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Augen & Sehkraft

Internukleäre Ophthalmoplegie

Die internukleäre Ophthalmoplegie bezeichnet eine charakteristische Störung der koordinierten Bewegung beider Augen, die durch eine Schädigung einer bestimmten, im Hirnstamm gelegenen Nervenbahn entsteht, welche im gesunden Zustand für die exakt synchrone, konjugierte Bewegung beider Augen bei seitlichen Blickbewegungen verantwortlich ist. Bei einer Schädigung dieser Nervenbahn kommt es zu einer charakteristischen Störung, bei der sich das dem Blickziel zugewandte Auge beim seitlichen Blick nicht mehr ausreichend nach innen bewegen kann, während das andere, abgewandte Auge gleichzeitig ein auffälliges, rhythmisches Augenzittern zeigt. Die internukleäre Ophthalmoplegie tritt insbesondere bei jüngeren Menschen gehäuft als eines der ersten Anzeichen einer Multiplen Sklerose auf, weshalb ihr Auftreten stets eine gezielte weiterführende neurologische Abklärung nach sich ziehen sollte.

Ursachen

Die internukleäre Ophthalmoplegie entsteht durch eine Schädigung einer bestimmten, im Hirnstamm gelegenen Nervenbahn, die für die Koordination der synchronen Augenbewegung beider Augen bei seitlichen Blickbewegungen verantwortlich ist, wobei die genaue Ursache dieser Schädigung altersabhängig unterschiedlich ausfällt. Bei jüngeren Menschen ist die häufigste zugrunde liegende Ursache eine entzündliche Schädigung dieser Nervenbahn im Rahmen einer Multiplen Sklerose, bei der das körpereigene Immunsystem die schützende Hüllschicht der Nervenbahn angreift. Bei älteren Menschen wird die Erkrankung dagegen häufiger durch eine unzureichende Durchblutung der betroffenen Hirnstammregion im Rahmen eines kleinen Schlaganfalls verursacht, während seltener auch ein raumfordernder Prozess oder eine Verletzung des Hirnstamms als Ursache infrage kommen.

Symptome

Das charakteristische Symptom der internukleären Ophthalmoplegie ist eine auffällige Störung der koordinierten Augenbewegung, bei der sich das dem seitlichen Blickziel zugewandte Auge nicht mehr ausreichend nach innen bewegen kann, während das gegenüberliegende, abgewandte Auge beim Blick zur Seite ein charakteristisches, rhythmisches Zittern zeigt. Viele Betroffene bemerken diese Bewegungsstörung zunächst durch das Auftreten von Doppelbildern bei seitlichen Blickbewegungen, während das Sehvermögen bei geradeausgerichtetem Blick in aller Regel nicht beeinträchtigt ist. Je nach zugrunde liegender Ursache können begleitend weitere neurologische Beschwerden auftreten, die bei jüngeren Menschen häufig auf eine zugrunde liegende Multiple Sklerose sowie bei älteren Menschen auf einen zugrunde liegenden kleinen Schlaganfall hinweisen können.

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Diagnostik

Die Diagnose der internukleären Ophthalmoplegie wird durch eine gezielte augenärztliche oder neurologische Untersuchung der Augenbewegungen gestellt, bei der sich die charakteristische Bewegungsstörung mit eingeschränkter Innenwärtsbewegung des einen sowie rhythmischem Zittern des anderen Auges bei seitlichen Blickbewegungen direkt nachweisen lässt. Da die Erkrankung stets auf eine zugrunde liegende Schädigung des Hirnstamms hinweist, ist eine unverzügliche Bildgebung des Gehirns mittels Magnetresonanztomografie zur Identifikation der genauen zugrunde liegenden Ursache unerlässlich. Bei jüngeren Betroffenen sowie bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Multiple Sklerose werden zusätzliche neurologische Untersuchungen, insbesondere eine Untersuchung des Nervenwassers, zur weiteren Abklärung empfohlen.

Behandlung

Eine spezifische Behandlung, die unmittelbar auf die Bewegungsstörung selbst abzielt, existiert nicht, weshalb sich die Behandlung der internukleären Ophthalmoplegie ausschließlich nach der jeweils zugrunde liegenden Ursache richtet. Bei einer zugrunde liegenden Multiplen Sklerose steht die gezielte, das Immunsystem regulierende Behandlung des akuten Krankheitsschubs sowie eine langfristige, das weitere Fortschreiten der Erkrankung verlangsamende Basisbehandlung im Vordergrund. Bei einem zugrunde liegenden kleinen Schlaganfall wird die Behandlung nach den etablierten Grundsätzen der Schlaganfallbehandlung sowie der konsequenten Einstellung der zugrunde liegenden Gefäßrisikofaktoren durchgeführt, um weiteren Schlaganfällen vorzubeugen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der internukleären Ophthalmoplegie hängt maßgeblich von der zugrunde liegenden Ursache ab, wobei sich die Bewegungsstörung nach einem zugrunde liegenden kleinen Schlaganfall bei einem erheblichen Teil der Betroffenen innerhalb einiger Wochen bis Monate zumindest teilweise zurückbildet. Bei einer zugrunde liegenden Multiplen Sklerose kann sich die Bewegungsstörung nach dem akuten Krankheitsschub ebenfalls bessern, wobei bei wiederholten Krankheitsschüben ein erneutes Auftreten sowie ein möglicherweise bleibender Bewegungsschaden nicht ausgeschlossen werden können. Eine regelmäßige neurologische sowie augenärztliche Verlaufskontrolle wird angesichts der häufig zugrunde liegenden, ernstzunehmenden neurologischen Grunderkrankung dringend empfohlen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was ist das charakteristische Zeichen der internukleären Ophthalmoplegie?

Eine gestörte Innenwärtsbewegung des einen Auges bei gleichzeitigem rhythmischem Zittern des anderen Auges beim seitlichen Blick.

Auf welche Erkrankung weist die Störung bei jüngeren Menschen häufig hin?

Auf eine Multiple Sklerose.

Welche Ursache ist bei älteren Menschen häufiger?

Ein kleiner Schlaganfall im Bereich des Hirnstamms.

Welches Symptom bemerken viele Betroffene zuerst?

Das Auftreten von Doppelbildern bei seitlichen Blickbewegungen.

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