Nekrobiosis lipoidica
Die Nekrobiosis lipoidica ist eine seltene, chronische Hauterkrankung, die durch charakteristische, gelblich-bräunliche, leicht eingesunkene Hautveränderungen gekennzeichnet ist, welche überwiegend an den Schienbeinen auftreten und durch eine degenerative Veränderung des Bindegewebes sowie der kleinen Blutgefäße in diesem Hautbereich entstehen. Die Erkrankung wird traditionell eng mit einer bestehenden Zuckerkrankheit in Verbindung gebracht, weshalb sie früher auch als Necrobiosis lipoidica diabeticorum bezeichnet wurde, tritt jedoch bei einem nicht unerheblichen Teil der Betroffenen auch ohne eine bestehende oder später auftretende Diabeteserkrankung auf, weshalb der ursprüngliche Name heute nicht mehr durchgängig verwendet wird. Die Erkrankung betrifft überwiegend jüngere bis mittelalte Frauen und verläuft chronisch über Jahre.
Ursachen
Die genaue Ursache der Nekrobiosis lipoidica ist nicht abschließend geklärt, wobei eine Schädigung der kleinen Blutgefäße der Haut mit nachfolgender Durchblutungsstörung sowie degenerativer Veränderung des umliegenden Bindegewebes als zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird. Bei einem erheblichen Teil der Betroffenen besteht eine Zuckerkrankheit, wobei die genaue Rolle dieser Stoffwechselerkrankung bei der Krankheitsentstehung nicht vollständig verstanden ist, da die Nekrobiosis lipoidica nicht mit dem Ausmaß der Blutzuckereinstellung korreliert und auch bei einer guten Diabeteseinstellung auftreten sowie fortschreiten kann. Bei einem bedeutsamen Teil der Betroffenen, insbesondere bei Menschen ohne bestehende Diabeteserkrankung, bleibt die zugrunde liegende Ursache trotz sorgfältiger Abklärung unklar, weshalb möglicherweise weitere, bislang nicht identifizierte Faktoren an der Krankheitsentstehung beteiligt sind.
Symptome
Die Nekrobiosis lipoidica äußert sich durch scharf begrenzte, meist ovale oder rundliche Hautveränderungen, die überwiegend an der Vorderseite der Schienbeine auftreten und sich durch eine charakteristische, gelblich-bräunliche Farbe sowie eine leicht eingesunkene, glänzende Oberfläche auszeichnen, durch die sich die darunterliegenden kleinen Blutgefäße mitunter deutlich abzeichnen können. Die betroffenen Hautareale sind meist nicht schmerzhaft, können jedoch bei Berührung oder Verletzung empfindlich reagieren, und die dünne, atrophische Haut in diesem Bereich neigt zu einer verzögerten Wundheilung, sodass bereits geringfügige Verletzungen zu langwierigen, schlecht heilenden Geschwüren führen können. Die Anzahl sowie Größe der Hautveränderungen kann sich im Laufe der Zeit allmählich vergrößern, wobei der Verlauf über Jahre meist langsam fortschreitend ist.
Diagnostik
Die Diagnose der Nekrobiosis lipoidica wird meist bereits durch das charakteristische klinische Erscheinungsbild mit der typischen Lokalisation an den Schienbeinen sowie der charakteristischen, gelblich-bräunlichen Farbe der Hautveränderungen nahegelegt. Bei unklarem oder untypischem Befund kann eine Gewebeprobe der betroffenen Haut entnommen werden, die unter dem Mikroskop die charakteristischen degenerativen Veränderungen des Bindegewebes sowie der kleinen Blutgefäße zeigt und die Diagnose bestätigt. Bei jeder Diagnosestellung wird eine Untersuchung des Blutzuckers empfohlen, um eine bislang unbekannte Zuckerkrankheit zu erkennen oder auszuschließen, auch wenn ein unauffälliger Blutzuckerwert die Diagnose der Nekrobiosis lipoidica nicht ausschließt.
Behandlung
Eine ursächliche Behandlung der Nekrobiosis lipoidica, die die zugrunde liegende degenerative Veränderung der Haut sicher beseitigen könnte, steht nicht zur Verfügung, weshalb die Behandlung vorrangig auf eine symptomatische Kontrolle sowie eine Verhinderung von Komplikationen abzielt. Örtlich aufgetragene oder, bei ausgeprägteren Fällen, direkt in die betroffene Haut injizierte Kortisonpräparate können insbesondere in frühen Krankheitsstadien mit noch bestehender entzündlicher Aktivität eine gewisse Besserung bewirken, während bereits fortgeschrittene, atrophische Veränderungen weniger gut auf eine Behandlung ansprechen. Eine sorgfältige Pflege sowie ein besonderer Schutz der dünnen, verletzlichen Haut vor Verletzungen ist von großer Bedeutung, um die Entstehung schlecht heilender Geschwüre zu vermeiden. Bei einer bestehenden Zuckerkrankheit wird eine gute Blutzuckereinstellung empfohlen, auch wenn diese den Verlauf der Hautveränderungen nicht immer positiv beeinflusst.
Verlauf und Prognose
Die Nekrobiosis lipoidica verläuft chronisch über Jahre, wobei sich die Hautveränderungen bei einem Teil der Betroffenen im Laufe der Zeit langsam vergrößern oder neue Herde hinzukommen können, während sich bei einem anderen Teil der Betroffenen die Erkrankung über lange Zeit stabil zeigt, ohne wesentlich fortzuschreiten. Eine spontane, vollständige Rückbildung der Hautveränderungen ist selten, wobei ein Teil der Betroffenen dennoch über die Jahre eine gewisse Besserung erfährt. Die größte praktische Bedeutung der Erkrankung liegt in der erhöhten Neigung zu schlecht heilenden Geschwüren nach bereits geringfügigen Verletzungen der dünnen, verwundbaren Haut, weshalb eine konsequente, vorsichtige Hautpflege sowie ein sorgfältiger Schutz vor Verletzungen langfristig von großer Bedeutung für die betroffenen Personen sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Nekrobiosis lipoidica: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist die Nekrobiosis lipoidica immer mit Diabetes verbunden?
Nein, obwohl sie bei einem erheblichen Teil der Betroffenen mit einer Zuckerkrankheit einhergeht, tritt sie bei einem bedeutsamen Teil auch ohne bestehende Diabeteserkrankung auf.
Wo treten die Hautveränderungen typischerweise auf?
Überwiegend an der Vorderseite der Schienbeine.
Warum ist besondere Vorsicht bei Verletzungen wichtig?
Weil die dünne, atrophische Haut zu einer verzögerten Wundheilung neigt und bereits geringfügige Verletzungen zu langwierigen Geschwüren führen können.
Verbessert eine gute Blutzuckereinstellung die Hautveränderungen?
Nicht zwingend, die Erkrankung korreliert nicht eindeutig mit dem Ausmaß der Blutzuckereinstellung.
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