Moyamoya-Krankheit
Die Moyamoya-Krankheit ist eine seltene, fortschreitende Erkrankung, bei der sich die großen, das Gehirn versorgenden Arterien an der Hirnbasis allmählich verengen oder verschließen. Als Ausgleich bildet der Körper ein feines Netz kleiner, zerbrechlicher Umgehungsgefäße, das in der Bildgebung an eine Rauchwolke erinnert und der Erkrankung ihren japanischen Namen gegeben hat. Sowohl die Durchblutungsstörung selbst als auch das brüchige Umgehungsnetz können schwere Komplikationen verursachen.
Ursachen
Die genaue Ursache der fortschreitenden Gefäßverengung ist nicht vollständig geklärt, eine genetische Veranlagung spielt jedoch eine wichtige Rolle, insbesondere in bestimmten Bevölkerungsgruppen Ostasiens, wo die Erkrankung deutlich häufiger vorkommt. Die Moyamoya-Krankheit kann eigenständig auftreten oder als Begleiterscheinung anderer Erkrankungen wie der Sichelzellanämie, Neurofibromatose oder nach einer Strahlentherapie im Kopfbereich entstehen, dann spricht man vom Moyamoya-Syndrom.
Symptome
Bei Kindern äußert sich die Erkrankung häufig durch wiederholte, vorübergehende oder bleibende Durchblutungsstörungen mit Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Krampfanfällen, oft ausgelöst durch Weinen, Aufregung oder Anstrengung, die die Atmung und damit die Hirndurchblutung beeinflussen. Bei Erwachsenen steht häufiger das Risiko einer Hirnblutung durch die Ruptur der zerbrechlichen Umgehungsgefäße im Vordergrund, die sich mit plötzlichen, starken Kopfschmerzen und neurologischen Ausfällen äußern kann.
Diagnostik
Eine Magnetresonanztomografie und Magnetresonanz-Angiografie des Gehirns zeigen die charakteristische Verengung der großen Hirnarterien sowie das feine Netz der Umgehungsgefäße. Eine Katheterangiografie kann das Ausmaß der Gefäßveränderungen noch genauer darstellen und ist häufig für die Operationsplanung wichtig. Bei Verdacht auf ein Moyamoya-Syndrom wird zusätzlich nach zugrunde liegenden Erkrankungen wie einer Sichelzellanämie gesucht.
Behandlung
Die wirksamste Behandlung ist eine operative Schaffung zusätzlicher, stabilerer Umgehungswege für das Blut, entweder durch direktes Verbinden eines äußeren Kopfgefäßes mit einer Hirnarterie oder durch indirekte Verfahren, bei denen gut durchblutetes Gewebe auf die Hirnoberfläche gelegt wird, damit sich neue Gefäße bilden können. Diese Operationen senken sowohl das Risiko für Durchblutungsstörungen als auch für Blutungen deutlich. Medikamente wie niedrig dosierte Acetylsalicylsäure werden häufig ergänzend eingesetzt, ersetzen jedoch nicht die operative Behandlung bei fortschreitender Erkrankung.
Verlauf und Prognose
Unbehandelt schreitet die Moyamoya-Krankheit meist fort und kann zu wiederholten, teils bleibenden neurologischen Schäden durch Durchblutungsstörungen oder Blutungen führen. Mit rechtzeitiger operativer Behandlung lässt sich der weitere Verlauf bei den meisten Betroffenen deutlich verbessern und das Risiko schwerer Komplikationen senken. Eine langfristige neurologische Nachsorge ist wichtig, da sich die Erkrankung auch nach erfolgreicher Operation in seltenen Fällen weiterentwickeln kann.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Moyamoya-Krankheit: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum heißt die Krankheit Moyamoya?
Der japanische Begriff bedeutet so viel wie 'rauchig' oder 'nebelhaft' und beschreibt das charakteristische Erscheinungsbild des feinen Umgehungsgefäßnetzes in der Bildgebung.
Was ist der Unterschied zwischen Moyamoya-Krankheit und -Syndrom?
Von einer Krankheit spricht man, wenn die Gefäßveränderung eigenständig auftritt, von einem Syndrom, wenn sie als Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung wie Sichelzellanämie oder Neurofibromatose entsteht.
Warum können Weinen oder Aufregung bei Kindern Beschwerden auslösen?
Verstärktes Atmen kann den Kohlendioxidspiegel im Blut senken, was die bereits verengten Hirngefäße zusätzlich verengen und dadurch eine vorübergehende Durchblutungsstörung auslösen kann.
Reicht eine medikamentöse Behandlung aus?
Bei fortschreitender Erkrankung ist meist eine operative Schaffung zusätzlicher Umgehungswege notwendig, Medikamente werden in der Regel nur ergänzend eingesetzt.
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