Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Miliartuberkulose

Die Miliartuberkulose ist eine schwere, sich im gesamten Körper ausbreitende Verlaufsform der Tuberkulose, bei der sich die verursachenden Bakterien über den Blutkreislauf streuen und gleichzeitig mehrere Organe wie Lunge, Leber, Milz und Gehirnhaut befallen können. Der Name leitet sich von den zahlreichen, kleinen, hirsekorngroßen Krankheitsherden ab, die sich charakteristischerweise in den betroffenen Organen bilden.

Ursachen

Die Miliartuberkulose entsteht, wenn sich die Tuberkulose-Bakterien aus einem ursprünglichen Infektionsherd, meist in der Lunge, über den Blutkreislauf im gesamten Körper ausbreiten. Dies geschieht besonders häufig bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa bei einer HIV-Infektion, unter immununterdrückender Behandlung, bei sehr jungen Kindern oder älteren Menschen sowie bei Mangelernährung.

Symptome

Die Beschwerden sind meist unspezifisch und umfassen anhaltendes Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Je nachdem, welche Organe betroffen sind, können zusätzlich Husten und Atemnot bei Lungenbeteiligung, eine Vergrößerung von Leber und Milz oder, bei Beteiligung der Gehirnhaut, Kopfschmerzen und Bewusstseinsveränderungen auftreten.

Diagnostik

Eine Röntgenaufnahme oder Computertomografie der Lunge kann die charakteristischen, gleichmäßig über beide Lungenflügel verteilten kleinen Krankheitsherde zeigen. Der direkte Nachweis der Tuberkulose-Bakterien gelingt durch die Untersuchung von Sputum, Magensaft oder anderen Körperflüssigkeiten; bei Verdacht auf eine Beteiligung der Gehirnhaut wird zusätzlich die Rückenmarksflüssigkeit untersucht.

Behandlung

Die Behandlung erfolgt mit einer Kombination mehrerer Tuberkulose-Medikamente über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten, wobei die Behandlungsdauer bei Beteiligung der Gehirnhaut oder anderer schwerer Verläufe verlängert werden kann. Eine konsequente, vollständige Einnahme aller verordneten Medikamente über die gesamte Behandlungsdauer ist entscheidend, um die Erkrankung vollständig auszuheilen und die Entwicklung resistenter Bakterien zu verhindern.

Verlauf und Prognose

Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose der Miliartuberkulose deutlich besser als früher, auch wenn sie weiterhin als schwere Erkrankung gilt. Unbehandelt oder bei verzögerter Diagnose kann die Miliartuberkulose, insbesondere bei geschwächtem Immunsystem, lebensbedrohlich verlaufen. Eine frühzeitige Erkennung ist daher besonders bei Risikogruppen mit unspezifischen, anhaltenden Allgemeinsymptomen wichtig.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum heißt die Erkrankung Miliartuberkulose?

Nach den zahlreichen, kleinen, hirsekorngroßen Krankheitsherden, die sich charakteristischerweise in den befallenen Organen bilden.

Wer ist besonders gefährdet?

Vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, etwa bei einer HIV-Infektion, unter immununterdrückender Behandlung, sehr junge Kinder, ältere Menschen sowie mangelernährte Personen.

Wie lange dauert die Behandlung?

In der Regel mindestens sechs Monate, bei Beteiligung der Gehirnhaut oder anderen schweren Verläufen kann die Behandlungsdauer verlängert werden.

Warum ist die vollständige Einnahme aller Medikamente so wichtig?

Um die Erkrankung vollständig auszuheilen und die Entwicklung resistenter Bakterien zu verhindern, die eine spätere Behandlung erheblich erschweren würden.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen