Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Augen & Sehkraft

Lähmung des N. oculomotorius (III. Hirnnerv)

Die Lähmung des N. oculomotorius, des dritten Hirnnervs, betrifft einen Nerv, der mehrere für die Augenfunktion zentrale Aufgaben übernimmt: Er steuert die meisten der äußeren Augenmuskeln, die für die Bewegung des Augapfels verantwortlich sind, den Muskel, der das Oberlid anhebt, sowie die inneren Augenmuskeln, die für die Verengung der Pupille und die Naheinstellung des Auges zuständig sind. Ein Ausfall dieses vielseitigen Nervs führt daher zu einem charakteristischen Beschwerdebild, das ein deutlich hängendes Augenlid, eine typische Fehlstellung des betroffenen Auges nach außen unten sowie häufig eine erweiterte, auf Licht nicht mehr reagierende Pupille umfasst. Die Ursachen einer Oculomotoriuslähmung reichen von vergleichsweise harmlosen bis zu ernsten, dringend abklärungsbedürftigen Erkrankungen.

Ursachen

Eine Lähmung des N. oculomotorius kann durch vielfältige Ursachen entstehen. Bei älteren Menschen mit Gefäßrisikofaktoren wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck ist eine Durchblutungsstörung des Nervs selbst eine häufige Ursache, wobei diese Form typischerweise die Pupillenfunktion aussparen kann. Eine besonders wichtige und dringend abzuklärende Ursache ist ein Aneurysma, eine Aussackung einer Hirnarterie in unmittelbarer Nähe des Nervenverlaufs, das durch Druck auf den Nerv eine Lähmung mit typischerweise auch betroffener Pupillenfunktion verursachen kann und ein Hinweis auf eine potenziell lebensbedrohliche Situation sein kann. Weitere mögliche Ursachen umfassen Kopfverletzungen, Tumoren im Bereich des Nervenverlaufs sowie entzündliche oder erhöhte Druckverhältnisse im Bereich des Gehirns.

Symptome

Das charakteristische Beschwerdebild einer vollständigen Oculomotoriuslähmung umfasst ein deutlich hängendes Oberlid, das das betroffene Auge teilweise oder vollständig verdeckt, sowie eine typische Fehlstellung des Augapfels nach außen und leicht nach unten, da die vom Nerv gesteuerten Augenmuskeln ausfallen, während die nicht betroffenen Muskeln überwiegen. Betroffene berichten über Doppelbilder, sofern das Lid nicht vollständig geschlossen ist. Häufig ist zudem die Pupille des betroffenen Auges erweitert und reagiert nicht mehr angemessen auf Licht. Je nach zugrunde liegender Ursache können zusätzlich Kopfschmerzen bestehen, deren plötzliches, starkes Auftreten in Kombination mit den beschriebenen Symptomen ein wichtiges Warnzeichen für eine dringend abklärungsbedürftige Ursache darstellt.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine umgehende augenärztliche und neurologische Untersuchung, bei der das charakteristische Beschwerdebild erfasst sowie insbesondere die Beteiligung oder Aussparung der Pupillenfunktion sorgfältig beurteilt wird, da dies wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache liefert. Eine dringliche bildgebende Untersuchung des Gehirns, meist mittels Magnetresonanztomographie und einer speziellen Gefäßdarstellung, ist bei Verdacht auf ein Aneurysma oder eine andere strukturelle Ursache unerlässlich, um eine potenziell lebensbedrohliche Situation nicht zu übersehen. Bei älteren Betroffenen mit bekannten Gefäßrisikofaktoren und typischer Aussparung der Pupillenfunktion kann zunächst eine Verlaufsbeobachtung mit ergänzender Abklärung der Gefäßrisikofaktoren erfolgen.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache. Wird ein Aneurysma als Ursache identifiziert, ist eine umgehende neurochirurgische oder interventionelle Behandlung zur Versorgung des Aneurysmas notwendig, um eine akute, lebensbedrohliche Blutung zu verhindern. Bei einer durchblutungsbedingten Lähmung im Rahmen von Gefäßrisikofaktoren steht die optimale Einstellung dieser Risikofaktoren, etwa des Blutzuckers und Blutdrucks, im Vordergrund, während sich die Nervenfunktion häufig im Laufe mehrerer Monate von selbst zurückbildet. Bis zur Rückbildung der Lähmung kann ein Augenpflaster zur Vermeidung störender Doppelbilder sowie eine spezielle Prismenbrille hilfreich sein.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose der Oculomotoriuslähmung hängen entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei durchblutungsbedingten Lähmungen im Rahmen von Gefäßrisikofaktoren ist die Prognose meist gut, mit einer vollständigen Rückbildung der Symptomatik innerhalb weniger Monate bei den meisten Betroffenen. Bei einer aneurysmabedingten Lähmung ist die Prognose entscheidend von der rechtzeitigen Diagnose und Behandlung des Aneurysmas abhängig, da eine unbehandelte Aneurysmaruptur lebensbedrohlich verlaufen kann. Aufgrund der potenziell ernsten zugrunde liegenden Ursachen ist eine umgehende, sorgfältige Abklärung bei neu aufgetretener Oculomotoriuslähmung von entscheidender Bedeutung für die Prognose.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Warum ist die Pupillenfunktion bei der Diagnostik so wichtig?

Eine betroffene, erweiterte Pupille weist eher auf eine strukturelle Ursache wie ein Aneurysma hin, während eine ausgesparte Pupillenfunktion eher für eine durchblutungsbedingte Ursache spricht, was die weitere Dringlichkeit der Abklärung beeinflusst.

Ist eine Oculomotoriuslähmung immer ein Notfall?

Aufgrund der möglichen, potenziell lebensbedrohlichen Ursache durch ein Aneurysma sollte eine neu aufgetretene Lähmung immer umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Bildet sich die Lähmung immer vollständig zurück?

Bei durchblutungsbedingten Ursachen im Rahmen von Gefäßrisikofaktoren bildet sich die Symptomatik bei den meisten Betroffenen innerhalb weniger Monate vollständig zurück.

Welche Behandlung hilft gegen die Doppelbilder in der Zwischenzeit?

Ein Augenpflaster sowie eine spezielle Prismenbrille können bis zur Rückbildung der Lähmung helfen, störende Doppelbilder zu vermeiden.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen