Myositis (Muskelentzündung)
Die Myositis bezeichnet eine Entzündung der Skelettmuskulatur, die zu Muskelschwäche, Schmerzen und, je nach Ursache, weiteren Begleitbeschwerden führen kann. Man unterscheidet infektiöse Formen, die durch Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst werden, von den selteneren, aber chronisch verlaufenden autoimmunen Myositiden wie Polymyositis und Dermatomyositis, bei denen das körpereigene Immunsystem die Muskulatur angreift.
Ursachen
Virusinfektionen, insbesondere im Rahmen grippaler Infekte, sind eine häufige Ursache vorübergehender Muskelentzündungen, die meist von selbst ausheilen. Seltener verursachen Bakterien oder Parasiten eine Myositis. Bei den chronischen autoimmunen Formen greift das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die eigene Muskulatur an, wobei die genaue Ursache dieser Fehlsteuerung nicht vollständig geklärt ist. Auch bestimmte Medikamente, insbesondere manche Cholesterinsenker, können in seltenen Fällen eine Muskelentzündung auslösen.
Symptome
Kennzeichnend ist eine meist symmetrische, sich über Wochen entwickelnde Schwäche der körpernahen Muskulatur, etwa beim Treppensteigen, Aufstehen aus dem Sitzen oder Anheben der Arme über Kopfhöhe. Muskelschmerzen können, müssen aber nicht ausgeprägt sein. Bei der Dermatomyositis treten zusätzlich charakteristische Hautveränderungen wie eine violette Verfärbung der Augenlider oder gerötete Knötchen über den Fingergelenken auf. Bei viral bedingten Formen bestehen meist zusätzlich die Beschwerden des ursächlichen Infekts.
Diagnostik
Bluttests zeigen bei entzündlicher Muskelschädigung erhöhte muskelspezifische Enzyme. Eine Elektromyografie kann die für eine Muskelentzündung typischen elektrischen Veränderungen nachweisen. Die endgültige Diagnosesicherung bei den chronischen autoimmunen Formen erfolgt meist durch eine Muskelbiopsie, ergänzt durch den Nachweis spezifischer Autoantikörper im Blut, die auch Hinweise auf begleitende Organbeteiligungen geben können.
Behandlung
Virusbedingte Myositiden heilen meist von selbst innerhalb weniger Wochen mit Schonung und symptomatischer Behandlung aus. Die chronischen autoimmunen Formen werden mit Kortisonpräparaten behandelt, die die überschießende Immunreaktion dämpfen, häufig ergänzt durch weitere immununterdrückende Medikamente zur langfristigen Kontrolle und um die Kortisondosis reduzieren zu können. Physiotherapie unterstützt den Erhalt der Muskelkraft während und nach der Behandlung. Bei medikamentös bedingter Myositis wird das auslösende Präparat abgesetzt oder ersetzt.
Verlauf und Prognose
Virusbedingte Formen heilen meist folgenlos aus. Die chronischen autoimmunen Formen sprechen bei den meisten Betroffenen gut auf die immununterdrückende Behandlung an, benötigen jedoch häufig eine langfristige, mitunter jahrelange Therapie zur Vermeidung von Rückfällen. Bei der Dermatomyositis besteht bei Erwachsenen ein leicht erhöhtes Risiko für eine zugrunde liegende bösartige Erkrankung, weshalb bei Diagnosestellung eine entsprechende Vorsorgeuntersuchung empfohlen wird.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Myositis (Muskelentzündung): Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist jede Muskelentzündung chronisch?
Nein, die häufigeren, viral bedingten Formen heilen meist innerhalb weniger Wochen von selbst aus; nur die selteneren autoimmunen Formen verlaufen chronisch.
Warum wird bei Dermatomyositis nach Krebs gesucht?
Weil bei Erwachsenen mit dieser Form ein leicht erhöhtes Risiko für eine zugrunde liegende, teils noch unentdeckte bösartige Erkrankung besteht, weshalb eine Vorsorgeuntersuchung bei Diagnosestellung sinnvoll ist.
Können Medikamente eine Muskelentzündung auslösen?
Ja, insbesondere manche Cholesterinsenker können in seltenen Fällen eine Myositis verursachen, die sich nach Absetzen des Medikaments meist zurückbildet.
Wie lange dauert die Behandlung der autoimmunen Formen?
Häufig über viele Monate bis Jahre, da die immununterdrückende Behandlung meist langsam ausgeschlichen wird, um Rückfälle zu vermeiden.
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