Mittelschmerz
Der Mittelschmerz ist ein wiederkehrender, meist einseitiger Unterbauchschmerz, der zeitlich mit dem Eisprung in der Mitte des Menstruationszyklus zusammenfällt und daher seinen Namen trägt. Er ist eine harmlose, häufige Erscheinung, die manche Frauen zuverlässig zur Bestimmung ihres Eisprungs nutzen können, sollte aber von ernsteren Ursachen für Unterbauchschmerzen unterschieden werden, wenn er ungewöhnlich stark oder anders als gewohnt auftritt.
Ursachen
Der genaue Mechanismus ist nicht vollständig geklärt, angenommen wird eine Reizung des Bauchfells durch die beim Eisprung entstehende, leichte Reizflüssigkeit oder durch die Dehnung der Eierstockkapsel beim Platzen des reifen Follikels. Da der Eisprung abwechselnd von einem der beiden Eierstöcke ausgeht, tritt der Schmerz meist auf der Seite auf, die in diesem Zyklus den Eisprung hatte, und kann von Zyklus zu Zyklus die Seite wechseln.
Symptome
Kennzeichnend ist ein plötzlich einsetzender, ziehender oder krampfartiger Schmerz im Unterbauch, meist einseitig, der wenige Minuten bis zu etwa 24 Stunden anhält und typischerweise etwa in der Mitte zwischen zwei Regelblutungen auftritt. Der Schmerz ist in der Regel mild bis mäßig ausgeprägt, gelegentlich begleitet von einem leichten Ziehen im Rücken oder einer minimalen Schmierblutung. Bei den meisten Frauen bestehen keine weiteren Beschwerden.
Diagnostik
Der Mittelschmerz wird meist allein anhand des typischen zeitlichen Zusammenhangs mit dem Eisprung und des charakteristischen Beschwerdebilds erkannt, ohne dass eine spezielle Diagnostik notwendig ist. Treten die Beschwerden untypisch stark, anhaltend oder außerhalb des erwarteten Zeitfensters auf, wird eine gynäkologische Untersuchung und gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um andere Ursachen wie eine Eierstockzyste, eine Eileiterentzündung oder eine Blinddarmentzündung auszuschließen.
Behandlung
Da der Mittelschmerz harmlos ist, ist meist keine spezifische Behandlung notwendig. Bei stärkeren Beschwerden können frei verkäufliche Schmerzmittel oder Wärmeanwendungen Linderung verschaffen. Bei Frauen, die der wiederkehrende Schmerz erheblich beeinträchtigt, kann in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt eine hormonelle Verhütung erwogen werden, die den Eisprung unterdrückt und dadurch auch den Mittelschmerz beseitigt.
Verlauf und Prognose
Der Mittelschmerz ist eine gutartige, wiederkehrende Erscheinung ohne Krankheitswert und tritt bei den betroffenen Frauen meist über viele Jahre in ähnlicher Form auf. Er verschwindet mit Beginn der Wechseljahre, wenn keine Eisprünge mehr stattfinden. Wichtig ist, ungewöhnlich starke, anhaltende oder von anderen Beschwerden wie Fieber begleitete Unterbauchschmerzen ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen, da diese auf eine andere, behandlungsbedürftige Ursache hinweisen können.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Mittelschmerz: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Mittelschmerz gefährlich?
Nein, es handelt sich um eine harmlose, mit dem Eisprung zusammenhängende Erscheinung ohne Krankheitswert.
Kann man den Eisprung am Mittelschmerz erkennen?
Manche Frauen nutzen den Mittelschmerz zuverlässig als Hinweis auf den Eisprung, dies ist jedoch keine sichere Methode zur Zyklusbestimmung oder Verhütung.
Wann sollte man den Schmerz ärztlich abklären lassen?
Wenn er ungewöhnlich stark, anhaltend, außerhalb des erwarteten Zeitfensters auftritt oder von Fieber und anderen Beschwerden begleitet wird.
Verschwindet der Mittelschmerz irgendwann von selbst?
Ja, er endet mit den Wechseljahren, wenn keine Eisprünge mehr stattfinden.
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