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Augen & Sehkraft

Primäres Engwinkelglaukom

Das primäre Engwinkelglaukom ist eine Glaukomform, bei der der Kammerwinkel des Auges, also der Bereich, über den das Kammerwasser abfließt, anatomisch eng ist oder durch die Iris teilweise oder vollständig verlegt werden kann. Im Unterschied zum Weitwinkelglaukom mit seinem meist schleichenden Verlauf kann sich beim Engwinkelglaukom der Kammerwinkel plötzlich vollständig verschließen, was zu einem akuten, raschen Anstieg des Augeninnendrucks führt. Dieser sogenannte akute Glaukomanfall geht mit starken Augenschmerzen, einer plötzlichen Sehverschlechterung sowie allgemeinen Symptomen wie Übelkeit einher und stellt einen augenärztlichen Notfall dar, der eine sofortige Behandlung erfordert, um bleibende Schäden am Sehnerv zu verhindern.

Ursachen

Das primäre Engwinkelglaukom entsteht durch eine anatomisch bedingte Enge des Kammerwinkels, die häufig mit bestimmten Augeneigenschaften wie einer kurzen Augapfellänge, einer relativ großen Augenlinse oder einer besonderen Vorwölbung der Iris zusammenhängt. Diese anatomische Enge prädisponiert dazu, dass sich der Kammerwinkel unter bestimmten Umständen, etwa bei Erweiterung der Pupille in Dunkelheit oder durch bestimmte Medikamente, weiter verengt oder vollständig verschließt, wodurch der Abfluss des Kammerwassers akut blockiert wird. Ein höheres Lebensalter, weibliches Geschlecht sowie eine familiäre Veranlagung gelten als zusätzliche Risikofaktoren für die Entstehung eines primären Engwinkelglaukoms.

Symptome

Ein akuter Glaukomanfall im Rahmen eines primären Engwinkelglaukoms äußert sich durch plötzlich einsetzende, starke Augenschmerzen, die häufig in die umliegende Kopfregion ausstrahlen, verbunden mit einer deutlichen Rötung des Auges, einer erheblichen Sehverschlechterung sowie dem Wahrnehmen von Halos, also farbigen Ringen um Lichtquellen. Begleitend treten häufig allgemeine Symptome wie Übelkeit und Erbrechen auf, die mitunter zunächst fälschlicherweise als eigenständige Magen-Darm-Beschwerden fehlgedeutet werden können. Das betroffene Auge fühlt sich hart und druckschmerzhaft an. Im Unterschied zu diesem akuten Verlauf kann sich ein primäres Engwinkelglaukom bei manchen Betroffenen auch in Form wiederholter, weniger ausgeprägter subakuter Episoden bemerkbar machen.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Notfalluntersuchung, bei der der stark erhöhte Augeninnendruck gemessen sowie die charakteristische Enge oder der Verschluss des Kammerwinkels mit speziellen Untersuchungstechniken festgestellt werden. Die typischen Beschwerden in Kombination mit dem Untersuchungsbefund eines geröteten, harten Auges mit erweiterter, lichtstarrer Pupille sichern die Diagnose in der Regel rasch. Bei nicht akuten, subklinischen Formen mit anatomisch engem, aber noch offenem Kammerwinkel wird das Risiko für einen künftigen Verschluss mittels spezialisierter Untersuchungstechniken eingeschätzt, um vorbeugende Maßnahmen zu planen.

Behandlung

Ein akuter Glaukomanfall erfordert eine sofortige augenärztliche Behandlung zur raschen Senkung des stark erhöhten Augeninnendrucks, meist durch eine Kombination aus drucksenkenden Augentropfen sowie systemisch wirksamen Medikamenten. Nach Abklingen der akuten Druckerhöhung wird in der Regel zeitnah eine Laserbehandlung der Iris durchgeführt, bei der eine kleine Öffnung geschaffen wird, die einen alternativen Abflussweg für das Kammerwasser schafft und einen erneuten Verschluss des Kammerwinkels dauerhaft verhindern soll. Diese vorbeugende Laserbehandlung wird häufig auch beim zunächst noch gesunden zweiten Auge durchgeführt, da dort ein vergleichbares anatomisches Risiko besteht.

Verlauf und Prognose

Bei rascher Erkennung und sofortiger Behandlung eines akuten Glaukomanfalls ist die Prognose insgesamt gut, eine bleibende Schädigung des Sehnervs lässt sich in vielen Fällen verhindern oder auf ein geringes Ausmaß begrenzen. Wird die Behandlung jedoch verzögert, kann der stark erhöhte Augeninnendruck innerhalb weniger Stunden zu einer erheblichen, irreversiblen Schädigung des Sehnervs bis hin zur Erblindung des betroffenen Auges führen, weshalb eine sofortige augenärztliche Vorstellung bei entsprechenden Symptomen von entscheidender Bedeutung ist. Mit der vorbeugenden Laserbehandlung lässt sich das Risiko für einen erneuten oder erstmaligen Glaukomanfall am zweiten Auge deutlich reduzieren.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum ist ein akuter Glaukomanfall ein Notfall?

Der stark erhöhte Augeninnendruck kann innerhalb weniger Stunden zu einer irreversiblen Schädigung des Sehnervs bis hin zur Erblindung führen, weshalb eine sofortige Behandlung notwendig ist.

Welche Symptome deuten auf einen akuten Glaukomanfall hin?

Typisch sind plötzliche, starke Augenschmerzen, eine deutliche Rötung und Sehverschlechterung, Halos um Lichtquellen sowie begleitend Übelkeit und Erbrechen.

Warum wird auch das zweite, noch gesunde Auge behandelt?

Da die anatomische Enge des Kammerwinkels meist beide Augen betrifft, besteht auch am zweiten Auge ein erhöhtes Risiko, weshalb eine vorbeugende Laserbehandlung häufig auch dort durchgeführt wird.

Wie wird der Kammerwinkel dauerhaft offen gehalten?

Mittels einer Laserbehandlung der Iris wird eine kleine Öffnung geschaffen, die einen alternativen Abflussweg für das Kammerwasser bietet und einen erneuten Verschluss verhindern soll.

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