Glaukom (sekundär) nach Entzündung des Auges
Ein sekundäres Glaukom nach Entzündung des Auges bezeichnet eine Erhöhung des Augeninnendrucks, die als Folge einer bestehenden oder zurückliegenden entzündlichen Erkrankung im Augeninneren entsteht. Entzündungen im Auge können auf verschiedene Weise den natürlichen Abfluss des Kammerwassers beeinträchtigen, etwa durch entzündliche Zellen und Eiweißablagerungen, die den feinen Abflussweg im Kammerwinkel verlegen, oder durch narbige Verwachsungen, die sich im Rahmen einer chronischen oder wiederkehrenden Entzündung bilden können. Diese Form des Glaukoms ist eng mit der zugrunde liegenden entzündlichen Grunderkrankung verknüpft und erfordert daher stets eine gemeinsame Betrachtung beider Krankheitsbilder.
Ursachen
Ein sekundäres Glaukom nach Entzündung des Auges entsteht meist im Rahmen einer chronischen oder wiederkehrenden Entzündung der mittleren Augenhaut, bei der Entzündungszellen und Eiweißablagerungen den Kammerwasserabfluss im Bereich des Kammerwinkels mechanisch behindern. Bei länger anhaltenden oder häufig wiederkehrenden Entzündungsschüben können sich zudem narbige Verklebungen zwischen der Regenbogenhaut und benachbarten Augenstrukturen bilden, die den Abfluss zusätzlich und mitunter dauerhaft erschweren. Auch eine im Rahmen der Entzündungsbehandlung notwendige, längerfristige Anwendung bestimmter Kortisonpräparate kann bei manchen Personen zusätzlich zu einer Erhöhung des Augeninnendrucks beitragen.
Symptome
Die Symptomatik eines sekundären Glaukoms nach Entzündung des Auges kann sich mit den ohnehin bestehenden Beschwerden der zugrunde liegenden Entzündung überschneiden, was die Erkennung erschweren kann. Bei einem raschen Anstieg des Augeninnendrucks berichten Betroffene über zusätzliche, verstärkte Augenschmerzen sowie eine weitere Verschlechterung des ohnehin bereits beeinträchtigten Sehvermögens. Bei einem eher schleichenden Druckanstieg im Rahmen einer chronischen Entzündung bleiben zusätzliche Beschwerden hingegen häufig zunächst aus, obwohl der erhöhte Druck bereits eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs verursachen kann.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt durch eine regelmäßige augenärztliche Messung des Augeninnendrucks bei allen Personen mit einer entzündlichen Augenerkrankung, da sich ein sekundäres Glaukom in dieser Situation auch ohne zusätzliche, deutlich wahrnehmbare Beschwerden entwickeln kann. Eine Untersuchung des Kammerwinkels gibt Aufschluss darüber, ob und in welchem Ausmaß entzündliche Ablagerungen oder narbige Verwachsungen den Kammerwasserabfluss behindern. Eine Untersuchung des Sehnervs sowie eine Gesichtsfelduntersuchung sind wichtig, um eine bereits eingetretene, druckbedingte Schädigung frühzeitig zu erfassen.
Behandlung
Die Behandlung dieser Form des Glaukoms erfordert eine gleichzeitige Berücksichtigung sowohl der Drucksenkung als auch der Kontrolle der zugrunde liegenden Entzündung, da beide Aspekte eng miteinander verknüpft sind. Die medikamentöse Drucksenkung erfolgt mittels drucksenkender Augentropfen, wobei bestimmte Wirkstoffgruppen bei entzündeten Augen bevorzugt oder gemieden werden, je nach ihrem Einfluss auf die Entzündungsaktivität. Parallel dazu wird die zugrunde liegende Entzündung gezielt entzündungshemmend behandelt, um weiteren Schäden am Kammerwinkel vorzubeugen. Bei unzureichendem Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung kann ein operativer Eingriff zur Schaffung eines neuen Abflussweges notwendig werden.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf und die Prognose des sekundären Glaukoms nach Entzündung des Auges hängen wesentlich davon ab, wie gut sich sowohl die Entzündung als auch der erhöhte Augeninnendruck kontrollieren lassen. Bei gut behandelbarer Grunderkrankung mit seltenen Entzündungsschüben ist die Prognose meist günstig. Bei häufig wiederkehrenden oder chronisch aktiven Entzündungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine fortschreitende, bleibende Schädigung des Sehnervs, weshalb eine besonders engmaschige augenärztliche Kontrolle bei allen Personen mit einer entzündlichen Augenerkrankung von großer Bedeutung ist.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Glaukom (Grüner Star): Ursachen, Diagnostik, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum entwickelt sich diese Form des Glaukoms bei Augenentzündungen?
Entzündliche Zellen, Eiweißablagerungen oder narbige Verwachsungen können den Kammerwasserabfluss im Bereich des Kammerwinkels mechanisch behindern.
Warum wird der Augeninnendruck bei entzündlichen Augenerkrankungen regelmäßig kontrolliert?
Weil sich ein sekundäres Glaukom auch ohne zusätzliche, deutlich wahrnehmbare Beschwerden entwickeln kann und ohne Kontrolle unbemerkt fortschreiten würde.
Können auch Medikamente zur Entzündungsbehandlung den Druck erhöhen?
Ja, eine längerfristige Anwendung bestimmter Kortisonpräparate im Rahmen der Entzündungsbehandlung kann bei manchen Personen zusätzlich zu einer Druckerhöhung beitragen.
Wie wird diese Form des Glaukoms behandelt?
Durch eine gleichzeitige, aufeinander abgestimmte Behandlung sowohl des erhöhten Augeninnendrucks mit Augentropfen als auch der zugrunde liegenden Entzündung.
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