Monoklonale Gammopathie Unbestimmter Signifikanz (MGUS)
Die monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz, abgekürzt MGUS, ist ein häufiger Befund, bei dem eine kleine Gruppe von Plasmazellen im Knochenmark ein einheitliches Antikörper-Eiweiß produziert, das im Blut nachweisbar ist. Anders als beim Multiplen Myelom liegt keine bösartige Erkrankung vor und die betroffene Person hat keine Beschwerden. Da sich aus der MGUS bei einem kleinen Teil der Betroffenen im Laufe der Jahre ein Multiples Myelom oder eine verwandte Erkrankung entwickeln kann, sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Ursachen
Die genaue Ursache für die Entstehung dieser abnormen, aber gutartigen Plasmazellklone ist nicht vollständig geklärt. Die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter deutlich an, ältere Menschen sind entsprechend häufiger betroffen. Eine familiäre Häufung sowie ein erhöhtes Risiko bei bestimmten Bevölkerungsgruppen deuten auf eine gewisse genetische Veranlagung hin, ein einzelner verantwortlicher Faktor wurde jedoch nicht identifiziert.
Symptome
Per Definition verursacht die MGUS keine Beschwerden und wird praktisch immer zufällig entdeckt, etwa im Rahmen einer Routine-Blutuntersuchung, bei der ein auffälliges Gesamteiweiß im Blut weitere Untersuchungen nach sich zieht. Es bestehen keine der für ein Multiples Myelom typischen Beschwerden wie Knochenschmerzen, Blutarmut oder eine eingeschränkte Nierenfunktion, deren Vorhandensein gegen eine reine MGUS und für eine bereits fortgeschrittenere Erkrankung sprechen würde.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch den Nachweis eines einheitlichen Antikörper-Eiweißes im Blut mittels einer speziellen Eiweißelektrophorese gestellt, wobei die Menge dieses Eiweißes bei der MGUS unterhalb bestimmter, festgelegter Grenzwerte liegt. Eine Knochenmarkuntersuchung zeigt einen nur gering erhöhten Anteil der betroffenen Plasmazellen. Wichtig ist der Ausschluss von Organbeteiligungen wie Nierenfunktionseinschränkung, erhöhtem Kalziumspiegel, Blutarmut oder Knochenschäden, die für ein bereits vorliegendes Multiples Myelom sprechen würden.
Behandlung
Da die MGUS selbst keine Krankheit im eigentlichen Sinn ist und keine Beschwerden verursacht, ist keine Behandlung notwendig. Stattdessen werden regelmäßige Kontrollen der Blutwerte, meist jährlich oder in individuell angepassten Abständen, durchgeführt, um ein mögliches Fortschreiten in Richtung eines Multiplen Myeloms oder einer verwandten Erkrankung frühzeitig zu erkennen, bevor Organschäden entstehen.
Verlauf und Prognose
Die meisten Menschen mit MGUS entwickeln nie eine bösartige Erkrankung und benötigen zeitlebens keine Behandlung. Ein kleiner Teil, etwa ein Prozent pro Jahr, entwickelt im Laufe der Zeit ein Multiples Myelom oder eine verwandte Erkrankung, weshalb die lebenslange, regelmäßige Nachsorge auch bei fehlenden Beschwerden wichtig bleibt. Bestimmte Laborwerte bei Erstdiagnose helfen, das individuelle Risiko für ein solches Fortschreiten grob einzuschätzen.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist MGUS eine Krebserkrankung?
Nein, es handelt sich um einen gutartigen Zufallsbefund ohne Krankheitswert, wenn auch mit einem geringen, aber dauerhaften Risiko einer späteren Entwicklung zu einer bösartigen Erkrankung.
Muss MGUS behandelt werden?
Nein, da keine Beschwerden bestehen und keine Erkrankung im eigentlichen Sinn vorliegt, ist keine Behandlung notwendig, nur regelmäßige Kontrollen.
Wie hoch ist das Risiko, dass sich daraus Krebs entwickelt?
Das Risiko liegt bei etwa einem Prozent pro Jahr, weshalb eine lebenslange, regelmäßige Nachsorge wichtig ist, auch wenn die meisten Betroffenen nie eine bösartige Erkrankung entwickeln.
Warum wird MGUS meist zufällig entdeckt?
Weil sie keine eigenen Beschwerden verursacht und nur durch eine auffällige Blutuntersuchung, etwa ein erhöhtes Gesamteiweiß, entdeckt wird.
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