Trachom
Das Trachom ist eine chronische, durch wiederholte Infektionen mit dem Bakterium Chlamydia trachomatis verursachte Bindehautentzündung des Auges, die weltweit zu den häufigsten infektiösen Ursachen einer vermeidbaren Erblindung zählt. Die Erkrankung tritt überwiegend in Regionen mit unzureichender Wasserversorgung und Hygiene auf, wo sich Infektionen zwischen Kindern und ihren Familien leicht ausbreiten können.
Ursachen
Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit infizierten Augen- oder Nasensekreten, etwa über die Hände, gemeinsam genutzte Handtücher oder durch Fliegen, die von infizierten zu gesunden Personen wandern. Wiederholte Infektionen über viele Jahre, meist bereits im Kindesalter beginnend, führen zu einer fortschreitenden Vernarbung der Bindehaut, die letztlich für die schweren Spätfolgen der Erkrankung verantwortlich ist.
Symptome
Die ersten Infektionen im Kindesalter verursachen eine Rötung und Reizung der Bindehaut mit vermehrtem Augenausfluss, die oft für eine gewöhnliche Bindehautentzündung gehalten werden. Durch wiederholte Infektionen über Jahre entsteht eine zunehmende Vernarbung des Augenlids, die dazu führt, dass sich die Wimpern nach innen zur Hornhaut hin einrollen und diese bei jedem Lidschlag schmerzhaft verletzen, was unbehandelt zu einer Hornhauttrübung und Erblindung führen kann.
Diagnostik
Die Diagnose wird in Risikoregionen meist klinisch anhand des charakteristischen Erscheinungsbildes der Bindehaut und, im fortgeschrittenen Stadium, der nach innen gerichteten Wimpern gestellt. Ein Labornachweis der Bakterien ist möglich, wird jedoch in den meisten betroffenen Regionen aus Kostengründen nicht routinemäßig durchgeführt, da die klinische Diagnose meist ausreichend zuverlässig ist.
Behandlung
Die aktive Infektion wird mit einem Antibiotikum behandelt, das häufig im Rahmen von Massenbehandlungsprogrammen an ganze betroffene Gemeinschaften verteilt wird, um die Übertragungskette zu unterbrechen. Bei bereits eingetretener Vernarbung mit nach innen gerichteten Wimpern ist ein kleiner chirurgischer Eingriff notwendig, der die Lidfehlstellung korrigiert und weitere Hornhautschäden verhindert.
Verlauf und Prognose
Ohne Behandlung schreitet das Trachom über wiederholte Infektionen und zunehmende Vernarbung langsam fort und kann im mittleren Erwachsenenalter zur Erblindung führen. Durch eine Kombination aus Antibiotikabehandlung, chirurgischer Korrektur der Lidfehlstellung, verbesserter Gesichtshygiene und sauberer Wasserversorgung lässt sich die Erkrankung wirksam eindämmen und die Erblindung in den allermeisten Fällen verhindern.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Trachom: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum ist das Trachom vor allem in bestimmten Regionen verbreitet?
Weil es sich vor allem in Gebieten mit unzureichender Wasserversorgung und Hygiene leicht zwischen Kindern und Familien ausbreitet.
Wie führt das Trachom zur Erblindung?
Wiederholte Infektionen vernarben das Augenlid so, dass sich die Wimpern nach innen zur Hornhaut hin einrollen und diese bei jedem Lidschlag verletzen, was unbehandelt zu Hornhauttrübung und Erblindung führt.
Wie wird die Erkrankung bekämpft?
Durch eine Kombination aus Antibiotika-Massenbehandlung, chirurgischer Korrektur der Lidfehlstellung, verbesserter Gesichtshygiene und sauberer Wasserversorgung.
Kann eine bereits eingetretene Lidfehlstellung behoben werden?
Ja, ein kleiner chirurgischer Eingriff kann die Fehlstellung korrigieren und weitere Hornhautschäden verhindern.
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