Epidermolysis Bullosa
Die Epidermolysis bullosa ist eine Gruppe seltener, erblich bedingter Hauterkrankungen, bei denen die Verbindung zwischen den verschiedenen Hautschichten gestört ist. Schon geringste mechanische Belastung wie Reiben, Druck oder Wärme kann zur Ablösung der Haut und zur Bildung schmerzhafter Blasen führen, weshalb Betroffene umgangssprachlich manchmal als 'Schmetterlingskinder' bezeichnet werden. Die Erkrankung reicht in ihrer Ausprägung von milden, lokal begrenzten Formen bis zu schweren, das ganze Leben beeinträchtigenden Verläufen.
Ursachen
Ursächlich sind Veränderungen in Genen, die für Eiweiße zuständig sind, die die verschiedenen Hautschichten miteinander verankern. Je nachdem, in welcher Hautschicht die Verankerung gestört ist, unterscheidet man mehrere Hauptformen mit unterschiedlichem Schweregrad und Erbgang, von mild autosomal-dominant vererbten bis zu schwer verlaufenden, autosomal-rezessiv vererbten Formen. Die genaue Genveränderung bestimmt maßgeblich die Schwere des Krankheitsbilds.
Symptome
Kennzeichnend ist die Bildung von Blasen und Hautablösungen bereits bei geringer mechanischer Reibung oder Druck, häufig schon ab der Geburt. Bei milderen Formen sind vor allem Hände und Füße betroffen, bei schweren Formen kann sich die Blasenbildung über große Teile der Haut sowie auf Schleimhäute von Mund, Speiseröhre und Augen ausdehnen. Wiederholte Blasenbildung und Wundheilung können bei schweren Formen zu Vernarbungen, Verwachsungen der Finger und einem erhöhten Hautkrebsrisiko im Erwachsenenalter führen.
Diagnostik
Die Diagnose wird durch eine feingewebliche Untersuchung einer kleinen Hautprobe gestellt, die mit speziellen Färbetechniken die genaue Ebene der gestörten Hautverankerung zeigt. Eine genetische Untersuchung bestätigt die zugrunde liegende Genveränderung und ermöglicht eine genaue Einordnung in eine der Hauptformen, was für die Einschätzung des Schweregrads und die Beratung der Familie zum Vererbungsrisiko wichtig ist.
Behandlung
Eine ursächliche Heilung existiert bisher nicht. Die Behandlung konzentriert sich auf eine sorgfältige, spezialisierte Wundversorgung mit speziellen, nicht klebenden Verbandsmaterialien, die Vermeidung mechanischer Reibung im Alltag sowie die Behandlung von Schmerzen und Infektionen der offenen Hautstellen. Bei schweren Formen mit Beteiligung der Speiseröhre oder anderer Organe ist eine spezialisierte, interdisziplinäre Betreuung notwendig. Neue, gentherapeutische Ansätze befinden sich für einzelne Formen bereits in klinischer Erprobung oder erster Zulassung.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf hängt stark von der zugrunde liegenden Form ab: Mildere Formen erlauben oft ein weitgehend normales Leben mit angepasster Hautpflege, während schwere Formen mit ausgedehnter Haut- und Schleimhautbeteiligung die Lebensqualität erheblich einschränken und die Lebenserwartung verkürzen können. Eine frühzeitige Anbindung an ein spezialisiertes Zentrum verbessert die Versorgung und Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Familien deutlich.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Epidermolysis bullosa: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum werden Betroffene manchmal Schmetterlingskinder genannt?
Weil ihre Haut ähnlich verletzlich wie ein Schmetterlingsflügel auf Berührung reagiert und schon geringe mechanische Belastung zu Blasenbildung führt.
Ist die Erkrankung ansteckend?
Nein, es handelt sich um eine erblich bedingte, nicht übertragbare Erkrankung der Hautstruktur.
Gibt es eine Heilung?
Bisher nicht für die meisten Formen, erste gentherapeutische Ansätze befinden sich jedoch für einzelne Unterformen bereits in klinischer Erprobung oder Zulassung.
Können betroffene Kinder normal zur Schule gehen?
Bei milderen Formen oft ja, mit angepasster Rücksichtnahme auf mechanische Belastung; bei schweren Formen ist häufig eine besonders sorgfältige, individuell abgestimmte Betreuung notwendig.
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