Feindseligkeit
Feindseligkeit beschreibt eine anhaltend ablehnende, misstrauische oder gereizte Haltung gegenüber anderen Menschen. Sie kann sich in Worten oder Verhalten äußern. Als Symptom ist sie kein Charakterurteil, sondern ein Hinweis auf Belastung, Angst oder Erkrankung, die ärztlich abgeklärt werden kann.
Ursachen
Ursachen sind Stress, Angst, Kränkung, Überforderung, Schmerzen und Erschöpfung. Psychische Erkrankungen wie Psychosen mit Verfolgungsgedanken, Depression, Persönlichkeitsstörungen und posttraumatische Belastung können beteiligt sein. Weitere Ursachen sind Demenz, Delir, Alkohol und Drogen, Medikamente und Hirnerkrankungen.
Symptome
Betroffene sind misstrauisch, abweisend, gereizt oder unfreundlich und deuten Handlungen anderer schnell als Angriff. Es kommt zu Streit, Rückzug und Konflikten. Bei starker Ausprägung treten Drohungen und Gewalt auf.
Diagnostik
Wichtig sind Gespräch, Vorgeschichte und Angaben von Angehörigen. Körperliche Untersuchung, Blutwerte, Medikamentenprüfung und bei Bedarf Bildgebung und psychiatrische Abklärung suchen Ursachen.
Behandlung
Behandelt wird die Ursache. Deeskalation, ruhige Ansprache und Sicherheit helfen im Akutfall. Psychotherapie, Training im Umgang mit Ärger und bei Bedarf Medikamente unterstützen langfristig. Bei drohender Gewalt Notruf 110 oder 112 wählen. Bei Gewalt in der Beziehung hilft das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116 016 und der Weiße Ring unter 116 006.
Verlauf und Prognose
Bei Behandlung der Ursache und Stressabbau bessert sich die Feindseligkeit oft deutlich. Unterstützung bieten Hausarztpraxis, Beratungsstellen und die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist Feindseligkeit ein Charakterfehler?
Nein, sie kann Zeichen von Belastung, Angst oder Erkrankung sein.
Wie reagiere ich im Akutfall?
Ruhig bleiben, Abstand halten, nicht provozieren und bei Gefahr den Notruf 110 oder 112 wählen.
Wo gibt es Hilfe bei Gewalt?
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 116 016, Weißer Ring 116 006, bei Gefahr Polizei 110.
Welche Behandlung gibt es?
Behandlung der Ursache, Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamente.
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