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Kinder & Jugendliche

Atemnotsyndrom des Neugeborenen

Das Atemnotsyndrom des Neugeborenen, im englischen Sprachraum als Respiratory Distress Syndrome bezeichnet, ist eine vor allem bei Frühgeborenen auftretende Atemstörung, die durch einen Mangel an Surfactant entsteht, jenem oberflächenaktiven Stoff, der normalerweise die kleinen Lungenbläschen von innen auskleidet sowie deren Zusammenfallen bei der Ausatmung verhindert. Da die körpereigene Produktion dieses lebenswichtigen Stoffes erst im letzten Schwangerschaftsdrittel ausreichend einsetzt, sind besonders früh geborene Kinder von einem relevanten Surfactant-Mangel betroffen, wodurch sich ihre Lungenbläschen bei jeder Ausatmung teilweise oder vollständig zusammenziehen, was eine erhebliche, zunehmende Atemarbeit sowie einen fortschreitenden Sauerstoffmangel zur Folge hat. Das Atemnotsyndrom zählt zu den häufigsten sowie bedeutsamsten Erkrankungen Frühgeborener, ist jedoch durch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Kinder gut beherrschbar.

Ursachen

Das Atemnotsyndrom des Neugeborenen entsteht durch einen Mangel an Surfactant, der bei Frühgeborenen aufgrund der noch unzureichend ausgereiften, körpereigenen Produktion dieses Stoffes in den letzten Schwangerschaftswochen auftritt, wobei das Risiko mit zunehmender Frühgeburtlichkeit deutlich ansteigt. Ein mütterlicher Diabetes mellitus sowie eine Entbindung mittels geplantem Kaiserschnitt ohne vorausgegangene Wehentätigkeit können das Risiko für ein Atemnotsyndrom auch bei nahezu termingerecht geborenen Kindern zusätzlich erhöhen. Eine vor der Geburt verabreichte, gezielte Hormonbehandlung der Mutter kann die Reifung der kindlichen Surfactant-Produktion beschleunigen sowie das Risiko für ein Atemnotsyndrom bei einer drohenden Frühgeburt deutlich vermindern.

Symptome

Das Atemnotsyndrom des Neugeborenen äußert sich durch eine bereits kurz nach der Geburt einsetzende, zunehmende Atemnot mit einer schnellen Atemfrequenz, sichtbaren Einziehungen des Brustkorbs sowie einem charakteristischen, stöhnenden Ausatemgeräusch, mit dem das betroffene Kind versucht, die Lungenbläschen durch einen erhöhten Druck offenzuhalten. Eine bläuliche Verfärbung der Haut durch den fortschreitenden Sauerstoffmangel entwickelt sich ohne rechtzeitige Behandlung zunehmend. Die Beschwerden verschlechtern sich typischerweise innerhalb der ersten 24 bis 48 Lebensstunden, bevor sich der Zustand bei erfolgreicher Behandlung allmählich bessert.

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Diagnostik

Die Diagnose des Atemnotsyndroms des Neugeborenen wird anhand der charakteristischen klinischen Symptomatik in Kombination mit einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs gestellt, die ein typisches, feingranuläres Verteilungsmuster des Lungengewebes zeigt. Eine Blutgasanalyse erfasst das Ausmaß des bestehenden Sauerstoffmangels sowie einer möglichen begleitenden Störung des Säure-Basen-Haushalts. Bei einer drohenden Frühgeburt kann vor der Geburt eine Untersuchung des Fruchtwassers auf den Reifegrad der kindlichen Lunge zusätzliche, für die Geburtsplanung wichtige Informationen liefern.

Behandlung

Die Behandlung des Atemnotsyndroms des Neugeborenen besteht in einer gezielten, über einen Atemschlauch direkt in die Lunge verabreichten Ersatzbehandlung mit künstlichem Surfactant, die den fehlenden körpereigenen Stoff ersetzt sowie die Lungenbläschen rasch stabilisieren kann. Eine unterstützende Atemhilfe, die je nach Schweregrad von einer einfachen, über die Nase verabreichten Druckunterstützung bis zu einer vollständigen maschinellen Beatmung reichen kann, wird begleitend eingesetzt. Eine vor der Geburt bei drohender Frühgeburt verabreichte, gezielte Hormonbehandlung der Mutter kann die Schwere des Atemnotsyndroms nach der Geburt zusätzlich deutlich vermindern.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Atemnotsyndroms des Neugeborenen ist durch die heutigen Möglichkeiten der Surfactant-Ersatzbehandlung sowie der modernen Atemunterstützung bei der überwiegenden Mehrheit der betroffenen Kinder gut, wobei sich die Lungenfunktion innerhalb weniger Tage bis Wochen deutlich verbessert. Bei extrem früh geborenen Kindern mit einer besonders ausgeprägten Unreife der Lunge kann sich das Atemnotsyndrom in eine chronische, als bronchopulmonale Dysplasie bezeichnete Lungenerkrankung weiterentwickeln, die eine deutlich längere intensivmedizinische Betreuung erfordert. Eine vorausschauende, bereits vor der Geburt eingeleitete Behandlung bei drohender Frühgeburt verbessert die Prognose betroffener Kinder erheblich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Was fehlt beim Atemnotsyndrom des Neugeborenen?

Surfactant, ein oberflächenaktiver Stoff, der die Lungenbläschen bei der Ausatmung offenhält.

Wer ist besonders betroffen?

Frühgeborene, da die körpereigene Surfactant-Produktion erst im letzten Schwangerschaftsdrittel ausreichend einsetzt.

Wie wird die Erkrankung behandelt?

Durch eine gezielte Surfactant-Ersatzbehandlung sowie eine unterstützende Atemhilfe.

Was kann das Risiko bei drohender Frühgeburt vermindern?

Eine vor der Geburt verabreichte, gezielte Hormonbehandlung der Mutter, die die Lungenreifung beschleunigt.

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