Keratitis (Hornhautentzündung)
Die Keratitis ist eine Entzündung der Hornhaut, der durchsichtigen, äußeren Schicht des Auges, die für die Lichtbrechung entscheidend ist. Sie kann durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht werden, aber auch durch Verletzungen oder eine unzureichende Benetzung des Auges entstehen. Da die Hornhaut nach einer Vernarbung nicht wieder vollständig klar wird, ist eine rasche Behandlung entscheidend, um bleibende Sehschäden zu vermeiden.
Veröffentlicht: 6. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Bakterielle Keratitiden entstehen häufig durch kleine Verletzungen der Hornhautoberfläche, über die Erreger eindringen können, oder durch unsachgemäße Kontaktlinsenpflege, etwa das Tragen über Nacht oder die Verwendung von Leitungswasser zur Reinigung. Virale Formen werden meist durch Herpes-simplex- oder Varizella-Zoster-Viren verursacht und können wiederholt auftreten. Seltener, aber besonders gefährlich, sind durch Parasiten (Akanthamöben) verursachte Keratitiden, die eng mit Kontaktlinsentragen bei Kontakt mit verunreinigtem Wasser zusammenhängen.
Symptome
Kennzeichnend sind ein akut gerötetes, schmerzhaftes Auge, ein Fremdkörpergefühl, verstärkter Tränenfluss, Lichtempfindlichkeit und eine verschwommene Sicht. Bei bakterieller oder durch Akanthamöben verursachter Keratitis kann sich rasch ein sichtbares, weißliches Hornhautgeschwür entwickeln. Herpesbedingte Formen zeigen häufig ein charakteristisches, verzweigtes Schädigungsmuster der Hornhautoberfläche und neigen zu wiederkehrenden Episoden.
Diagnostik
Die Untersuchung mit der Spaltlampe, oft unter Verwendung eines Farbstoffs zur Sichtbarmachung von Schädigungen der Hornhautoberfläche, ist die entscheidende diagnostische Methode. Bei Verdacht auf eine infektiöse Ursache wird häufig ein Abstrich der Hornhaut entnommen, um den auslösenden Erreger zu identifizieren und die Behandlung gezielt auszurichten, besonders wichtig bei schweren oder auf die Erstbehandlung nicht ansprechenden Fällen.
Behandlung
Bakterielle Keratitiden werden mit intensiv angewendeten antibiotischen Augentropfen behandelt, oft zunächst im stündlichen Abstand. Virale, durch Herpesviren verursachte Formen erfordern antivirale Augentropfen oder -salben. Bei durch Akanthamöben verursachter Keratitis ist eine langwierige, spezielle antiparasitäre Behandlung notwendig. Kontaktlinsen müssen bei jeder Verdachtsdiagnose sofort abgesetzt werden. Bei drohender oder eingetretener Hornhautvernarbung mit erheblicher Sehbeeinträchtigung kann später eine Hornhauttransplantation notwendig werden.
Verlauf und Vorbeugung
Mit rechtzeitiger, konsequenter Behandlung heilen viele Keratitiden ohne bleibende Sehschäden aus. Eine verzögerte oder unzureichende Behandlung kann jedoch zu einer dauerhaften Hornhautvernarbung mit Sehverlust führen. Sorgfältige Kontaktlinsenhygiene, das Vermeiden von Leitungswasserkontakt mit Kontaktlinsen und deren Behältern sowie das Entfernen der Linsen bei jeder Augenreizung sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Warum ist Kontaktlinsentragen ein so wichtiger Risikofaktor?
Kontaktlinsen können kleine Verletzungen der Hornhautoberfläche begünstigen und, bei unsachgemäßer Pflege, Erreger direkt an die Hornhaut heranbringen.
Kann man mit einem geröteten, schmerzhaften Auge einfach abwarten?
Nein, ein akut gerötetes, schmerzhaftes Auge mit Sehverschlechterung sollte zeitnah augenärztlich abgeklärt werden, da eine verzögerte Behandlung bleibende Schäden verursachen kann.
Kommt eine herpesbedingte Keratitis wieder?
Ja, sie neigt zu wiederkehrenden Episoden, da das Virus im Körper verbleibt und bei bestimmten Auslösern erneut aktiv werden kann.
Warum ist eine Akanthamöben-Keratitis besonders gefürchtet?
Weil sie schwer zu behandeln ist, eine sehr lange Therapiedauer erfordert und ohne rechtzeitige Diagnose zu erheblichem Sehverlust führen kann.
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