Nelson-Tumor
Der Nelson-Tumor ist ein seltener, gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der sich bei einem Teil der Menschen entwickelt, denen wegen eines schweren Cushing-Syndroms beide Nebennieren operativ entfernt wurden. Durch das Fehlen der Nebennieren-Rückkopplung kann ein bereits vorbestehender, kleiner Hypophysentumor ungebremst wachsen und dabei stark vermehrt das Hormon ACTH produzieren.
Ursachen
Nach der beidseitigen Entfernung der Nebennieren fehlt dem Körper die übliche hormonelle Rückkopplung, die das Wachstum bestimmter Hypophysenzellen normalerweise bremst. Bei einem Teil der Betroffenen, bei denen bereits vor der Operation ein kleiner, ACTH-produzierender Hypophysentumor bestand, kann dieser dadurch ungebremst weiterwachsen. Nicht jeder Mensch nach beidseitiger Nebennierenentfernung entwickelt einen Nelson-Tumor, das Risiko ist jedoch bekannt und wird durch regelmäßige Nachsorge überwacht.
Symptome
Der wachsende Tumor kann durch seine Größe Kopfschmerzen und, bei Druck auf die nahegelegene Sehnervenkreuzung, Gesichtsfeldausfälle verursachen. Die stark erhöhte ACTH-Produktion führt typischerweise zu einer auffälligen, fortschreitenden Dunkelfärbung der Haut, da ACTH-Vorläuferstoffe auch die Pigmentproduktion der Haut anregen. Bei sehr großem Tumor können zusätzlich andere Hormonachsen der Hypophyse beeinträchtigt werden.
Diagnostik
Regelmäßige Kontrollen des ACTH-Spiegels im Blut nach einer beidseitigen Nebennierenentfernung dienen der Früherkennung eines möglichen Nelson-Tumors, noch bevor sichtbare Beschwerden auftreten. Eine Magnetresonanztomografie der Hypophyse zeigt Größe und Ausdehnung eines vorhandenen Tumors. Bei Verdacht auf eine Beeinträchtigung des Sehvermögens wird zusätzlich eine augenärztliche Untersuchung mit Gesichtsfeldprüfung durchgeführt.
Behandlung
Bei kleineren, langsam wachsenden Tumoren ohne Beschwerden kann zunächst eine regelmäßige Verlaufskontrolle ausreichen. Bei größerem Tumor oder Beeinträchtigung des Sehvermögens ist eine operative Entfernung über die Nase notwendig. Bei nicht vollständig entfernbarem oder erneut wachsendem Tumor kann eine Strahlentherapie das weitere Wachstum bremsen. Medikamente, die die Hormonproduktion des Tumors hemmen, können ergänzend eingesetzt werden.
Verlauf und Prognose
Mit regelmäßiger Nachsorge nach beidseitiger Nebennierenentfernung wird ein Nelson-Tumor häufig frühzeitig entdeckt, bevor er ausgeprägte Beschwerden verursacht, was die Behandlungsmöglichkeiten und die Prognose deutlich verbessert. Unbehandelt kann der Tumor durch fortschreitendes Wachstum das Sehvermögen und andere Hirnfunktionen beeinträchtigen. Die konsequente lebenslange Nachsorge nach einer beidseitigen Nebennierenentfernung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Nelson-Tumor: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Bekommt jeder nach beidseitiger Nebennierenentfernung einen Nelson-Tumor?
Nein, nur ein Teil der Betroffenen entwickelt diesen Tumor, weshalb eine regelmäßige Nachsorge zur Früherkennung wichtig ist.
Warum verändert sich die Hautfarbe bei diesem Tumor?
Die stark erhöhte Produktion von ACTH-Vorläuferstoffen regt zusätzlich die Pigmentbildung der Haut an, was zu einer auffälligen Dunkelfärbung führt.
Muss jeder Nelson-Tumor operiert werden?
Nicht immer, kleinere, beschwerdefreie Tumoren können zunächst nur beobachtet werden, größere oder wachsende Tumoren erfordern meist eine operative Behandlung.
Warum ist eine regelmäßige Nachsorge nach der Nebennierenentfernung wichtig?
Weil ein Nelson-Tumor sich schleichend entwickeln kann und eine frühzeitige Erkennung durch regelmäßige Hormon- und Bildgebungskontrollen die Behandlungsmöglichkeiten deutlich verbessert.
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