Atelektase
Als Atelektase bezeichnet man einen Lungenabschnitt, der nicht oder nicht ausreichend mit Luft gefüllt ist und dadurch in sich zusammenfällt. Der betroffene Bereich nimmt nicht mehr am Gasaustausch teil, wodurch je nach Ausmaß die Sauerstoffversorgung beeinträchtigt sein kann. Atelektasen entstehen besonders häufig nach Operationen, bei längerer Bettlägerigkeit oder als Folge einer Verlegung der Atemwege und zählen zu den häufigsten Lungenkomplikationen im Krankenhaus.
Ursachen
Häufigste Ursache ist eine Verlegung eines Bronchus, etwa durch zähen Schleim, einen eingeatmeten Fremdkörper oder einen Tumor, wodurch die Luft hinter der Verengung resorbiert wird und der Lungenabschnitt kollabiert. Nach Operationen, besonders im Bauch- oder Brustraum, führen flache Atmung durch Schmerzen, eingeschränktes Abhusten und längeres Liegen häufig zu kleineren Atelektasen. Auch ein Pleuraerguss oder Pneumothorax, die von außen auf die Lunge drücken, können einen Lungenabschnitt kollabieren lassen.
Symptome
Kleine Atelektasen bleiben oft beschwerdefrei und werden zufällig entdeckt. Größere Atelektasen können Atemnot, ein Engegefühl im Brustkorb und, besonders wenn sie sich rasch entwickeln, eine deutliche Verschlechterung der Sauerstoffsättigung verursachen. Nach Operationen können erhöhte Temperatur und ein erschwertes Abhusten von zähem Schleim erste Hinweise auf eine beginnende Atelektase sein.
Diagnostik
Die Diagnose stützt sich meist auf eine Röntgenaufnahme oder Computertomografie des Brustkorbs, die den kollabierten Lungenbereich zeigt. Beim Abhören der Lunge fällt der betroffene Bereich durch fehlende oder abgeschwächte Atemgeräusche auf. Bei Verdacht auf eine Verlegung der Atemwege durch Schleim, Fremdkörper oder Tumor kann eine Bronchoskopie sowohl der Diagnose als auch gleichzeitig der Behandlung dienen.
Behandlung
Bei postoperativen Atelektasen stehen Atemübungen, gezieltes Abhusten, frühzeitige Mobilisation und eine gute Schmerzbehandlung im Vordergrund, um die betroffenen Lungenabschnitte wieder zu belüften. Ist eine Verlegung der Atemwege ursächlich, wird diese, etwa durch Absaugen von Schleim oder Entfernung eines Fremdkörpers per Bronchoskopie, behoben. Bei einer durch Erguss oder Pneumothorax verursachten Atelektase muss die entsprechende Ursache eigenständig behandelt werden, etwa durch eine Drainage.
Verlauf und Vorbeugung
Kleinere, rechtzeitig erkannte Atelektasen bilden sich meist folgenlos zurück, sobald die Ursache behoben ist. Bleibt ein Lungenabschnitt über längere Zeit kollabiert, steigt das Risiko einer Infektion in diesem Bereich. Nach Operationen senken frühzeitige Atemtherapie, ausreichende Schmerzbehandlung und zügige Mobilisation das Risiko einer Atelektase deutlich und gehören daher zur Standardnachsorge.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Atelektase: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Ist eine Atelektase dasselbe wie ein Pneumothorax?
Nein, beim Pneumothorax dringt Luft von außen in den Pleuraspalt und drückt die Lunge zusammen, während bei der Atelektase die Luft im betroffenen Lungenabschnitt selbst fehlt oder resorbiert wird.
Warum sind Atelektasen nach Operationen so häufig?
Weil Schmerzen die tiefe Atmung erschweren, zähes Sekret sich schlechter abhusten lässt und längeres Liegen die Belüftung der unteren Lungenabschnitte verschlechtert.
Kann eine Atelektase gefährlich werden?
Größere oder anhaltende Atelektasen können die Sauerstoffversorgung beeinträchtigen und das Risiko einer Lungenentzündung im betroffenen Bereich erhöhen.
Wie kann man nach einer Operation selbst vorbeugen?
Regelmäßiges tiefes Atmen, aktives Abhusten trotz Schmerzen und möglichst frühes Aufstehen unterstützen die Belüftung der Lunge deutlich.
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