Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Frauengesundheit

Infektion der Wunde nach operativem geburtshilflichem Eingriff

Nach operativen geburtshilflichen Eingriffen wie einem Kaiserschnitt oder einem Dammschnitt entsteht eine Wunde, die im Wochenbett heilen muss. Kommt es dabei zu einer Besiedlung mit Bakterien und einer Entzündung des Wundgebiets, spricht man von einer Wundinfektion nach operativem geburtshilflichem Eingriff. Sie gehört zu den häufigeren Komplikationen des Wochenbetts, ist bei rechtzeitiger Erkennung aber gut behandelbar und heilt meist ohne bleibende Folgen aus.

Ursachen

Erreger stammen meist aus der Haut- oder Scheidenflora und gelangen während oder nach dem Eingriff in die Wunde. Das Risiko steigt bei einem Kaiserschnitt nach lange dauernder Geburt oder nach Blasensprung, bei starkem Übergewicht, Diabetes, geschwächter Abwehr, Rauchen, größerem Blutverlust oder Blutergüssen im Wundbereich. Im Bereich des Damms begünstigen die Nähe zum Darmausgang und die feuchte Umgebung Infektionen.

Symptome

Typisch sind zunehmende Schmerzen im Wundgebiet, Rötung, Schwellung und Überwärmung sowie Absonderung von trübem oder eitrigem Sekret. Die Wundränder können sich öffnen, es kann ein übler Geruch auftreten. Fieber, Schüttelfrost und ein allgemeines Krankheitsgefühl deuten auf eine Ausbreitung hin. Beim Dammschnitt kommen Schmerzen beim Sitzen und Wasserlassen hinzu.

Anzeige

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt durch die Untersuchung der Wunde. Ein Abstrich zur Erregerbestimmung und Blutuntersuchungen mit Entzündungswerten helfen bei der Einschätzung. Bei Verdacht auf eine tiefer liegende Ansammlung von Eiter wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um einen Abszess oder einen Bluterguss nachzuweisen.

Behandlung

Eine oberflächliche Infektion wird mit Wundpflege und Antibiotika behandelt, die zur Stillzeit passen. Sammelt sich Eiter, wird die Wunde eröffnet und gespült, damit das Sekret abfließen kann, gegebenenfalls unter Entfernung abgestorbenen Gewebes. Sitzbäder, Schmerzmittel und sorgfältige Hygiene unterstützen die Heilung. Bei ausgeprägten Verläufen oder Fieber ist eine stationäre Behandlung notwendig.

Verlauf und Prognose

Bei frühzeitiger Behandlung heilt die Infektion meist innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen ab, mitunter mit einer etwas breiteren Narbe. Unbehandelt kann sich die Infektion ausbreiten und zu einem Abszess oder zu einer Blutvergiftung führen. Deshalb sollten Rötung, zunehmende Schmerzen, Sekret oder Fieber nach der Geburt zeitnah abgeklärt werden.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Anzeige
FAQ

Häufige Fragen

Woran erkennt man eine Wundinfektion nach dem Kaiserschnitt?

An zunehmenden Schmerzen, Rötung, Schwellung, Überwärmung und Sekret an der Wunde, gegebenenfalls mit Fieber.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Frauen mit Übergewicht, Diabetes, geschwächter Abwehr, langer Geburt oder größerem Blutverlust.

Wie wird sie behandelt?

Mit Wundpflege, Antibiotika und bei Eiteransammlung mit dem Eröffnen und Spülen der Wunde.

Ist Stillen weiterhin möglich?

In der Regel ja, die Antibiotika werden so ausgewählt, dass sie mit dem Stillen vereinbar sind.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen