Glaukom (sekundär) nach Verletzung des Auges
Ein sekundäres Glaukom nach Verletzung des Auges bezeichnet eine Erhöhung des Augeninnendrucks, die als direkte Folge einer zurückliegenden Augenverletzung entsteht. Im Unterschied zum primären Glaukom, dessen Ursache nicht auf ein einzelnes, vorausgegangenes Ereignis zurückzuführen ist, lässt sich diese Form eindeutig auf eine strukturelle Schädigung des Auges im Rahmen einer vorausgegangenen Verletzung zurückführen. Die Erhöhung des Augeninnendrucks entsteht dabei meist dadurch, dass der natürliche Abflussweg des im Augeninneren gebildeten Kammerwassers durch die Verletzungsfolgen behindert wird, sei es unmittelbar nach dem Unfallereignis oder, in manchen Fällen, erst mit einer deutlichen zeitlichen Verzögerung.
Ursachen
Ein sekundäres Glaukom nach Verletzung des Auges kann durch verschiedene Verletzungsmechanismen entstehen. Bei einer stumpfen Gewalteinwirkung auf das Auge kann es im Bereich des sogenannten Kammerwinkels, an dem das Kammerwasser normalerweise abfließt, zu strukturellen Verletzungen kommen, die den Abfluss unmittelbar oder mit Verzögerung durch nachfolgende narbige Vernarbung behindern. Auch eine Einblutung in das Augeninnere nach einer Verletzung kann den Kammerwasserabfluss vorübergehend oder dauerhaft blockieren. Bei durchdringenden Verletzungen können zudem entzündliche Reaktionen sowie Verwachsungen im Bereich des Kammerwinkels zu einer langfristigen Abflussstörung führen.
Symptome
Die Symptomatik eines sekundären Glaukoms nach Verletzung des Auges hängt von der Geschwindigkeit des Druckanstiegs ab. Bei einem plötzlichen, ausgeprägten Anstieg des Augeninnendrucks können Betroffene über starke Augenschmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung sowie gelegentlich begleitende Kopfschmerzen und Übelkeit berichten. Entwickelt sich der erhöhte Augeninnendruck hingegen langsam und schleichend, wie es nach manchen Verletzungen mit deutlicher zeitlicher Verzögerung der Fall sein kann, bleibt die Erkrankung über lange Zeit unbemerkt, da eine allmähliche Druckerhöhung zunächst keine deutlichen Beschwerden verursacht, während sie dennoch fortschreitend den Sehnerv schädigt.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine augenärztliche Messung des Augeninnendrucks sowie eine detaillierte Untersuchung des Kammerwinkels, um die durch die vorausgegangene Verletzung verursachten strukturellen Veränderungen zu erfassen. Eine sorgfältige Anamnese zu vorausgegangenen Augenverletzungen, auch wenn diese bereits Jahre zurückliegen, ist wichtiger Bestandteil der Abklärung, da sich ein verletzungsbedingtes Glaukom mitunter erst mit deutlicher Verzögerung entwickelt. Eine Untersuchung des Sehnervs sowie eine Gesichtsfelduntersuchung geben Aufschluss darüber, ob durch den erhöhten Druck bereits eine Schädigung eingetreten ist.
Behandlung
Die Behandlung des sekundären Glaukoms nach Verletzung des Auges erfolgt zunächst medikamentös mittels drucksenkender Augentropfen, um den Augeninnendruck auf ein für den Sehnerv unschädliches Niveau zu senken. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus oder liegt eine ausgeprägte strukturelle Verlegung des Kammerwinkels vor, kann ein operativer Eingriff notwendig werden, bei dem ein neuer Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen wird. Die Wahl des operativen Verfahrens richtet sich nach der genauen Art und Lokalisation der durch die Verletzung verursachten strukturellen Veränderung.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose des sekundären Glaukoms nach Verletzung des Auges hängen wesentlich vom Ausmaß der strukturellen Schädigung sowie vom Zeitpunkt der Erkennung ab. Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter drucksenkender Behandlung lässt sich eine weitere Schädigung des Sehnervs in den meisten Fällen erfolgreich verhindern. Da sich diese Form des Glaukoms mitunter erst Jahre nach der ursprünglichen Verletzung entwickelt, ist eine langfristige augenärztliche Nachsorge nach schwereren Augenverletzungen besonders wichtig, um einen schleichenden Druckanstieg frühzeitig zu erkennen, bevor eine bleibende Schädigung des Sehnervs eintritt.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Glaukom (Grüner Star): Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum kann sich diese Form des Glaukoms erst Jahre nach der Verletzung entwickeln?
Narbige Veränderungen im Bereich des Kammerwinkels, die den Kammerwasserabfluss behindern, können sich schleichend über lange Zeit nach der ursprünglichen Verletzung entwickeln.
Ist ein plötzlicher Druckanstieg immer schmerzhaft?
Ein plötzlicher, ausgeprägter Anstieg verursacht meist starke Schmerzen, während sich ein langsamer, schleichender Druckanstieg lange unbemerkt entwickeln kann.
Warum ist eine langfristige Nachsorge nach Augenverletzungen wichtig?
Weil sich ein verletzungsbedingtes Glaukom mitunter erst mit deutlicher Verzögerung entwickelt und ohne regelmäßige Kontrollen unbemerkt fortschreiten kann.
Wie wird diese Form des Glaukoms behandelt?
Zunächst medikamentös mit drucksenkenden Augentropfen, bei unzureichender Wirkung oder ausgeprägter struktureller Schädigung kann ein operativer Eingriff notwendig werden.
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