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Nervensystem & Gehirn

Hemiparese und Hemiplegie

Die Hemiparese bezeichnet eine unvollständige, die Hemiplegie eine vollständige Lähmung einer Körperhälfte, die durch eine Schädigung bestimmter Bereiche des Gehirns entsteht. Da die Nervenbahnen für die Bewegungssteuerung im Gehirn zur gegenüberliegenden Körperseite kreuzen, tritt die Lähmung typischerweise auf der dem geschädigten Hirnbereich entgegengesetzten Körperseite auf.

Ursachen

Die häufigste Ursache ist ein Schlaganfall, bei dem eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung einen Teil des für die Bewegungssteuerung zuständigen Gehirngewebes schädigt. Weitere Ursachen sind ein Hirntumor, eine Kopfverletzung, eine Hirnhautentzündung mit Beteiligung des Gehirns sowie, bei Kindern, eine bereits während oder kurz nach der Geburt eingetretene Hirnschädigung.

Symptome

Betroffene bemerken eine plötzliche oder, je nach Ursache, allmählich zunehmende Schwäche oder vollständige Lähmung von Arm und Bein einer Körperseite, häufig begleitet von einer herabhängenden Gesichtshälfte auf derselben Seite. Zusätzlich können Sprachstörungen, ein verändertes Empfindungsvermögen sowie Gleichgewichtsprobleme auftreten, je nachdem, welche Hirnregion genau betroffen ist.

Diagnostik

Eine neurologische Untersuchung erfasst Ausmaß und Verteilungsmuster der Lähmung. Eine Magnetresonanztomografie oder Computertomografie des Gehirns zeigt die zugrunde liegende Schädigung, etwa einen Schlaganfall oder einen Tumor, und ist entscheidend für die weitere Behandlungsplanung.

Behandlung

Bei einem akuten Schlaganfall als Ursache ist eine sofortige Behandlung innerhalb weniger Stunden entscheidend, um das Ausmaß der bleibenden Schädigung zu begrenzen. Im weiteren Verlauf steht eine intensive Rehabilitation mit Physiotherapie, Ergotherapie und, bei Sprachstörungen, Logopädie im Vordergrund, um die verbliebene Funktion zu fördern und Anpassungsstrategien zu erlernen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache sowie dem Ausmaß der Hirnschädigung ab. Bei einem Schlaganfall bessert sich die Lähmung bei einem Teil der Betroffenen durch die Anpassungsfähigkeit des Gehirns und intensive Rehabilitation innerhalb der ersten Monate deutlich, wobei nicht immer eine vollständige Erholung erreicht wird. Eine frühzeitig begonnene, konsequente Rehabilitation verbessert die langfristigen Aussichten erheblich.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum tritt die Lähmung auf der gegenüberliegenden Körperseite auf?

Weil die für die Bewegungssteuerung zuständigen Nervenbahnen im Gehirn zur gegenüberliegenden Körperseite kreuzen, sodass eine Schädigung einer Hirnhälfte die entgegengesetzte Körperseite betrifft.

Was ist die häufigste Ursache?

Ein Schlaganfall, bei dem eine Durchblutungsstörung oder eine Blutung das für die Bewegungssteuerung zuständige Hirngewebe schädigt.

Warum ist schnelles Handeln bei einem Schlaganfall so wichtig?

Weil eine sofortige Behandlung innerhalb weniger Stunden das Ausmaß der bleibenden Hirnschädigung und damit der Lähmung deutlich begrenzen kann.

Kann sich die Lähmung wieder vollständig zurückbilden?

Bei einem Teil der Betroffenen bessert sich die Lähmung durch die Anpassungsfähigkeit des Gehirns und Rehabilitation deutlich, eine vollständige Erholung wird jedoch nicht immer erreicht.

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