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Augen & Sehkraft

Glaukom (sekundär) nach Arzneimittelverabreichung

Ein sekundäres Glaukom nach Arzneimittelverabreichung bezeichnet eine Erhöhung des Augeninnendrucks, die als unerwünschte Nebenwirkung der Anwendung bestimmter Medikamente auftritt. Am bekanntesten und häufigsten ist diese Form im Zusammenhang mit der längerfristigen Anwendung von Kortisonpräparaten, die auf unterschiedliche Weise verabreicht werden können, sei es als Augentropfen, als Tablette, als Injektion oder als Creme. Bei einem Teil der Bevölkerung führt eine solche Kortisonbehandlung zu einer veränderten Reaktion der für den Kammerwasserabfluss zuständigen Zellen, wodurch der Abfluss zunehmend erschwert und der Augeninnendruck in der Folge ansteigt.

Ursachen

Die häufigste Ursache eines arzneimittelbedingten sekundären Glaukoms ist eine längerfristige Anwendung von Kortisonpräparaten, wobei kortisonhaltige Augentropfen aufgrund ihrer direkten Wirkung am Auge das höchste Risiko bergen, während systemisch angewendete Kortisonpräparate ein geringeres, aber ebenfalls vorhandenes Risiko aufweisen. Nicht jede Person reagiert in gleichem Ausmaß auf eine Kortisonbehandlung mit einer Drucksteigerung, es besteht jedoch eine erbliche Veranlagung, die manche Menschen deutlich empfindlicher für diese unerwünschte Wirkung macht. Seltener können auch andere Medikamentengruppen, die auf das vegetative Nervensystem einwirken, zu einer Beeinflussung des Augeninnendrucks beitragen.

Symptome

Ein arzneimittelbedingtes sekundäres Glaukom verläuft in den meisten Fällen zunächst ohne deutlich wahrnehmbare Beschwerden, da sich der Augeninnendruck bei dieser Form typischerweise langsam und schleichend im Verlauf der Behandlung erhöht. Erst bei einem bereits deutlich erhöhten Druck oder einer bereits fortgeschrittenen Schädigung des Sehnervs können Betroffene eine Einschränkung des Gesichtsfelds bemerken, die sich zunächst im äußeren Bereich des Sehfelds zeigt und leicht übersehen werden kann, bevor sie sich schließlich auf die zentrale Sehschärfe auswirkt.

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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt durch eine regelmäßige Kontrolle des Augeninnendrucks bei allen Personen, die über einen längeren Zeitraum Kortisonpräparate anwenden, insbesondere bei einer bereits bekannten familiären Veranlagung für diese Form der Drucksteigerung. Eine sorgfältige Erfassung der Medikamentenanamnese, einschließlich der genauen Art, Dosierung und Anwendungsdauer des verwendeten Präparats, ist wichtiger Bestandteil der Abklärung. Bei Nachweis eines erhöhten Augeninnendrucks werden zusätzlich der Sehnerv sowie das Gesichtsfeld untersucht, um eine mögliche bereits eingetretene Schädigung zu erfassen.

Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei einem arzneimittelbedingten sekundären Glaukom ist, wann immer medizinisch vertretbar, das auslösende Medikament abzusetzen oder auf ein Präparat mit geringerem Risiko für diese Nebenwirkung umzustellen, wonach sich der Augeninnendruck bei vielen Betroffenen innerhalb einiger Wochen wieder normalisiert. Ist ein Absetzen des Medikaments aufgrund der zugrunde liegenden Erkrankung, für die es verordnet wurde, nicht möglich, erfolgt eine zusätzliche medikamentöse Drucksenkung mittels drucksenkender Augentropfen. Bei anhaltend erhöhtem Druck trotz dieser Maßnahmen kann in seltenen Fällen ein operativer Eingriff notwendig werden.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des arzneimittelbedingten sekundären Glaukoms ist bei rechtzeitiger Erkennung meist gut, insbesondere wenn das auslösende Medikament abgesetzt oder reduziert werden kann und sich der Augeninnendruck daraufhin normalisiert. Wird die Drucksteigerung jedoch über längere Zeit nicht erkannt, etwa weil regelmäßige Kontrollen während der Behandlung ausbleiben, kann bereits eine bleibende Schädigung des Sehnervs eingetreten sein, bevor die Erkrankung auffällt. Aus diesem Grund sind regelmäßige augenärztliche Kontrollen des Augeninnendrucks bei jeder längerfristigen Kortisonbehandlung von großer Bedeutung, besonders bei bekannter familiärer Veranlagung.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Welches Medikament ist die häufigste Ursache?

Eine längerfristige Anwendung von Kortisonpräparaten, insbesondere kortisonhaltige Augentropfen, ist die häufigste Ursache für diese Form des Glaukoms.

Reagiert jeder Mensch gleich empfindlich auf Kortison?

Nein, es besteht eine erbliche Veranlagung, die manche Menschen deutlich empfindlicher für eine kortisonbedingte Drucksteigerung macht als andere.

Warum wird diese Form des Glaukoms manchmal spät erkannt?

Der Augeninnendruck erhöht sich typischerweise langsam und schleichend ohne deutlich wahrnehmbare Beschwerden, weshalb regelmäßige Kontrollen während einer Kortisonbehandlung wichtig sind.

Was ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme?

Wann immer medizinisch vertretbar, das auslösende Medikament abzusetzen oder auf ein risikoärmeres Präparat umzustellen.

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