Erysipeloid (Schweinerotlauf beim Menschen)
Das Erysipeloid ist eine bakterielle Infektion der Haut, verursacht durch das Bakterium Erysipelothrix rhusiopathiae, das beim Tier die Schweinerotlaufkrankheit auslöst. Beim Menschen entsteht die Infektion meist durch kleine Verletzungen der Hand bei der Verarbeitung von rohem Fleisch, Fisch oder Geflügel und zählt in bestimmten Berufsgruppen zu den anerkannten Berufskrankheiten.
Ursachen
Das Bakterium kommt weltweit bei zahlreichen Tierarten vor, besonders bei Schweinen, aber auch bei Fischen, Geflügel und Schalentieren, und kann über kleine Haut- und Schleimhautverletzungen in den menschlichen Körper eindringen. Betroffen sind vor allem Menschen mit beruflichem Kontakt zu rohem Fleisch oder Fisch, etwa in Schlachthöfen, Fischereibetrieben, Metzgereien oder der Fischverarbeitung, weshalb die Erkrankung in Deutschland als Berufskrankheit anerkannt ist.
Symptome
Typisch ist eine scharf begrenzte, sich langsam ausbreitende, rötlich-violette, schmerzhafte Hautveränderung, meist an einem Finger oder der Hand an der Stelle einer vorausgegangenen kleinen Verletzung. Die Rötung breitet sich über Tage langsam nach außen aus, während sich die Mitte oft etwas abblasst. Begleitend können ein leichtes Brennen oder Jucken sowie eine Schwellung der betroffenen Region auftreten, ein ausgeprägtes Fieber ist bei der häufigeren, auf die Haut begrenzten Form eher selten.
Diagnostik
Die Diagnose wird meist anhand des charakteristischen Erscheinungsbilds und der beruflichen Vorgeschichte mit Kontakt zu rohem Fleisch oder Fisch gestellt. Zur Bestätigung kann eine Gewebeprobe aus dem Randbereich der Hautveränderung entnommen und im Labor auf das Bakterium untersucht werden, was insbesondere bei untypischem Verlauf oder zur Anerkennung als Berufskrankheit hilfreich sein kann.
Behandlung
Die Behandlung erfolgt mit gezielt wirksamen Antibiotika über etwa ein bis zwei Wochen, worunter die Hautveränderung meist rasch abheilt. Da das Bakterium gegen bestimmte, sonst häufig eingesetzte Antibiotika von Natur aus unempfindlich ist, ist die richtige Wirkstoffwahl wichtig. In seltenen Fällen kann sich die Infektion über die Haut hinaus ausbreiten und die angrenzenden Gelenke oder, sehr selten, das Herz befallen, was eine intensivere Behandlung erfordert.
Verlauf und Vorbeugung
Bei rechtzeitiger antibiotischer Behandlung heilt die häufigere, auf die Haut begrenzte Form innerhalb weniger Wochen folgenlos aus. Die selteneren, tieferen Verlaufsformen mit Gelenk- oder Herzbeteiligung erfordern eine längere, intensivere Behandlung. Zur Vorbeugung sollten Personen mit beruflichem Kontakt zu rohem Fleisch oder Fisch Schutzhandschuhe tragen und kleine Wunden konsequent versorgen, um ein Eindringen des Erregers zu vermeiden.
Quellen & weiterführende Stellen
- Robert Koch-Institut — Erysipeloid: RKI-Ratgeber
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum wird die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt?
Weil sie überwiegend Menschen mit beruflichem Kontakt zu rohem Fleisch oder Fisch betrifft, etwa in Schlachthöfen oder der Fischverarbeitung, und der Zusammenhang zwischen Tätigkeit und Erkrankung gut belegt ist.
Ist Erysipeloid dasselbe wie Wundrose (Erysipel)?
Nein, trotz ähnlichen Namens handelt es sich um unterschiedliche Erkrankungen mit unterschiedlichen Erregern; das Erysipeloid wird durch Erysipelothrix rhusiopathiae verursacht und entsteht typischerweise nach Kontakt mit rohem Fleisch oder Fisch.
Kann die Infektion auch tiefer ins Gewebe eindringen?
In seltenen Fällen ja, dann können Gelenke oder, sehr selten, das Herz befallen werden, was eine intensivere und längere Behandlung erfordert.
Wie kann man sich beim Umgang mit rohem Fleisch schützen?
Schutzhandschuhe tragen und kleine Schnitt- oder Stichverletzungen der Hände konsequent reinigen und versorgen, um ein Eindringen des Erregers zu verhindern.
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