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Haut & Hautkrankheiten

Eosinophile Zellulitis (Wells-Syndrom)

Die eosinophile Zellulitis, auch als Wells-Syndrom bezeichnet, ist eine seltene, entzündliche Hauterkrankung, die durch das plötzliche Auftreten geröteter, geschwollener Hautareale gekennzeichnet ist, welche in ihrem äußeren Erscheinungsbild einer bakteriellen Weichteilentzündung, der sogenannten Zellulitis, stark ähneln können, ohne dass jedoch eine tatsächliche bakterielle Infektion vorliegt. Der Erkrankung liegt stattdessen eine übermäßige, fehlgeleitete Ansammlung eosinophiler Granulozyten, einer besonderen Gruppe weißer Blutkörperchen, in der Haut zugrunde, weshalb die Unterscheidung von einer echten, bakteriell bedingten Zellulitis von großer praktischer Bedeutung ist, um eine unnötige oder unwirksame antibiotische Behandlung zu vermeiden.

Ursachen

Die genaue Ursache der eosinophilen Zellulitis ist nicht abschließend geklärt, wobei eine überschießende, allergisch oder immunologisch bedingte Reaktion mit übermäßiger Aktivierung sowie Ansammlung eosinophiler Granulozyten in der Haut als zugrunde liegender Mechanismus angenommen wird. Bei einem Teil der Betroffenen lässt sich ein möglicher auslösender Faktor identifizieren, etwa ein vorausgegangener Insektenstich, eine Medikamentenreaktion oder eine parasitäre Infektion, während bei anderen Betroffenen trotz sorgfältiger Abklärung kein eindeutiger auslösender Faktor gefunden werden kann. Eine Assoziation mit anderen allergischen Erkrankungen sowie einer erhöhten Anzahl eosinophiler Granulozyten im Blut wird bei einem Teil der Betroffenen beobachtet, was auf eine gemeinsame zugrunde liegende Veranlagung zu überschießenden allergischen Reaktionen hindeuten könnte.

Symptome

Die eosinophile Zellulitis äußert sich durch das plötzliche Auftreten einer oder mehrerer geröteter, geschwollener, warmer Hautareale, die von der betroffenen Person sowie den behandelnden Ärztinnen und Ärzten zunächst häufig als bakterielle Weichteilentzündung fehlgedeutet werden, da sich das äußere Erscheinungsbild in der akuten Phase stark ähnelt. Ein charakteristisches, wenn auch nicht bei allen Betroffenen vorhandenes Unterscheidungsmerkmal ist das Fehlen der bei einer echten bakteriellen Infektion typischerweise vorhandenen deutlichen Druckschmerzhaftigkeit sowie des Fiebers, wobei diese Unterscheidung im Einzelfall schwierig sein kann. Im weiteren Verlauf über mehrere Wochen entwickelt sich häufig eine charakteristische, blaugrüne bis bräunliche Verfärbung des betroffenen Hautareals, die auf den Rückgang der akuten Entzündung sowie den beginnenden Abbau von Blutfarbstoff im Gewebe hindeutet und wichtige diagnostische Hinweise liefert.

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Diagnostik

Die Diagnose der eosinophilen Zellulitis wird durch eine Gewebeprobe der betroffenen Haut gestellt, in der sich unter dem Mikroskop eine charakteristische, dichte Ansammlung eosinophiler Granulozyten sowie ein besonderes, sogenanntes Flammenfigurenmuster im tieferen Hautgewebe nachweisen lässt, das für diese Erkrankung typisch ist und sie von einer echten bakteriellen Infektion unterscheidet. Eine Blutuntersuchung zeigt bei einem erheblichen Teil der Betroffenen eine erhöhte Anzahl eosinophiler Granulozyten im Blut, was die Diagnose zusätzlich unterstützt, wenngleich dieser Blutwert nicht bei allen Betroffenen erhöht sein muss. Eine sorgfältige Abgrenzung von einer echten bakteriellen Zellulitis, insbesondere durch das Ausbleiben eines Ansprechens auf eine zunächst probeweise eingeleitete antibiotische Behandlung, unterstützt die klinische Diagnosestellung zusätzlich.

Behandlung

Die Behandlung der eosinophilen Zellulitis erfolgt in erster Linie mit örtlich aufgetragenen oder, bei ausgeprägterem Befall, systemisch eingenommenen Kortisonpräparaten, die die überschießende Entzündungsreaktion wirksam kontrollieren und bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen zu einer deutlichen Besserung führen. Da die Erkrankung fälschlicherweise häufig zunächst als bakterielle Infektion behandelt wird, ist eine korrekte Diagnosestellung von großer Bedeutung, um eine unwirksame oder unnötige antibiotische Behandlung zu vermeiden und stattdessen die tatsächlich wirksame, entzündungshemmende Behandlung einzuleiten. Bei häufig wiederkehrenden Krankheitsschüben können alternative, das Immunsystem gezielt beeinflussende Medikamente in Erwägung gezogen werden, um die Anzahl sowie Schwere weiterer Episoden zu reduzieren.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der eosinophilen Zellulitis ist bei rechtzeitiger, korrekter Diagnosestellung und gezielter Behandlung mit Kortisonpräparaten sehr gut, wobei sich die Hautveränderungen bei den meisten Betroffenen innerhalb mehrerer Wochen vollständig zurückbilden, wenngleich der Rückbildungsprozess mit der charakteristischen Farbveränderung des betroffenen Hautareals mitunter langsamer verläuft als bei anderen entzündlichen Hauterkrankungen. Ein Teil der Betroffenen erlebt im weiteren Verlauf wiederholte Krankheitsschübe, die jeweils erneut behandelt werden müssen, ohne dass sich daraus jedoch eine dauerhafte gesundheitliche Beeinträchtigung ergibt. Eine bleibende Narbenbildung ist bei dieser Erkrankung insgesamt selten, wobei vereinzelt geringfügige, dauerhafte Hautveränderungen im betroffenen Bereich zurückbleiben können.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die Erkrankung oft zunächst als bakterielle Infektion behandelt?

Weil sich das äußere Erscheinungsbild in der akuten Phase stark einer echten bakteriellen Weichteilentzündung ähnelt, ohne dass eine tatsächliche Infektion vorliegt.

Was ist ein charakteristisches Zeichen im weiteren Verlauf?

Eine charakteristische, blaugrüne bis bräunliche Verfärbung des betroffenen Hautareals nach mehreren Wochen.

Wie wird die eosinophile Zellulitis behandelt?

In erster Linie mit örtlich aufgetragenen oder systemischen Kortisonpräparaten, die die überschießende Entzündungsreaktion wirksam kontrollieren.

Kann die Erkrankung erneut auftreten?

Ja, ein Teil der Betroffenen erlebt wiederholte Krankheitsschübe, die jeweils erneut behandelt werden müssen.

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