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Herz & Kreislauf

Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndrom

Das Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndrom, auch als Median-arkuatum-Ligament-Syndrom bezeichnet, ist eine seltene Durchblutungsstörung der oberen Bauchorgane, die durch eine Einengung des Truncus coeliacus, der wichtigsten arteriellen Gefäßabzweigung für Magen, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse, entsteht. Diese Einengung wird typischerweise durch einen anatomisch ungünstig verlaufenden, bandartigen Muskelbogen des Zwerchfells verursacht, der das betroffene Gefäß bei seinem Austritt aus der Bauchschlagader von außen komprimiert, insbesondere während der Ausatmung, wenn sich das Zwerchfell nach oben bewegt. Die Erkrankung betrifft überwiegend jüngere, schlanke Menschen und stellt eine diagnostische Herausforderung dar, da ähnliche Bauchbeschwerden auch durch zahlreiche andere, deutlich häufigere Erkrankungen des Verdauungstraktes verursacht werden können.

Ursachen

Das Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndrom entsteht durch eine anatomische Besonderheit, bei der der bandartige Ansatzbogen des Zwerchfells, das sogenannte Ligamentum arcuatum medianum, tiefer als üblich verläuft und dadurch den Truncus coeliacus bei dessen Abgang aus der Bauchschlagader von außen einengt. Diese Kompression verstärkt sich charakteristischerweise während der Ausatmung, wenn sich das Zwerchfell nach oben bewegt, während sie sich bei der Einatmung, wenn sich das Zwerchfell absenkt, häufig etwas löst. Warum die Kompression bei manchen Menschen zu tatsächlichen Beschwerden führt, während sie bei anderen als rein anatomischer Zufallsbefund ohne jegliche Symptomatik bestehen bleibt, ist nicht abschließend geklärt, wobei eine zusätzliche, individuell unterschiedliche Reizung von Nervenfasern in unmittelbarer Nähe des komprimierten Gefäßes als möglicher zusätzlicher Faktor bei der Beschwerdeentstehung diskutiert wird.

Symptome

Das führende Symptom des Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndroms sind wiederkehrende, meist im Oberbauch lokalisierte Schmerzen, die charakteristischerweise etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Essen einsetzen, da der Verdauungsprozess einen erhöhten Blutfluss zu den Verdauungsorganen erfordert, der durch das eingeengte Gefäß nicht ausreichend bereitgestellt werden kann. Aus Angst vor diesen wiederkehrenden Schmerzen vermeiden viele Betroffene zunehmend die Nahrungsaufnahme, was im Verlauf zu einem deutlichen, ungewollten Gewichtsverlust führen kann. Übelkeit sowie ein Völlegefühl können die Beschwerden begleiten. Bei körperlicher Anstrengung, die ebenfalls einen erhöhten Blutbedarf verschiedener Organe erfordert, können sich die Beschwerden bei manchen Betroffenen zusätzlich verstärken.

Diagnostik

Die Diagnose des Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndroms erfordert zunächst den sorgfältigen Ausschluss anderer, deutlich häufigerer Ursachen von nach dem Essen auftretenden Bauchschmerzen, insbesondere von Erkrankungen des Magens, der Gallenblase sowie der Bauchspeicheldrüse, weshalb die Diagnostik in aller Regel eine ausführliche Abklärung des gesamten Verdauungstraktes umfasst. Eine Ultraschalluntersuchung der Bauchgefäße mit gleichzeitiger Dopplersonographie kann die charakteristische, atemabhängige Einengung des Truncus coeliacus nachweisen, wobei die Untersuchung sowohl bei Ein- als auch bei Ausatmung durchgeführt wird, um die typische Verstärkung der Einengung während der Ausatmung zu dokumentieren. Eine Computertomographie oder Magnetresonanztomographie der Bauchgefäße bestätigt die Diagnose durch die direkte Darstellung der Gefäßeinengung sowie des ursächlichen Muskelbogens.

Behandlung

Die Behandlung des Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndroms besteht bei gesicherter Diagnose sowie entsprechendem Leidensdruck in einer operativen Durchtrennung des einengenden Muskelbogens, wodurch der Druck auf das betroffene Gefäß aufgehoben und der normale Blutfluss zu den Verdauungsorganen wiederhergestellt wird. Dieser Eingriff kann sowohl offen chirurgisch als auch minimalinvasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung durchgeführt werden. Bleibt trotz der operativen Lösung des Muskelbogens eine relevante Einengung des Gefäßes bestehen, etwa aufgrund einer bereits eingetretenen strukturellen Veränderung der Gefäßwand, kann zusätzlich eine kathetergestützte Aufdehnung oder Stentimplantation des betroffenen Gefäßabschnitts notwendig werden. Aufgrund der diagnostischen Unsicherheit dieser Erkrankung wird eine operative Behandlung erst nach sorgfältigem Ausschluss anderer möglicher Ursachen sowie eindeutigem Nachweis der Gefäßeinengung empfohlen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des Arteria-coeliaca-Kompressions-Syndroms nach erfolgreicher operativer Durchtrennung des einengenden Muskelbogens ist bei sorgfältig ausgewählten Betroffenen mit eindeutig nachgewiesener Gefäßeinengung sowie passendem klinischem Beschwerdebild gut, wobei sich die Beschwerden bei einem erheblichen Teil der Operierten deutlich bessern oder vollständig zurückbilden. Die Erfolgsaussichten der Behandlung hängen jedoch maßgeblich von einer sorgfältigen Patientenauswahl ab, da bei unsicherer Diagnose oder gleichzeitig bestehenden anderen Ursachen der Bauchschmerzen die Operation nicht immer zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit führt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Gastroenterologie, Gefäßmedizin sowie Viszeralchirurgie wird bei der Behandlung dieser seltenen und diagnostisch anspruchsvollen Erkrankung empfohlen, um die bestmögliche individuelle Behandlungsentscheidung zu treffen.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Wann treten die Schmerzen typischerweise auf?

Etwa 15 bis 30 Minuten nach dem Essen, da der Verdauungsprozess einen erhöhten Blutfluss erfordert, der durch das eingeengte Gefäß nicht ausreichend bereitgestellt werden kann.

Warum verlieren viele Betroffene an Gewicht?

Weil sie aus Angst vor den wiederkehrenden Schmerzen zunehmend die Nahrungsaufnahme vermeiden.

Warum verstärkt sich die Einengung bei der Ausatmung?

Weil sich das Zwerchfell dabei nach oben bewegt und den einengenden Muskelbogen stärker gegen das Gefäß drückt.

Wie wird die Erkrankung in der Regel behandelt?

Durch eine operative Durchtrennung des einengenden Muskelbogens, wodurch der normale Blutfluss wiederhergestellt wird.

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