Infektion der Wunde nach operativem geburtshilflichem Eingriff
Nach operativen geburtshilflichen Eingriffen wie einem Kaiserschnitt oder einem Dammschnitt entsteht eine Wunde, die im Wochenbett heilen muss. Kommt es dabei zu einer Besiedlung mit Bakterien und einer Entzündung des Wundgebiets, spricht man von einer Wundinfektion nach operativem geburtshilflichem Eingriff. Sie gehört zu den häufigeren Komplikationen des Wochenbetts, ist bei rechtzeitiger Erkennung aber gut behandelbar und heilt meist ohne bleibende Folgen aus.
Ursachen
Erreger stammen meist aus der Haut- oder Scheidenflora und gelangen während oder nach dem Eingriff in die Wunde. Das Risiko steigt bei einem Kaiserschnitt nach lange dauernder Geburt oder nach Blasensprung, bei starkem Übergewicht, Diabetes, geschwächter Abwehr, Rauchen, größerem Blutverlust oder Blutergüssen im Wundbereich. Im Bereich des Damms begünstigen die Nähe zum Darmausgang und die feuchte Umgebung Infektionen.
Symptome
Typisch sind zunehmende Schmerzen im Wundgebiet, Rötung, Schwellung und Überwärmung sowie Absonderung von trübem oder eitrigem Sekret. Die Wundränder können sich öffnen, es kann ein übler Geruch auftreten. Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl deuten auf eine Ausbreitung hin. Beim Dammschnitt kommen Schmerzen beim Sitzen und Wasserlassen hinzu.
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch die Untersuchung der Wunde. Ein Abstrich zur Erregerbestimmung und Blutuntersuchungen mit Entzündungswerten helfen bei der Einschätzung. Bei Verdacht auf eine tiefer liegende Ansammlung von Eiter wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um einen Abszess oder einen Bluterguss nachzuweisen.
Behandlung
Eine oberflächliche Infektion wird mit Wundpflege und Antibiotika behandelt, die zur Stillzeit passen. Sammelt sich Eiter, wird die Wunde eröffnet und gespült, damit das Sekret abfließen kann, gegebenenfalls unter Entfernung abgestorbenen Gewebes. Sitzbäder, Schmerzmittel und sorgfältige Hygiene unterstützen die Heilung. Bei ausgeprägten Verläufen oder Fieber ist eine stationäre Behandlung notwendig.
Verlauf und Prognose
Bei frühzeitiger Behandlung heilt die Infektion meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ab, mitunter mit einer etwas breiteren Narbe. Unbehandelt kann sich die Infektion ausbreiten und zu einem Abszess oder zu einer Blutvergiftung führen. Deshalb sollten Rötung, zunehmende Schmerzen, Sekret oder Fieber nach der Geburt zeitnah abgeklärt werden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Wochenbett: Ablauf, Beschwerden, Betreuung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Woran erkennt man eine Wundinfektion nach dem Kaiserschnitt?
An zunehmenden Schmerzen, Rötung, Schwellung, Überwärmung und Sekret an der Wunde, gegebenenfalls mit Fieber.
Wer hat ein erhöhtes Risiko?
Frauen mit Übergewicht, Diabetes, geschwächter Abwehr, langer Geburt oder größerem Blutverlust.
Wie wird sie behandelt?
Mit Wundpflege, Antibiotika und bei Eiteransammlung mit dem Eröffnen und Spülen der Wunde.
Ist Stillen weiterhin möglich?
In der Regel ja, die Antibiotika werden so ausgewählt, dass sie mit dem Stillen vereinbar sind.
Weiterlesen
Chorioretinale Narben
Bindegewebige Vernarbungen der Aderhaut und Netzhaut, die als Abheilungsfolge einer zurückliegenden Entzündung oder Verletzung entstehen und je nach Lage im Augenhintergrund die Sehfunktion dauerhaft beeinträchtigen können.
Weiterlesen →FrauengesundheitPCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)
PCOS: eine der häufigsten hormonellen Störungen bei Frauen im gebärfähigen Alter.
Weiterlesen →FrauengesundheitChorioamnionitis
Chorioamnionitis: eine Infektion der Eihäute während der Schwangerschaft.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.