Fleckfieber
Das Fleckfieber ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Rickettsia prowazekii verursacht und durch Kleiderläuse übertragen wird. Die Erkrankung tritt gehäuft bei beengten, hygienisch schwierigen Lebensverhältnissen auf, etwa in Flüchtlingslagern oder nach Naturkatastrophen, und kann unbehandelt schwer und lebensbedrohlich verlaufen.
Veröffentlicht: 7. Sep. 2026 · Redaktion: Personal Paramedic e.K.
Ursachen
Die Übertragung erfolgt nicht durch den Biss der Laus selbst, sondern durch deren Kot, der beim Kratzen der juckenden Bissstelle in die Haut eingerieben wird oder über kleine Hautverletzungen und Schleimhäute in den Körper gelangt. Kleiderläuse verbreiten sich besonders leicht bei engem menschlichem Kontakt, mangelnder Körperhygiene und fehlender Möglichkeit zum Kleiderwechsel, wie es bei Naturkatastrophen, in Kriegsgebieten oder Flüchtlingslagern vorkommen kann.
Symptome
Nach einer Inkubationszeit von etwa ein bis zwei Wochen entwickeln sich plötzlich hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl. Nach wenigen Tagen zeigt sich ein charakteristischer, kleinfleckiger Hautausschlag, der sich vom Rumpf auf die Extremitäten ausbreitet. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Bewusstseinstrübung, Kreislaufversagen und einer Beteiligung mehrerer Organe fortschreiten.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich auf das charakteristische Beschwerdebild in Kombination mit einer plausiblen Expositionsgeschichte, etwa einem Aufenthalt unter beengten hygienischen Verhältnissen mit möglichem Läusebefall. Spezielle Antikörpertests im Blut können die Infektion bestätigen, wobei die Behandlung bei begründetem klinischem Verdacht bereits vor Erhalt des Testergebnisses begonnen wird, um keine wertvolle Zeit zu verlieren.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit einem Antibiotikum aus der Gruppe der Tetrazykline, das bei rechtzeitigem Beginn meist rasch zu einer deutlichen Besserung führt. Begleitend werden die Kleiderläuse durch geeignete Insektizide sowie durch das Waschen oder Entsorgen betroffener Kleidung bekämpft, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung in der betroffenen Gemeinschaft zu verhindern.
Verlauf und Prognose
Bei rechtzeitiger Antibiotikabehandlung ist die Prognose des Fleckfiebers gut, die meisten Betroffenen erholen sich vollständig. Unbehandelt kann die Erkrankung, insbesondere bei geschwächten oder unterernährten Personen, schwer verlaufen und in einem erheblichen Teil der Fälle tödlich enden. Eine konsequente Bekämpfung der übertragenden Läuse ist entscheidend, um Ausbrüche in gefährdeten Gemeinschaften einzudämmen.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Wie wird das Fleckfieber übertragen?
Nicht durch den Biss der Laus selbst, sondern durch deren Kot, der beim Kratzen in die Haut eingerieben wird oder über kleine Hautverletzungen in den Körper gelangt.
Warum tritt die Erkrankung gehäuft bei Katastrophen oder in Flüchtlingslagern auf?
Weil beengte Lebensverhältnisse, mangelnde Körperhygiene und fehlender Kleiderwechsel die Ausbreitung von Kleiderläusen begünstigen.
Wie wird das Fleckfieber behandelt?
Mit einem Antibiotikum aus der Gruppe der Tetrazykline, das bei rechtzeitigem Beginn meist rasch wirksam ist.
Ist Fleckfieber heute noch gefährlich?
Unbehandelt kann es weiterhin schwer und lebensbedrohlich verlaufen, mit rechtzeitiger Behandlung ist die Prognose jedoch gut.
Weiterlesen
Pappataci-Fieber (Sandmückenfieber)
Durch Sandmücken übertragene, meist milde Virusinfektion, die vor allem im Mittelmeerraum und Nahen Osten vorkommt.
Weiterlesen →Reisemedizin & TropenkrankheitenHämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom
Durch Hantaviren verursachte Erkrankung mit Fieber, Blutungsneigung und Nierenbeteiligung, die über Nagetiere übertragen wird.
Weiterlesen →Reisemedizin & TropenkrankheitenMukokutane Leishmaniose
Durch Sandmücken übertragene Parasitenerkrankung, die neben der Haut auch die Schleimhäute von Nase und Rachen zerstörend befallen kann.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.