Hemmung der Laktation
Die Hemmung der Laktation bezeichnet eine gezielte Unterdrückung der nach der Geburt einsetzenden Muttermilchbildung, die aus verschiedenen Gründen gewünscht oder medizinisch notwendig sein kann, etwa wenn eine Frau sich bewusst gegen das Stillen entscheidet, wenn das Kind nicht überlebt hat oder wenn eine Erkrankung der Mutter das Stillen unmöglich macht oder ausdrücklich davon abgeraten wird. Diese gezielte Unterdrückung der Milchbildung kann sowohl durch physikalische Maßnahmen als auch, in bestimmten Fällen, durch eine gezielte medikamentöse Behandlung unterstützt werden, wobei die Wahl der Methode von den individuellen Umständen sowie Wünschen der betroffenen Frau abhängt.
Ursachen
Die Notwendigkeit oder der Wunsch nach einer Hemmung der Laktation kann verschiedene Gründe haben, wobei eine bewusste, persönliche Entscheidung gegen das Stillen, der Verlust des Kindes während oder nach der Geburt sowie eine schwere mütterliche Erkrankung, bei der das Stillen aus medizinischen Gründen nicht möglich oder nicht ratsam ist, insbesondere bestimmte Infektionskrankheiten oder eine notwendige Behandlung mit bestimmten Medikamenten, zu den häufigsten Gründen zählen. Auch eine bereits nach der Geburt aufgetretene, schwerwiegende Erkrankung der Brust kann eine gezielte Hemmung der Laktation notwendig machen.
Symptome
Ohne eine gezielte Hemmung der Laktation setzt nach der Geburt bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen innerhalb weniger Tage eine zunehmende Spannung sowie Füllung der Brüste ein, die bei fehlender Entleerung durch Stillen oder Abpumpen zu einem unangenehmen, mitunter schmerzhaften Milchstau führen kann. Ohne eine unterstützende Behandlung bildet sich die Milchbildung bei den meisten Frauen zwar auch ohne Stillen im Verlauf mehrerer Tage bis Wochen von selbst zurück, wobei dieser natürliche Rückgang mit erheblichen Beschwerden verbunden sein kann.
Diagnostik
Eine spezifische Diagnostik ist für die Entscheidung zur Hemmung der Laktation nicht notwendig, wobei die Entscheidung überwiegend auf der individuellen Situation sowie den Wünschen der betroffenen Frau sowie gegebenenfalls einer bestehenden medizinischen Notwendigkeit beruht. Eine sorgfältige Untersuchung der Brust wird bei bereits bestehenden Beschwerden, insbesondere einem beginnenden Milchstau oder Anzeichen einer Brustentzündung, durchgeführt, um eine gezielte, dem jeweiligen Befund angepasste Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Die Behandlung zur Hemmung der Laktation besteht in erster Linie in physikalischen Maßnahmen, insbesondere einem konsequenten Verzicht auf jegliche Stimulation sowie Entleerung der Brust, dem Tragen eines gut stützenden, jedoch nicht einschnürenden Büstenhalters sowie einer gezielten Kühlung der Brüste zur Linderung der Beschwerden. Bei ausgeprägten Beschwerden oder bei besonderer medizinischer Dringlichkeit kann eine gezielte, medikamentöse Behandlung erwogen werden, die die Ausschüttung des für die Milchbildung verantwortlichen Hormons Prolaktin gezielt unterdrückt, wobei diese Behandlung angesichts möglicher Nebenwirkungen sorgfältig sowie individuell abgewogen werden muss.
Verlauf und Prognose
Die Prognose bei einer gewünschten oder notwendigen Hemmung der Laktation ist gut, wobei sich die Milchbildung bei der überwiegenden Mehrheit der Frauen innerhalb weniger Tage bis Wochen erfolgreich zurückbildet, insbesondere bei konsequenter Anwendung physikalischer Maßnahmen. Eine begleitende, einfühlsame psychologische Unterstützung ist insbesondere dann von erheblicher Bedeutung, wenn die Hemmung der Laktation durch den Verlust des Kindes notwendig geworden ist, da diese Situation für die betroffene Frau eine erhebliche zusätzliche emotionale Belastung darstellen kann.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Hemmung der Laktation: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Aus welchen Gründen kann eine Laktationshemmung notwendig werden?
Eine bewusste Entscheidung gegen das Stillen, der Verlust des Kindes oder eine schwere mütterliche Erkrankung.
Was ist die wichtigste physikalische Maßnahme?
Der konsequente Verzicht auf jegliche Stimulation sowie Entleerung der Brust.
Wann wird eine medikamentöse Behandlung erwogen?
Bei ausgeprägten Beschwerden oder besonderer medizinischer Dringlichkeit.
Warum ist psychologische Unterstützung wichtig?
Insbesondere wenn die Laktationshemmung durch den Verlust des Kindes notwendig wird.
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