Aneurysma der A. pulmonalis
Ein Aneurysma der Arteria pulmonalis, der Hauptschlagader des Lungenkreislaufs, bezeichnet eine umschriebene, krankhafte Erweiterung dieses Gefäßes, die durch eine Schwächung der Gefäßwand entsteht. Die Lungenarterie transportiert das sauerstoffarme Blut vom rechten Herzen zu den Lungen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Ein Aneurysma dieses Gefäßes ist deutlich seltener als ein Aneurysma der Hauptschlagader des Körperkreislaufs, kann jedoch, insbesondere bei starker Ausdehnung, ein erhebliches Risiko für einen lebensbedrohlichen Einriss der Gefäßwand mit massiver innerer Blutung darstellen. Die Erkrankung wird häufig im Zusammenhang mit einem bereits über längere Zeit erhöhten Druck im Lungenkreislauf beobachtet, kann jedoch auch andere, seltenere Ursachen haben.
Ursachen
Die häufigste Ursache eines Aneurysmas der Arteria pulmonalis ist ein über längere Zeit bestehender, erhöhter Druck im Lungenkreislauf, der die Gefäßwand der Lungenarterie kontinuierlich belastet und im Laufe der Zeit zu einer Schwächung und Erweiterung führen kann. Auch angeborene Fehlbildungen des Herzens, die mit einer vermehrten Durchblutung der Lungenarterie einhergehen, können zu einer solchen Erweiterung führen. Seltener entsteht ein Aneurysma der Lungenarterie durch eine Infektion der Gefäßwand, durch eine entzündliche Gefäßerkrankung, bei der sich das körpereigene Immunsystem gegen die eigenen Blutgefäße richtet, oder als Folge einer Verletzung. Bei manchen Betroffenen bleibt die genaue Ursache trotz umfassender Abklärung ungeklärt.
Symptome
Ein kleineres Aneurysma der Arteria pulmonalis verursacht häufig keine eigenen Beschwerden und wird meist zufällig im Rahmen einer aus anderem Grund durchgeführten Bildgebung des Brustkorbs entdeckt. Ein größeres Aneurysma kann durch die zunehmende Größe umliegende Strukturen im Brustkorb verdrängen, was zu Brustschmerzen, Husten oder Atembeschwerden führen kann. Bei einer bereits bestehenden, zugrunde liegenden Erhöhung des Lungendrucks bestehen häufig zusätzlich die für diese Grunderkrankung typischen Beschwerden wie Atemnot und eine verminderte Belastbarkeit. Bei einem seltenen, akuten Einriss der Gefäßwand kommt es zu plötzlich einsetzenden, sehr starken Brustschmerzen sowie ausgeprägter Atemnot und Kreislaufinstabilität, was einen unmittelbaren, lebensbedrohlichen Notfall darstellt.
Diagnostik
Die Diagnose eines Aneurysmas der Arteria pulmonalis wird durch eine Computertomographie des Brustkorbs mit Kontrastmittel gestellt, die die genaue Größe, Lage und Form der Gefäßerweiterung sichtbar macht. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens dient der Beurteilung einer möglichen zugrunde liegenden Erhöhung des Lungendrucks sowie der Herzfunktion. Bei Verdacht auf eine entzündliche oder infektiöse Ursache werden zusätzliche Blutuntersuchungen durchgeführt. Da das Risiko für eine gefährliche Ruptur mit der Größe des Aneurysmas zunimmt, ist eine regelmäßige, bildgebende Verlaufskontrolle bei bereits bekanntem Aneurysma von großer Bedeutung, um ein Fortschreiten der Erweiterung frühzeitig zu erkennen.
Behandlung
Ein kleineres, stabiles Aneurysma der Arteria pulmonalis ohne zugrunde liegende, behandlungsbedürftige Ursache wird häufig zunächst nur regelmäßig kontrolliert. Liegt dem Aneurysma ein erhöhter Druck im Lungenkreislauf zugrunde, steht die Behandlung dieser Grunderkrankung im Vordergrund, um eine weitere Belastung der Gefäßwand zu reduzieren. Bei einem größeren, rasch wachsenden Aneurysma oder bei erheblichem Rupturrisiko kann eine operative oder kathetergestützte Behandlung erwogen werden, bei der das erweiterte Gefäßsegment stabilisiert oder ersetzt wird, wobei solche Eingriffe an diesem Gefäß technisch anspruchsvoll sind und einer spezialisierten Behandlung bedürfen. Ein akuter Einriss der Gefäßwand stellt einen chirurgischen Notfall dar, der eine sofortige operative Versorgung erfordert.
Verlauf und Prognose
Der Verlauf eines Aneurysmas der Arteria pulmonalis hängt wesentlich von dessen Größe, dem Fortschreiten der Erweiterung sowie einer möglichen zugrunde liegenden Ursache ab. Ein kleineres, stabiles Aneurysma kann über Jahre unverändert bleiben und stellt bei regelmäßiger Kontrolle meist kein unmittelbares Risiko dar. Bei einem größeren oder fortschreitend wachsenden Aneurysma steigt das Risiko für einen gefährlichen Einriss der Gefäßwand, weshalb in diesen Fällen eine gezielte Behandlung erwogen wird, um dieses Risiko zu verringern. Ein akuter Einriss der Gefäßwand ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden, weshalb eine frühzeitige Diagnose sowie eine rechtzeitige Behandlung eines relevanten Aneurysmas von entscheidender Bedeutung für die langfristige Prognose sind.
Quellen & weiterführende Stellen
- Gesundheitsinformation.de (IQWiG) — Aneurysma der A. pulmonalis: Ursachen, Behandlung
Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.
Häufige Fragen
Warum entsteht ein Aneurysma der Lungenarterie häufig bei erhöhtem Lungendruck?
Weil ein über längere Zeit bestehender, erhöhter Druck im Lungenkreislauf die Gefäßwand der Lungenarterie kontinuierlich belastet und im Laufe der Zeit zu einer Schwächung und Erweiterung führen kann.
Ist ein Aneurysma der Lungenarterie immer gefährlich?
Nicht zwangsläufig, kleinere, stabile Aneurysmen verursachen häufig keine Beschwerden und können über Jahre unverändert bleiben. Das Risiko einer gefährlichen Ruptur steigt jedoch mit zunehmender Größe.
Wie wird ein Aneurysma der Lungenarterie überwacht?
Durch regelmäßige, bildgebende Verlaufskontrollen mittels Computertomographie, um ein Fortschreiten der Erweiterung frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eine Behandlung einzuleiten, falls erforderlich.
Was passiert bei einem Einriss der Gefäßwand?
Es kommt zu plötzlich einsetzenden, sehr starken Brustschmerzen sowie ausgeprägter Atemnot und Kreislaufinstabilität, was einen unmittelbaren, lebensbedrohlichen Notfall darstellt, der eine sofortige operative Versorgung erfordert.
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