Bronchopulmonale Dysplasie
Die bronchopulmonale Dysplasie bezeichnet eine chronische Lungenerkrankung, die vor allem sehr früh geborene Kinder betrifft, deren Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig ausgereift war sowie die aufgrund dieser Unreife eine intensive, über mehrere Wochen fortgeführte Beatmungs- sowie Sauerstoffbehandlung benötigten. Diese notwendige, jedoch für das noch unreife Lungengewebe belastende Behandlung kann gemeinsam mit der bereits bestehenden Unreife der Lunge zu einer dauerhaften Veränderung der Lungenstruktur mit einer verminderten Anzahl sowie Größe der Lungenbläschen führen. Die bronchopulmonale Dysplasie zählt zu den häufigsten chronischen Erkrankungen extrem früh geborener Kinder sowie erfordert eine langfristige, spezialisierte medizinische Betreuung, die sich häufig über die gesamte Kindheit erstreckt.
Veröffentlicht: 16. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die bronchopulmonale Dysplasie entsteht durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren bei sehr früh geborenen Kindern, wobei die grundlegende Unreife der Lunge zum Zeitpunkt der Geburt sowie die notwendige, jedoch für das unreife Lungengewebe belastende maschinelle Beatmung sowie Sauerstoffbehandlung die wichtigsten ursächlichen Faktoren darstellen. Eine vor oder nach der Geburt bestehende Infektion sowie ein offener Ductus arteriosus können die Entwicklung einer bronchopulmonalen Dysplasie zusätzlich begünstigen. Je früher ein Kind geboren wird sowie je länger die notwendige intensivmedizinische Atemunterstützung dauert, desto höher ist das Risiko für die Entwicklung dieser chronischen Lungenerkrankung.
Symptome
Die bronchopulmonale Dysplasie äußert sich durch eine über die übliche Zeit hinaus anhaltende Abhängigkeit von zusätzlichem Sauerstoff oder einer maschinellen Atemunterstützung sowie durch eine schnelle, angestrengte Atmung mit sichtbaren Einziehungen des Brustkorbs. Betroffene Kinder zeigen häufig eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen der Atemwege, die bei ihnen deutlich schwerer verlaufen können als bei Kindern ohne diese Erkrankung. Eine unzureichende Gewichtszunahme durch den erhöhten Energiebedarf der erschwerten Atmung sowie eine allgemein verlangsamte körperliche Entwicklung können die Erkrankung zusätzlich begleiten.
Diagnostik
Die Diagnose der bronchopulmonalen Dysplasie wird anhand des klinischen Verlaufs gestellt, wobei eine über einen bestimmten, standardisiert festgelegten Zeitraum nach der Geburt hinaus fortbestehende Notwendigkeit einer zusätzlichen Sauerstoffgabe oder Atemunterstützung das entscheidende diagnostische Kriterium darstellt. Eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme des Brustkorbs zeigt charakteristische strukturelle Veränderungen des Lungengewebes. Eine Lungenfunktionsprüfung kann im späteren Kindesalter, sofern durchführbar, das Ausmaß der bleibenden funktionellen Einschränkung der Lunge zusätzlich einschätzen.
Behandlung
Die Behandlung der bronchopulmonalen Dysplasie besteht in einer schrittweisen, vorsichtigen Entwöhnung von der zusätzlichen Sauerstoffgabe sowie der maschinellen Atemunterstützung, sobald der klinische Zustand des Kindes dies zulässt, sowie einer gezielten, kalorienreichen Ernährung zur Unterstützung des Wachstums sowie der Lungenheilung. Bei ausgeprägten Beschwerden können bronchienerweiternde sowie entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden. Eine konsequente Vorbeugung von Atemwegsinfektionen, einschließlich einer gezielten Impfung gegen das Respiratorische Synzytial-Virus bei Hochrisikokindern, ist für den weiteren Krankheitsverlauf von erheblicher Bedeutung.
Verlauf und Prognose
Die Prognose der bronchopulmonalen Dysplasie hängt maßgeblich vom Ausmaß der ursprünglichen Frühgeburtlichkeit sowie der Dauer sowie Intensität der notwendigen Atemunterstützung ab, wobei sich die Lungenfunktion bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Kinder im Laufe der Kindheit deutlich verbessert, da neues, gesundes Lungengewebe nachwächst. Ein Teil der Betroffenen behält jedoch eine bleibende, wenn auch häufig geringfügige Einschränkung der Lungenfunktion sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Atemwegserkrankungen bis ins Erwachsenenalter zurück. Eine langfristige, spezialisierte pneumologische sowie entwicklungsneurologische Nachsorge wird für alle Kinder mit bronchopulmonaler Dysplasie dringend empfohlen.
Weiterführende Informationen der Organisation
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Häufige Fragen
Wer ist von der bronchopulmonalen Dysplasie betroffen?
Vor allem sehr früh geborene Kinder mit unreifer Lunge.
Wodurch entsteht die Erkrankung?
Durch die Unreife der Lunge sowie die für das Überleben notwendige, jedoch belastende Beatmungs- und Sauerstoffbehandlung.
Wie verändert sich die Lungenfunktion im Laufe der Kindheit meist?
Sie verbessert sich bei der überwiegenden Mehrheit deutlich, da neues Lungengewebe nachwächst.
Was ist eine wichtige vorbeugende Maßnahme?
Die konsequente Vorbeugung von Atemwegsinfektionen, einschließlich einer gezielten RSV-Impfung bei Hochrisikokindern.
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