Erstmanifestation einer Multiplen Sklerose (klinisch isoliertes Syndrom)
Der erste Schub einer Multiplen Sklerose wird klinisch isoliertes Syndrom genannt, wenn die Erkrankung noch nicht sicher diagnostiziert ist. Betroffene, meist junge Erwachsene, erleben plötzlich neurologische Symptome, die Tage bis Wochen anhalten. Nicht jeder erste Schub führt zu einer Multiplen Sklerose.
Ursachen
Bei der Multiplen Sklerose greift das Immunsystem die Isolierschicht der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark an. Die Ursache ist unklar. Es wirken genetische Veranlagung, Virusinfektionen wie das Epstein-Barr-Virus, Vitamin-D-Mangel, Rauchen und Übergewicht im Jugendalter zusammen.
Symptome
Häufige Erstsymptome sind Sehstörungen durch Sehnervenentzündung mit Schmerzen beim Augenbewegen, Kribbeln und Taubheit, Schwäche in Armen oder Beinen, Gangunsicherheit, Schwindel, Doppelbilder und Blasenstörungen. Sie entwickeln sich über Stunden bis Tage und bilden sich meist teilweise zurück. Extreme Müdigkeit kommt hinzu.
Diagnostik
Die Magnetresonanztomografie von Gehirn und Rückenmark zeigt Entzündungsherde. Die Untersuchung des Nervenwassers zeigt oligoklonale Banden, evozierte Potenziale messen Nervenleitung. Andere Erkrankungen werden ausgeschlossen.
Behandlung
Im akuten Schub wird hoch dosiertes Kortison über wenige Tage gegeben. Bei hohem Risiko für Multiple Sklerose wird eine verlaufsmodifizierende Therapie früh begonnen, um weitere Schübe zu verringern. Rehabilitation, Physiotherapie und Beratung unterstützen. Bei plötzlicher Lähmung, Sehverlust oder Sprachstörung ist der Notruf 112 zu wählen.
Verlauf und Prognose
Bei einem Teil der Betroffenen bleibt es beim einmaligen Ereignis. Bei anderen entwickelt sich eine Multiple Sklerose, die heute gut behandelbar ist. Regelmäßige neurologische Kontrollen sichern den Verlauf. Beratung bietet die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft.
Weiterführende Informationen der Organisation
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Die verlinkten Angebote sind allgemeine Informationsquellen der jeweiligen Organisation, kein Einzelbeleg für jede Aussage dieses Artikels. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Bedeutet der erste Schub sicher MS?
Nein, aber das Risiko ist erhöht, besonders bei typischen Veränderungen im MRT.
Welche Symptome sind typisch?
Sehstörungen, Kribbeln, Schwäche und Gangunsicherheit.
Wie wird ein Schub behandelt?
Mit hoch dosiertem Kortison.
Wo bekomme ich Hilfe?
Bei neurologischen Praxen und der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft.
Weiterlesen
Hirnvenenthrombose im Wochenbett
Verschluss von Hirnvenen durch ein Gerinnsel in den ersten Wochen nach der Geburt, der besonders nach Kaiserschnitt, Blutverlust und Infektion auftritt und dringend behandelt werden muss.
Weiterlesen →FrauengesundheitSpäte Nachgeburtsblutung (Spätblutung im Wochenbett)
Verstärkte Blutung aus der Gebärmutter, die mehr als vierundzwanzig Stunden bis zu zwölf Wochen nach der Geburt auftritt und meist durch Plazentareste oder Infektion verursacht wird.
Weiterlesen →Nervensystem & GehirnPolyneuropathie
Polyneuropathie: wenn viele periphere Nerven gleichzeitig geschädigt sind.
Weiterlesen →Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen
Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.