Vergiftung durch Cephalosporine und andere Beta-Laktam-Antibiotika
Beta-Laktam-Antibiotika, zu denen Penicilline, Cephalosporine und Carbapeneme gehören, sind die am häufigsten eingesetzten Antibiotika. Sie sind in üblicher Dosis gut verträglich und haben einen großen Sicherheitsabstand. Gefährlich wird es meist bei sehr hohen Dosen oder wenn die Nieren die Wirkstoffe nicht ausreichend ausscheiden. Allergische Reaktionen sind eine eigene Erkrankung und werden hier nicht behandelt.
Ursachen
Eine Vergiftung entsteht durch zu hohe Dosierung, insbesondere bei eingeschränkter Nierenfunktion, bei älteren Menschen, bei Neugeborenen oder bei Hochdosistherapie. Auch Verwechslungen und die versehentliche Einspritzung in ungeeignete Körperstellen kommen vor. Vorerkrankungen des Gehirns, etwa Epilepsie, erhöhen die Empfindlichkeit.
Symptome
Typisch sind Verwirrtheit, Unruhe, Halluzinationen, Muskelzuckungen und Bewusstseinsstörungen. Bei höheren Spiegeln treten Krampfanfälle bis zum Krampfstatus auf. Zusätzlich kommen Übelkeit, Durchfall und Störungen der Blutsalze vor. Bei Penicillin in sehr hohen Dosen sind Kaliumstörungen möglich.
Diagnostik
Wichtig sind die Medikamentenliste, Dosis und Nierenwerte. Es werden Blutsalze, Nierenfunktion und Blutbild untersucht, bei Krämpfen ein EEG und bildgebende Verfahren, um andere Ursachen auszuschließen. Ein Zusammenhang mit dem Beginn der Antibiotikagabe stützt den Verdacht.
Behandlung
Das Antibiotikum wird abgesetzt oder in der Dosis angepasst und wenn nötig ersetzt. Krampfanfälle werden mit krampflösenden Medikamenten behandelt, bei Bedarf unter intensivmedizinischer Überwachung. Bei Nierenversagen kann eine Blutwäsche die Wirkstoffe entfernen. Bei Krämpfen und Bewusstlosigkeit ist der Notruf 112 zu wählen.
Verlauf und Prognose
Nach Absetzen oder Dosisanpassung klingen die Beschwerden meist innerhalb von Tagen ab, bleibende Schäden sind selten. Vorbeugend werden Dosen an Nierenfunktion, Alter und Gewicht angepasst und Spiegel bei Risikopatienten kontrolliert.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Vergiftungen: Erste Hilfe und Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Sind Antibiotika dieser Gruppe gefährlich?
In üblicher Dosis sind sie gut verträglich, gefährlich wird es bei sehr hohen Dosen oder Nierenschwäche.
Woran erkenne ich eine Überdosierung?
An Verwirrtheit, Unruhe, Muskelzuckungen und Krampfanfällen während der Behandlung.
Was ist der Unterschied zur Allergie?
Eine Allergie ist eine Immunreaktion, die Vergiftung entsteht durch zu hohe Wirkstoffmenge im Körper.
Wer ist besonders gefährdet?
Menschen mit Nierenschwäche, ältere Menschen und Neugeborene.
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