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Verletzungen des Bewegungsapparats

Fraktur des Os scaphoideum (Kahnbeinfraktur)

Die Fraktur des Os scaphoideum, im Deutschen als Kahnbeinfraktur bezeichnet, betrifft das Kahnbein, einen der acht kleinen Handwurzelknochen, der eine zentrale Rolle für die Stabilität sowie Beweglichkeit des Handgelenks einnimmt sowie unter allen Handwurzelknochen am häufigsten von einer Fraktur betroffen ist. Die Kahnbeinfraktur entsteht typischerweise durch einen Sturz auf die ausgestreckte, nach hinten überstreckte Hand sowie wird aufgrund ihrer oft nur gering ausgeprägten sowie unspezifischen Beschwerdesymptomatik häufig zunächst als einfache Verstauchung des Handgelenks fehlgedeutet, was eine verzögerte Diagnosestellung sowie Behandlung zur Folge haben kann. Da das Kahnbein über eine anatomisch besonders empfindliche, nur eingeschränkte Blutversorgung verfügt, besteht bei ausbleibender oder verzögerter Behandlung ein erhebliches Risiko für eine bleibende Störung der Knochenheilung mit nachfolgenden, langfristigen Funktionseinschränkungen des Handgelenks.

Ursachen

Die Kahnbeinfraktur entsteht am häufigsten durch einen Sturz auf die ausgestreckte, im Handgelenk nach hinten überstreckte Hand, wobei die dabei einwirkende Kraft über die Handfläche auf das in dieser Position besonders exponierte Kahnbein übertragen wird. Diese Verletzung tritt besonders häufig bei jungen, sportlich aktiven Menschen auf, etwa bei einem Sturz beim Skateboarden, Inlineskaten oder bei bestimmten Ballsportarten, sowie bei älteren Menschen im Rahmen eines alltäglichen Sturzes. Eine ungenügende Schutzausrüstung sowie eine unzureichende Sturzabfangtechnik erhöhen das Risiko für die Entstehung dieser Verletzung zusätzlich.

Symptome

Die Kahnbeinfraktur äußert sich durch einen Schmerz sowie eine Schwellung im Bereich der daumenseitigen Handwurzel, die im Vergleich zu anderen Handgelenksfrakturen häufig nur gering ausgeprägt sind, sodass die Verletzung von den Betroffenen selbst sowie mitunter auch bei der ersten ärztlichen Einschätzung zunächst als harmlose Verstauchung fehlgedeutet werden kann. Ein charakteristischer Druckschmerz in der sogenannten Tabatière, einer kleinen, dreieckigen Vertiefung an der daumenseitigen Seite des Handgelenks, die beim Abspreizen des Daumens sichtbar wird, stellt ein wichtiges klinisches Hinweiszeichen auf eine mögliche Kahnbeinfraktur dar. Die Beweglichkeit des Handgelenks ist bei den meisten Betroffenen nur mäßig eingeschränkt, was die Diagnosestellung zusätzlich erschweren kann.

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Diagnostik

Die Diagnose der Kahnbeinfraktur wird durch eine Bildgebung mittels Röntgenaufnahme in speziellen, gezielt auf das Kahnbein ausgerichteten Aufnahmerichtungen gestellt, wobei ein frischer Bruch auf der ersten Röntgenaufnahme bei einem erheblichen Teil der Betroffenen zunächst nicht sicher sichtbar ist sowie erst nach einigen Tagen bis Wochen im Rahmen des beginnenden Knochenabbaus an der Bruchstelle deutlicher erkennbar wird. Bei anhaltendem klinischem Verdacht trotz unauffälliger erster Röntgenaufnahme wird eine Magnetresonanztomografie empfohlen, die einen frischen Bruch bereits innerhalb der ersten Tage nach der Verletzung zuverlässig nachweisen kann. Angesichts des Risikos einer verzögerten Diagnosestellung wird bei entsprechendem Verdacht auch ohne eindeutigen Röntgenbefund häufig bereits eine vorläufige Ruhigstellung des Handgelenks empfohlen.

Behandlung

Die Behandlung der Kahnbeinfraktur richtet sich nach der genauen Lage des Bruchs innerhalb des Kahnbeins sowie dem Ausmaß einer möglichen Verschiebung der Bruchstücke, wobei ein nicht verschobener Bruch im mittleren Abschnitt des Kahnbeins bei vielen Betroffenen durch eine konsequente, mehrwöchige Ruhigstellung des Handgelenks in einem speziellen Gipsverband erfolgreich zur Ausheilung gebracht werden kann. Bei einem verschobenen Bruch, einem Bruch im besonders durchblutungsgefährdeten Kahnbeinpol oder bei besonderen funktionellen Anforderungen, etwa bei sportlich sehr aktiven Menschen, wird häufig eine operative Stabilisierung mittels einer kleinen, in das Kahnbein eingebrachten Schraube empfohlen, die eine raschere sowie zuverlässigere Knochenheilung ermöglicht.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Kahnbeinfraktur ist bei rechtzeitiger Diagnosestellung sowie konsequent durchgeführter Behandlung insgesamt gut, wobei die überwiegende Mehrheit der nicht verschobenen Brüche unter konsequenter Ruhigstellung erfolgreich ausheilt. Bei verzögerter oder ausbleibender Diagnosestellung sowie Behandlung besteht angesichts der eingeschränkten Blutversorgung des Kahnbeins jedoch ein erhebliches Risiko für eine ausbleibende Knochenheilung, die im weiteren Verlauf zu einer bleibenden Funktionseinschränkung des Handgelenks sowie einer vorzeitigen Gelenkarthrose führen kann. Eine solche Heilungsstörung erfordert häufig eine aufwendigere operative Behandlung mit deutlich geringeren Erfolgsaussichten als eine rechtzeitig behandelte, frische Fraktur, weshalb eine frühzeitige, sorgfältige Abklärung jedes Verdachts auf eine Kahnbeinfraktur von entscheidender Bedeutung ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wodurch entsteht die Kahnbeinfraktur meist?

Durch einen Sturz auf die ausgestreckte, nach hinten überstreckte Hand.

Warum wird die Verletzung häufig zunächst übersehen?

Weil die Beschwerden im Vergleich zu anderen Handgelenksfrakturen oft nur gering ausgeprägt sind.

Welches klinische Zeichen weist auf eine Kahnbeinfraktur hin?

Ein charakteristischer Druckschmerz in der sogenannten Tabatière an der daumenseitigen Seite des Handgelenks.

Warum ist eine rechtzeitige Behandlung so wichtig?

Weil das Kahnbein eine eingeschränkte Blutversorgung besitzt und bei verzögerter Behandlung ein hohes Risiko für eine ausbleibende Knochenheilung besteht.

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