang mit dem Tragen von Kontaktlinsen.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung mit der Spaltlampe, bei der die eingewachsenen Gefäße sowie deren Ausdehnung in Richtung der zentralen Hornhaut sorgfältig beurteilt werden können. Wichtig ist zudem die Erfassung der zugrunde liegenden Ursache, etwa durch eine gezielte Anamnese zum Kontaktlinsentragen, vorausgegangenen Entzündungen oder Verletzungen der Augenoberfläche. Bei chronischen oder ausgeprägten Befunden kann eine spezialisierte bildgebende Untersuchung der Hornhaut zur genaueren Dokumentation der Gefäßausdehnung sowie zur Verlaufsbeobachtung eingesetzt werden. Die sorgfältige Ursachenklärung ist entscheidend für die gezielte Behandlungsplanung.

Behandlung

Die Behandlung der Neovaskularisation der Hornhaut zielt in erster Linie auf die Beseitigung der zugrunde liegenden Ursache ab, etwa durch eine Anpassung oder Reduktion des Kontaktlinsentragens bei sauerstoffbedingter Gefäßeinsprossung oder die gezielte Behandlung einer zugrunde liegenden chronischen Hornhautentzündung. Entzündungshemmende Augentropfen können eingesetzt werden, um die entzündliche Aktivität, die die Gefäßneubildung unterhält, zu reduzieren. Bei stark ausgeprägter, die Sehschärfe erheblich beeinträchtigender Gefäßeinsprossung können in bestimmten Fällen spezialisierte Verfahren zur gezielten Verödung der eingewachsenen Gefäße erwogen werden. In schweren Fällen mit erheblicher Trübung der zentralen Hornhaut kann langfristig eine Hornhauttransplantation notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf der Neovaskularisation der Hornhaut hängt maßgeblich davon ab, wie frühzeitig die zugrunde liegende Ursache erkannt und behandelt wird. Bei rechtzeitiger Beseitigung des auslösenden Faktors, etwa durch Anpassung des Kontaktlinsentragens, kann ein weiteres Fortschreiten der Gefäßeinsprossung häufig verhindert werden, wobei bereits eingewachsene Gefäße jedoch häufig bestehen bleiben. Bleibt die zugrunde liegende Ursache unbehandelt, kann sich die Gefäßeinsprossung weiter in Richtung der zentralen Hornhaut ausdehnen und zu einer zunehmenden Beeinträchtigung der Sehschärfe führen. Eine frühzeitige augenärztliche Abklärung und Behandlung der Ursache ist daher entscheidend für den Erhalt der Hornhautklarheit und der Sehkraft.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die Hornhaut normalerweise frei von Blutgefäßen?

Die Gefäßfreiheit der Hornhaut ist notwendig, um ihre optische Klarheit und damit eine ungestörte Lichtbrechung zu gewährleisten; die Versorgung erfolgt stattdessen über Tränenfilm und Kammerwasser.

Kann Kontaktlinsentragen diese Erkrankung auslösen?

Ja, insbesondere langfristiges oder nächtliches Tragen von Kontaktlinsen kann den Sauerstoffaustausch an der Hornhaut behindern und eine Gefäßeinsprossung begünstigen.

Bilden sich bereits eingewachsene Gefäße nach Behandlung der Ursache zurück?

Nicht immer vollständig, bereits eingewachsene Gefäße bleiben häufig bestehen, ein weiteres Fortschreiten lässt sich durch rechtzeitige Behandlung der Ursache jedoch meist verhindern.

Wann wird eine Hornhauttransplantation notwendig?

In schweren Fällen mit erheblicher Trübung der zentralen Hornhaut durch die Gefäßeinsprossung kann langfristig eine Hornhauttransplantation erforderlich werden.

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