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Augen & Sehkraft

Primäres Weitwinkelglaukom

Das primäre Weitwinkelglaukom ist die häufigste Form des Grünen Stars und durch eine meist schleichend über Jahre verlaufende Erhöhung des Augeninnendrucks gekennzeichnet, bei der der Kammerwinkel, also der Bereich, über den das Kammerwasser aus dem Auge abfließt, weit und offen bleibt. Im Unterschied zum Engwinkelglaukom, bei dem der Abflussweg mechanisch verengt oder verlegt ist, liegt beim Weitwinkelglaukom eine feinere, funktionelle Abflussstörung im Bereich des sogenannten Trabekelwerks vor, ohne dass der Kammerwinkel selbst anatomisch eingeengt ist. Da die Erkrankung meist schmerzlos verläuft und sich die Gesichtsfeldausfälle zunächst in den Außenbereichen des Sehfelds entwickeln, die von den Betroffenen lange nicht bewusst wahrgenommen werden, bleibt das primäre Weitwinkelglaukom häufig über Jahre unbemerkt, bis bereits ein bedeutsamer Sehnervenschaden eingetreten ist.

Ursachen

Die genaue Ursache des primären Weitwinkelglaukoms ist nicht vollständig geklärt, es wird jedoch eine funktionelle Abflussstörung im Bereich des Trabekelwerks angenommen, durch die das Kammerwasser trotz offenem Kammerwinkel nicht mehr ausreichend abfließen kann, was zu einem allmählichen Anstieg des Augeninnendrucks führt. Ein erhöhtes Lebensalter, eine familiäre Veranlagung, eine ausgeprägte Kurzsichtigkeit sowie bestimmte Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus gelten als Risikofaktoren für die Entstehung dieser Glaukomform. Auch wenn ein erhöhter Augeninnendruck der wichtigste bekannte Risikofaktor ist, kann sich ein primäres Weitwinkelglaukom in selteneren Fällen auch bei zunächst normalen Druckwerten entwickeln, was auf eine zusätzliche individuelle Empfindlichkeit des Sehnervs hinweist.

Symptome

Das primäre Weitwinkelglaukom verläuft in seinen frühen und mittleren Stadien in der Regel vollständig schmerzlos und ohne bewusst wahrgenommene Sehverschlechterung, da sich die Gesichtsfeldausfälle zunächst in den äußeren Bereichen des Sehfelds entwickeln, die das zentrale Sehen zunächst nicht beeinträchtigen und vom Gehirn lange kompensiert werden können. Erst in fortgeschritteneren Stadien bemerken Betroffene eine zunehmende Einengung ihres Gesichtsfelds, die sich im weiteren Verlauf auch auf zentrale Sehbereiche ausdehnen kann. Diese schleichende, lange unbemerkte Symptomatik macht das primäre Weitwinkelglaukom besonders tückisch, da bereits ein erheblicher, irreversibler Sehnervenschaden eingetreten sein kann, bevor die Erkrankung bemerkt wird.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Untersuchung, bei der der Augeninnendruck gemessen, der Sehnervenkopf mit der Spaltlampe beurteilt sowie eine Gesichtsfelduntersuchung durchgeführt wird, um mögliche, subjektiv noch nicht bemerkte Ausfälle frühzeitig zu erfassen. Eine spezialisierte Untersuchung des Kammerwinkels bestätigt dessen offene, weite Struktur und grenzt das Weitwinkelglaukom vom Engwinkelglaukom ab. Regelmäßige bildgebende Untersuchungen des Sehnervenkopfs unterstützen die Verlaufsbeobachtung und ermöglichen es, ein Fortschreiten der Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Aufgrund des schleichenden, symptomlosen Verlaufs sind regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere ab dem mittleren Lebensalter, von großer Bedeutung.

Behandlung

Die Behandlung des primären Weitwinkelglaukoms zielt in erster Linie auf eine dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks ab, um den fortschreitenden Sehnervenschaden zu verlangsamen oder zu stoppen. Meist wird zunächst eine Behandlung mit drucksenkenden Augentropfen begonnen, die regelmäßig und dauerhaft angewendet werden müssen. Bei unzureichender Wirkung können verschiedene Augentropfen kombiniert oder ergänzende Verfahren wie eine Laserbehandlung des Kammerwinkels eingesetzt werden, um den Kammerwasserabfluss zu verbessern. Bei fortgeschrittenen oder medikamentös schwer einstellbaren Verläufen kann ein operativer Eingriff zur Schaffung eines zusätzlichen Abflussweges notwendig werden. Eine lebenslange, konsequente Behandlung und regelmäßige Kontrolle sind bei dieser chronischen Erkrankung unerlässlich.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf des primären Weitwinkelglaukoms ist chronisch fortschreitend, bereits eingetretene Gesichtsfeldausfälle und Schädigungen des Sehnervs sind nicht rückbildungsfähig. Mit einer frühzeitigen Diagnose und konsequenter, dauerhafter drucksenkender Behandlung lässt sich das Fortschreiten der Erkrankung bei den meisten Betroffenen jedoch wirksam verlangsamen oder aufhalten, sodass ein bedeutsamer Sehverlust häufig vermieden werden kann. Wird die Erkrankung erst spät erkannt oder die Behandlung nicht konsequent durchgeführt, besteht das Risiko einer fortschreitenden, bis zur Erblindung reichenden Gesichtsfeldeinschränkung. Regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind daher der entscheidende Faktor für eine günstige langfristige Prognose.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum bleibt das Weitwinkelglaukom oft lange unbemerkt?

Da sich die Gesichtsfeldausfälle zunächst in den äußeren Bereichen des Sehfelds entwickeln und vom Gehirn lange kompensiert werden, bemerken Betroffene die Erkrankung häufig erst in fortgeschrittenem Stadium.

Sind bereits eingetretene Gesichtsfeldausfälle wieder rückbildungsfähig?

Nein, bereits eingetretene Schädigungen des Sehnervs und die damit verbundenen Gesichtsfeldausfälle sind irreversibel, weshalb die frühzeitige Erkennung besonders wichtig ist.

Wie wird der Augeninnendruck typischerweise gesenkt?

Meist erfolgt die Behandlung zunächst mit drucksenkenden Augentropfen, bei unzureichender Wirkung können ergänzend Laserbehandlungen oder operative Verfahren eingesetzt werden.

Wie oft sollten Vorsorgeuntersuchungen erfolgen?

Aufgrund des schleichenden, symptomlosen Verlaufs werden regelmäßige augenärztliche Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere ab dem mittleren Lebensalter, empfohlen.

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