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Verdauung & Magen-Darm

Hydrops der Gallenblase

Als Hydrops der Gallenblase wird eine deutliche Erweiterung der Gallenblase bezeichnet, die durch eine Ansammlung von klarer, schleimiger Flüssigkeit innerhalb des Organs entsteht, nachdem der Ausgang der Gallenblase, meist durch einen eingeklemmten Gallenstein, vollständig verlegt wurde. Da bei einer verlegten Gallenblase keine neue, aus der Leber stammende Galle mehr nachfließen kann, wird die in der Gallenblase verbliebene Galle zunehmend eingedickt und schließlich resorbiert, während die Gallenblasenschleimhaut weiterhin eine klare Flüssigkeit absondert, die sich innerhalb des Organs ansammelt und dieses zunehmend ausdehnt. Ein Hydrops der Gallenblase kann über längere Zeit bestehen, birgt jedoch das Risiko ernsthafter Komplikationen, insbesondere wenn eine zusätzliche bakterielle Infektion hinzukommt.

Ursachen

Die häufigste Ursache eines Hydrops der Gallenblase ist ein Gallenstein, der sich im Ausgang der Gallenblase, dem sogenannten Gallenblasenhals, oder im unmittelbar anschließenden Gallenblasengang einklemmt und dadurch den Abfluss von Galle vollständig verhindert, ohne dass es dabei zu der für eine akute Gallenblasenentzündung typischen ausgeprägten Entzündungsreaktion kommt. Seltener kann eine anders verursachte Einengung des Gallenblasenausgangs, etwa durch eine Verwachsung oder eine Abknickung des Gallenblasenganges, zu einem Hydrops führen. Bei Kindern kann ein Hydrops der Gallenblase im Rahmen bestimmter fieberhafter Erkrankungen auftreten, ohne dass ein Gallenstein als Ursache vorliegt, wobei die genauen Entstehungsmechanismen in diesem Zusammenhang noch nicht vollständig geklärt sind.

Symptome

Ein Hydrops der Gallenblase äußert sich häufig durch einen anhaltenden, dumpfen Druckschmerz im rechten Oberbauch, der sich von den kolikartigen, wellenförmigen Schmerzen einer typischen Gallenkolik unterscheiden kann. Bei ausgeprägter Erweiterung der Gallenblase kann diese als tastbare, prall-elastische Struktur im rechten Oberbauch bei der körperlichen Untersuchung auffallen. Im Unterschied zu einer akuten Gallenblasenentzündung bestehen bei einem unkomplizierten Hydrops meist kein Fieber und keine ausgeprägten Entzündungszeichen, was die Unterscheidung dieser beiden Krankheitsbilder klinisch erschweren kann. Kommt es zu einer bakteriellen Infektion der gestauten Flüssigkeit, können zusätzlich Fieber und eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinbefindens hinzukommen, was auf eine ernstzunehmende Komplikation hinweist.

Diagnostik

Die Diagnose eines Hydrops der Gallenblase wird durch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums gestellt, die eine deutlich vergrößerte, prall gefüllte Gallenblase mit dünner Wand sowie häufig den ursächlichen, den Gallenblasenausgang verlegenden Gallenstein zeigt. Blutuntersuchungen dienen der Beurteilung möglicher begleitender Entzündungszeichen, die bei einem unkomplizierten Hydrops meist nur gering ausgeprägt sind, bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion jedoch deutlich ansteigen können. Bei unklarem Befund oder Verdacht auf weitere Komplikationen kann eine ergänzende Computertomographie des Bauchraums zusätzliche Informationen liefern. Eine sorgfältige klinische Beurteilung ist wichtig, um einen unkomplizierten Hydrops von einer bereits eingetretenen, komplizierteren Gallenblasenentzündung zu unterscheiden.

Behandlung

Die Behandlung eines Hydrops der Gallenblase besteht in der Regel in einer operativen Entfernung der Gallenblase, da sich die zugrunde liegende Verlegung des Gallenblasenausgangs durch den eingeklemmten Stein meist nicht von selbst löst und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine bakterielle Infektion oder, in seltenen Fällen, einen Durchbruch der überdehnten Gallenblasenwand besteht. Bei Kindern mit einem im Rahmen einer fieberhaften Erkrankung aufgetretenen Hydrops ohne zugrunde liegenden Gallenstein wird häufig zunächst abwartend beobachtet, da sich diese Form nach Abklingen der ursächlichen Erkrankung oft von selbst zurückbildet. Bei Anzeichen einer bereits eingetretenen bakteriellen Infektion wird zusätzlich eine antibiotische Behandlung eingeleitet, gegebenenfalls kombiniert mit einer vorübergehenden Entlastung der Gallenblase vor der endgültigen operativen Entfernung.

Verlauf und Prognose

Nach operativer Entfernung der Gallenblase ist die Prognose eines Hydrops in der Regel sehr gut, da die zugrunde liegende Ursache damit vollständig beseitigt wird und keine weiteren Komplikationen zu erwarten sind. Bleibt ein durch einen Gallenstein verursachter Hydrops über längere Zeit unbehandelt, besteht ein erhöhtes Risiko für eine bakterielle Infektion der gestauten Flüssigkeit sowie, bei sehr ausgeprägter Überdehnung, für einen Durchbruch der Gallenblasenwand mit Austritt von Gallenflüssigkeit in die Bauchhöhle, was einen ernsten Notfall darstellt. Bei Kindern mit einem im Rahmen einer fieberhaften Erkrankung aufgetretenen Hydrops ist die Prognose überwiegend gut, da sich dieser meist ohne bleibende Folgen von selbst zurückbildet, sobald die zugrunde liegende Erkrankung abgeklungen ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Hydrops der Gallenblase von einer akuten Gallenblasenentzündung?

Bei einem unkomplizierten Hydrops bestehen im Unterschied zu einer akuten Gallenblasenentzündung meist kein Fieber und keine ausgeprägten Entzündungszeichen, obwohl die Gallenblase durch die gestaute Flüssigkeit deutlich erweitert ist.

Warum wird bei einem Hydrops meist die Gallenblase entfernt?

Weil sich die zugrunde liegende Verlegung des Gallenblasenausgangs durch den eingeklemmten Stein meist nicht von selbst löst und ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine Infektion oder einen Durchbruch der Gallenblasenwand besteht.

Bildet sich ein Hydrops bei Kindern immer von selbst zurück?

Bei einem im Rahmen einer fieberhaften Erkrankung aufgetretenen Hydrops ohne zugrunde liegenden Gallenstein bildet sich dieser häufig nach Abklingen der ursächlichen Erkrankung von selbst zurück, weshalb zunächst abwartend beobachtet werden kann.

Welche Gefahr besteht bei einem lange unbehandelten Hydrops?

Ein erhöhtes Risiko für eine bakterielle Infektion der gestauten Flüssigkeit sowie, bei sehr ausgeprägter Überdehnung, für einen Durchbruch der Gallenblasenwand mit Austritt von Gallenflüssigkeit in die Bauchhöhle.

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