Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Augen & Sehkraft

Deformation der Orbita

Die Deformation der Orbita bezeichnet eine erworbene Formveränderung der knöchernen Augenhöhle, die deren normale anatomische Struktur und Volumen beeinträchtigt. Im Unterschied zu angeborenen Fehlbildungen der Orbita, die bereits bei Geburt vorliegen, entsteht die Deformation der Orbita im Laufe des Lebens, meist als Folge von Verletzungen mit Beteiligung der knöchernen Augenhöhlenwände, durch raumfordernde Prozesse wie Tumoren im Bereich der Orbita, oder als Folge chronisch fortschreitender entzündlicher oder anderer Erkrankungsprozesse in dieser Region. Da die Orbita den Augapfel sowie wichtige Nerven und Muskeln beherbergt, kann eine Deformation dieser knöchernen Struktur erhebliche Auswirkungen sowohl auf die Position und Funktion des Augapfels als auch auf das äußere Erscheinungsbild des Gesichts haben.

Ursachen

Die Deformation der Orbita entsteht am häufigsten durch schwere Verletzungen des Gesichtsschädels mit Beteiligung der knöchernen Augenhöhlenwände, bei denen die ursprüngliche anatomische Struktur der Orbita dauerhaft verändert wird, insbesondere wenn eine solche Fraktur nicht zeitnah und fachgerecht behandelt wird. Auch raumfordernde Prozesse innerhalb oder in unmittelbarer Nachbarschaft der Orbita, etwa gutartige oder bösartige Tumoren, können durch ihr Wachstum zu einer allmählichen Verformung der knöchernen Augenhöhlenwände führen. Chronisch fortschreitende entzündliche Erkrankungen der Orbita sowie bestimmte Knochenerkrankungen, die die Struktur des Knochengewebes verändern, können ebenfalls zur Entstehung einer Orbitadeformation beitragen.

Symptome

Die Symptomatik einer Deformation der Orbita hängt stark von deren Ausmaß und Lokalisation ab. Häufig zeigt sich eine sichtbare Veränderung der Augenposition, etwa ein Hervortreten oder eine Rückverlagerung des Augapfels, eine Asymmetrie zwischen beiden Augen oder eine sichtbare Veränderung der äußeren Gesichtskontur im Bereich der Augenhöhle. Viele Betroffene erleben zudem eine eingeschränkte Beweglichkeit des Augapfels, die zu Doppelbildern führen kann, insbesondere wenn die Deformation die Ansatzstellen der Augenmuskeln betrifft. Je nach zugrunde liegender Ursache können zusätzlich Schmerzen, ein Druckgefühl oder bei Beteiligung des Sehnervs eine Beeinträchtigung der Sehschärfe bestehen.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung mit Beurteilung der Augenposition, der Augenbeweglichkeit und der Sehschärfe, ergänzt durch eine bildgebende Untersuchung der Orbita, meist mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie, um das genaue Ausmaß der knöchernen Deformation sowie mögliche zugrunde liegende raumfordernde Prozesse darzustellen. Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie gegebenenfalls weiteren Fachrichtungen ist bei der umfassenden Abklärung und Behandlungsplanung häufig notwendig, insbesondere bei komplexen strukturellen Veränderungen.

Behandlung

Die Behandlung der Deformation der Orbita richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der funktionellen und ästhetischen Beeinträchtigung. Bei einer verletzungsbedingten Deformation kann ein rekonstruktiver operativer Eingriff zur Wiederherstellung der normalen knöchernen Struktur sowie zur Korrektur der Augenposition notwendig werden, insbesondere bei bestehenden Doppelbildern oder einer erheblichen Fehlstellung. Bei einer durch einen raumfordernden Prozess verursachten Deformation steht die Behandlung dieser zugrunde liegenden Ursache, etwa die operative Entfernung eines Tumors, im Vordergrund. Die konkrete Behandlungsstrategie wird individuell und interdisziplinär in spezialisierten Zentren festgelegt.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose der Deformation der Orbita hängen maßgeblich von der zugrunde liegenden Ursache sowie der Möglichkeit einer gezielten Behandlung ab. Bei einer rechtzeitigen, fachgerechten operativen Behandlung einer verletzungsbedingten Deformation kann häufig eine gute Wiederherstellung der normalen Augenposition und -funktion erreicht werden. Bei einer durch einen fortschreitenden raumfordernden Prozess verursachten Deformation hängt die Prognose wesentlich vom Erfolg der Behandlung dieser zugrunde liegenden Ursache ab. Eine frühzeitige, interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung ist für eine günstige langfristige Prognose von zentraler Bedeutung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich eine Deformation von einer angeborenen Fehlbildung der Orbita?

Eine Deformation entsteht erworben im Laufe des Lebens, meist durch Verletzungen, Tumoren oder chronische Erkrankungen, während eine Fehlbildung bereits bei Geburt vorliegt.

Welche Beschwerden können durch eine Orbitadeformation entstehen?

Häufig bestehen eine veränderte Augenposition, eingeschränkte Augenbeweglichkeit mit möglichen Doppelbildern sowie je nach Ursache Schmerzen oder eine Beeinträchtigung der Sehschärfe.

Welche bildgebenden Verfahren werden zur Diagnostik eingesetzt?

Meist kommt eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie der Orbita zum Einsatz, um das Ausmaß der knöchernen Veränderung darzustellen.

Ist eine operative Behandlung immer notwendig?

Dies hängt von der zugrunde liegenden Ursache und dem Ausmaß der funktionellen Beeinträchtigung ab; bei erheblicher Fehlstellung oder Doppelbildern wird häufig ein rekonstruktiver Eingriff empfohlen.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen