Ein Angebot von Personal Paramedic e.K. · DGUV-anerkannte Ausbildungsstätte (8.2018)
Innere Medizin

Pleuraerguss

Der Pleuraerguss bezeichnet eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung im Spalt zwischen Lungenfell und Rippenfell. Normalerweise befindet sich dort nur ein dünner Flüssigkeitsfilm, der die Bewegung der Lunge beim Atmen erleichtert. Sammelt sich zu viel Flüssigkeit an, kann sich die Lunge nicht mehr vollständig ausdehnen, was zu Atemnot führt. Ein Pleuraerguss ist keine eigenständige Erkrankung, sondern immer Folge einer zugrunde liegenden Ursache.

Ursachen

Man unterscheidet nach der Zusammensetzung der Flüssigkeit zwei Grundtypen: Ein Transsudat entsteht meist durch erhöhten Druck in den Blutgefäßen oder verminderten Eiweißgehalt im Blut, häufig bei Herzschwäche, Leberzirrhose oder Nierenerkrankungen. Ein Exsudat entsteht durch eine entzündliche oder tumorbedingte Schädigung des Rippenfells selbst, etwa bei Lungenentzündung, Tuberkulose, Lungenembolie oder bösartigen Tumoren, die auf das Rippenfell übergreifen oder dort Metastasen bilden.

Symptome

Kleinere Ergüsse können beschwerdefrei bleiben. Mit zunehmender Menge treten Atemnot, insbesondere bei Anstrengung, ein Engegefühl im Brustkorb und atemabhängige Schmerzen auf, wenn zusätzlich eine Rippenfellentzündung besteht. Begleitsymptome wie Fieber, Husten oder Gewichtsverlust geben oft wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache.

Diagnostik

Ein Pleuraerguss lässt sich durch Abklopfen und Abhören der Lunge vermuten und wird durch Röntgen, Ultraschall oder Computertomografie des Brustkorbs sicher nachgewiesen. Zur Ursachenklärung wird häufig eine Probe der Flüssigkeit durch eine Pleurapunktion entnommen und im Labor auf Zellen, Eiweißgehalt, Erreger oder bösartige Zellen untersucht, was zwischen Transsudat und Exsudat unterscheidet und oft die zugrunde liegende Erkrankung identifiziert.

Behandlung

Im Vordergrund steht die Behandlung der Grunderkrankung, etwa einer Herzschwäche oder Infektion. Bei größeren, beschwerdenverursachenden Ergüssen wird die Flüssigkeit durch eine Punktion oder eine Drainage abgelassen, was die Atmung meist rasch erleichtert. Bei wiederkehrenden Ergüssen, häufig bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen, kann eine dauerhafte Verklebung der beiden Rippenfellblätter (Pleurodese) oder ein dauerhafter Katheter eine erneute Ansammlung verhindern.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf hängt entscheidend von der zugrunde liegenden Ursache ab: Ein durch eine Herzschwäche bedingter Erguss bessert sich meist mit deren Behandlung, während ein tumorbedingter Erguss häufig wiederkehrt und eine wiederholte Behandlung erfordert. Ein unbehandelter, infizierter Erguss kann sich zu einem Pleuraempyem, einer eitrigen Ansammlung, entwickeln, die eine gezieltere und oft chirurgische Behandlung notwendig macht.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Ist ein Pleuraerguss immer gefährlich?

Ein kleiner Erguss kann harmlos sein, ein größerer beeinträchtigt jedoch die Atmung und weist immer auf eine behandlungsbedürftige Grunderkrankung hin.

Tut die Punktion weh?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und wird meist gut vertragen, ein kurzes Druckgefühl ist möglich.

Warum kehrt ein Erguss manchmal zurück?

Solange die zugrunde liegende Erkrankung, etwa ein Tumor oder eine Herzschwäche, fortbesteht, kann sich erneut Flüssigkeit ansammeln.

Welche Warnzeichen erfordern schnelles Handeln?

Zunehmende Atemnot, hohes Fieber oder starke Brustschmerzen sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Erste Hilfe lernen statt nur nachlesen

Im Kurs übst du die Handgriffe unter Anleitung — Theorie und Praxis zusammen.

Kurs finden Inhouse anfragen