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Innere Medizin

Lymphokutane Sporotrichose

Die lymphokutane Sporotrichose, umgangssprachlich auch als Gärtnerkrankheit oder Rosengärtnerkrankheit bekannt, ist eine chronische Pilzinfektion der Haut und der örtlichen Lymphbahnen, die durch den Schimmelpilz Sporothrix schenckii verursacht wird. Dieser Pilz kommt weltweit im Boden sowie auf verschiedenen Pflanzen, insbesondere auf Rosen, Moos und Heu, vor und gelangt typischerweise durch eine kleine Verletzung der Haut, etwa durch einen Dornenstich oder eine Schürfwunde beim Umgang mit kontaminiertem Pflanzenmaterial, in das Gewebe. Die Erkrankung betrifft daher besonders häufig Menschen mit gärtnerischer oder landwirtschaftlicher Tätigkeit sowie Menschen, die im Umgang mit Blumenerde oder verrottendem Pflanzenmaterial arbeiten. Charakteristisch für die lymphokutane Form ist die schrittweise Ausbreitung der Infektion entlang der Lymphbahnen von der ursprünglichen Eintrittsstelle aus.

Ursachen

Die lymphokutane Sporotrichose entsteht durch das Eindringen des Schimmelpilzes Sporothrix schenckii in die Haut über eine kleine Verletzung, die häufig beim Umgang mit Pflanzenmaterial entsteht, etwa durch einen Dornenstich beim Rosenschnitt, eine Schürfwunde bei der Gartenarbeit oder den Kontakt mit kontaminiertem Heu oder Moos. Auch der Umgang mit infiziertem Holz sowie, seltener, ein Kratzer durch bestimmte Tiere, insbesondere infizierte Katzen, können zur Übertragung des Pilzes führen. Menschen mit gärtnerischer, landwirtschaftlicher oder floristischer Tätigkeit sowie Menschen, die regelmäßig mit Blumenerde oder verrottendem Pflanzenmaterial arbeiten, haben aufgrund der häufigeren Exposition ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sich der Pilz in selteneren Fällen auch über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten.

Symptome

Die lymphokutane Sporotrichose beginnt an der Eintrittsstelle des Pilzes mit der Bildung eines kleinen, meist schmerzlosen Knotens, der sich im Verlauf mehrerer Wochen zu einem oberflächlichen, offenen Geschwür entwickeln kann. Charakteristisch für die lymphokutane Verlaufsform ist die schrittweise Ausbreitung entlang der von der ursprünglichen Läsion abführenden Lymphbahn, wobei sich in regelmäßigen Abständen entlang dieser Bahn weitere, ähnlich aussehende Knoten bilden, die ebenfalls aufbrechen und Geschwüre bilden können. Diese charakteristische, perlschnurartige Anordnung der Hautveränderungen entlang der Lymphbahn ist typisch für die Erkrankung und erleichtert die klinische Verdachtsdiagnose. Ein ausgeprägtes allgemeines Krankheitsgefühl oder Fieber besteht bei der lokalisierten, lymphokutanen Form in der Regel nicht.

Diagnostik

Die Diagnose der lymphokutanen Sporotrichose wird durch eine sorgfältige Anamnese mit Frage nach möglichen Verletzungen im Zusammenhang mit Gartenarbeit oder dem Umgang mit Pflanzenmaterial sowie durch das charakteristische klinische Erscheinungsbild mit der perlschnurartigen Anordnung der Hautveränderungen entlang einer Lymphbahn nahegelegt. Zur endgültigen Diagnosesicherung wird eine Gewebeprobe der betroffenen Haut entnommen und sowohl kulturell auf den Pilz angezüchtet als auch feingeweblich untersucht, wobei der kulturelle Nachweis als zuverlässigste Methode gilt. Da andere Erkrankungen, insbesondere bestimmte bakterielle Infektionen wie eine atypische Mykobakteriose, ein ähnliches klinisches Bild verursachen können, ist die mikrobiologische Sicherung der Diagnose von besonderer Bedeutung für die gezielte Behandlung.

Behandlung

Die Behandlung der lymphokutanen Sporotrichose erfolgt mit einer oralen antimykotischen Behandlung, die über einen Zeitraum von mehreren Monaten fortgeführt werden muss, um eine vollständige Ausheilung der Infektion zu erzielen. Eine der ältesten und weiterhin wirksamen Behandlungsformen ist die orale Gabe von Kaliumjodid-Lösung, die insbesondere in Regionen mit eingeschränktem Zugang zu modernen antimykotischen Medikamenten weiterhin eine wichtige Rolle spielt, wobei sie häufiger Nebenwirkungen verursacht als modernere Präparate. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem sowie bei ausgedehnterem oder systemischem Befall kann eine intensivere, teils intravenöse antimykotische Behandlung notwendig werden. Eine begleitende Wundpflege der betroffenen Hautareale unterstützt den Heilungsprozess.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der lymphokutanen Sporotrichose ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung und konsequenter, ausreichend lange fortgeführter antimykotischer Behandlung sehr gut, wobei die Hautveränderungen im Verlauf der Behandlung folgenlos oder unter Zurücklassung geringfügiger Narben abheilen. Unbehandelt kann die Erkrankung über Monate bis Jahre bestehen bleiben, ohne dass sich die Beschwerden von selbst zurückbilden, was die Lebensqualität der Betroffenen durch die anhaltenden Hautveränderungen erheblich beeinträchtigen kann. Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem besteht ein erhöhtes Risiko für eine systemische Ausbreitung der Infektion, die einen deutlich schwereren Verlauf mit entsprechend intensiverer Behandlung erfordert. Vorbeugende Maßnahmen wie das Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit tragen wesentlich zur Vermeidung der Erkrankung bei.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die Erkrankung auch als Gärtnerkrankheit bezeichnet?

Weil sie typischerweise durch eine Verletzung beim Umgang mit Pflanzenmaterial, insbesondere beim Rosenschnitt oder bei der Gartenarbeit, entsteht.

Was ist das charakteristische Erscheinungsbild der Hautveränderungen?

Eine perlschnurartige Anordnung mehrerer Knoten und Geschwüre entlang einer von der ursprünglichen Eintrittsstelle abführenden Lymphbahn.

Wie lange dauert die Behandlung?

Die orale antimykotische Behandlung muss über mehrere Monate fortgeführt werden, um eine vollständige Ausheilung zu erzielen.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Das Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit sowie ein vorsichtiger Umgang mit Pflanzenmaterial tragen wesentlich zur Vorbeugung bei.

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