Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Reisemedizin & Tropenkrankheiten

Chagas-Krankheit

Die Chagas-Krankheit ist eine parasitäre Infektionskrankheit, die durch den einzelligen Parasiten Trypanosoma cruzi verursacht und hauptsächlich in Lateinamerika durch den Kot blutsaugender Raubwanzen übertragen wird. Nach einer meist unauffälligen akuten Phase kann die Erkrankung über Jahre bis Jahrzehnte im Körper verbleiben und schließlich zu schweren, oft lebensbedrohlichen Schäden an Herz und Darm führen.

Ursachen

Die Übertragung erfolgt typischerweise, wenn infizierter Kot der nachtaktiven Raubwanzen während oder nach einem Stich in die Bissstelle, die Augen oder die Mundschleimhaut gelangt, oft begünstigt durch das anschließende Kratzen an der juckenden Stichstelle. Seltener wird die Erkrankung durch Bluttransfusionen, Organtransplantationen, von der Mutter auf das ungeborene Kind oder durch verunreinigte Lebensmittel übertragen.

Symptome

Die akute Phase verläuft bei den meisten Betroffenen unbemerkt oder mit unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Schwellung an der Eintrittsstelle und Lymphknotenschwellung, die nach einigen Wochen von selbst abklingen. Die Erkrankung geht danach in eine oft jahrzehntelange, beschwerdefreie chronische Phase über, bei einem Teil der Betroffenen entwickeln sich Jahre bis Jahrzehnte später schwere Herzrhythmusstörungen, eine Herzschwäche oder eine krankhafte Erweiterung von Speiseröhre oder Dickdarm.

Diagnostik

In der akuten Phase können die Parasiten direkt im Blut nachgewiesen werden. In der chronischen Phase wird die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern gegen die Parasiten im Blut gestellt, wobei üblicherweise zwei unterschiedliche Testverfahren zur Bestätigung eingesetzt werden. Bei bestätigter Infektion wird zusätzlich nach einer möglichen Herz- oder Darmbeteiligung gesucht, etwa durch eine Herzultraschalluntersuchung.

Behandlung

In der akuten Phase sowie bei kürzlich erfolgter Infektion sind antiparasitäre Medikamente wirksam und können die Erkrankung häufig vollständig heilen. In der chronischen Phase ist die Wirksamkeit dieser Medikamente auf die Parasiten selbst begrenzter, weshalb sich die Behandlung dann vor allem auf die bereits eingetretenen Herz- oder Darmschäden konzentriert, etwa durch Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen oder Herzschwäche.

Verlauf und Prognose

Bei frühzeitiger Behandlung in der akuten Phase ist die Prognose gut, viele Betroffene werden vollständig geheilt. Ohne Behandlung entwickelt ein erheblicher Teil der Infizierten Jahre bis Jahrzehnte später schwere, teils lebensbedrohliche Herz- oder Darmschäden. Regelmäßige Verlaufskontrollen bei bekannter chronischer Infektion helfen, solche Spätfolgen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum wird die akute Infektion oft nicht bemerkt?

Weil sie meist unauffällig verläuft oder nur unspezifische Beschwerden wie Fieber und Lymphknotenschwellung verursacht, die nach einigen Wochen von selbst abklingen.

Wie lange kann die Erkrankung im Körper verbleiben, bevor Spätfolgen auftreten?

Oft jahrzehntelang, bevor sich bei einem Teil der Betroffenen schwere Herz- oder Darmschäden entwickeln.

Hilft die medikamentöse Behandlung in jeder Krankheitsphase gleich gut?

Nein, in der akuten Phase ist sie meist sehr wirksam und kann die Erkrankung heilen, in der chronischen Phase ist ihre Wirksamkeit gegen die Parasiten selbst begrenzter.

Wie wird die Chagas-Krankheit hauptsächlich übertragen?

Durch den Kot blutsaugender Raubwanzen, der während oder nach einem Stich in die Bissstelle, die Augen oder die Mundschleimhaut gelangt.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen