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Symptome

Allgemeines Ödem (Wassereinlagerung)

Ein Ödem bezeichnet eine über das übliche Maß hinausgehende Ansammlung von Flüssigkeit im Zwischenzellgewebe des Körpers, die sich als sichtbare oder tastbare Schwellung äußert. Während umschriebene Ödeme, etwa im Rahmen einer örtlichen Verletzung oder einer venösen Erkrankung eines Beines, meist auf eine lokale Ursache hinweisen, deutet ein allgemeines, den ganzen Körper oder mehrere Körperregionen gleichzeitig betreffendes Ödem häufig auf eine zugrunde liegende, systemische Erkrankung hin, bei der ein grundlegendes Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt des Körpers besteht. Da ein allgemeines Ödem als Symptom auf ganz unterschiedliche Erkrankungen von Herz, Nieren oder Leber bis zu einer Mangelernährung hinweisen kann, ist eine gezielte Abklärung der zugrunde liegenden Ursache von großer Bedeutung.

Ursachen

Ein allgemeines Ödem entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen dem Druck innerhalb der Blutgefäße, der Flüssigkeit ins umgebende Gewebe presst, und dem Eiweißgehalt des Blutes, der normalerweise Flüssigkeit im Gefäßsystem zurückhält. Eine Herzschwäche kann durch einen Rückstau des Blutes vor dem geschwächten Herzen zu einem erhöhten Druck in den Blutgefäßen und damit zu einem Ödem führen, das sich typischerweise zunächst an den Beinen zeigt. Eine ausgeprägte Nierenerkrankung kann durch einen vermehrten Eiweißverlust über den Urin den Eiweißgehalt des Blutes senken und dadurch ebenfalls ein Ödem verursachen. Auch eine fortgeschrittene Lebererkrankung mit verminderter Eiweißproduktion sowie eine ausgeprägte Mangelernährung mit unzureichender Eiweißzufuhr können zu einem allgemeinen Ödem führen. Bestimmte Medikamente sowie hormonelle Veränderungen können ebenfalls Wassereinlagerungen begünstigen.

Symptome

Ein allgemeines Ödem zeigt sich durch eine Schwellung, die typischerweise zunächst an den abhängigen, also tiefer gelegenen Körperpartien auftritt, bei gehfähigen Personen meist an den Knöcheln und Unterschenkeln, bei bettlägerigen Personen hingegen eher im Bereich des unteren Rückens. Ein charakteristisches Merkmal ist die sogenannte Eindrückbarkeit, bei der ein mit dem Finger auf die geschwollene Haut ausgeübter Druck eine vorübergehende Delle hinterlässt. Bei ausgeprägten Ödemen kann sich zusätzlich Flüssigkeit im Bauchraum oder im Bereich der Lunge ansammeln, was zu einem zunehmenden Bauchumfang beziehungsweise zu Atemnot führen kann. Begleitend zum Ödem selbst bestehen häufig die für die jeweilige zugrunde liegende Grunderkrankung typischen weiteren Beschwerden, etwa eine verminderte Belastbarkeit bei einer Herzschwäche oder ein schäumender Urin bei einer Nierenerkrankung.

Diagnostik

Die Diagnose eines allgemeinen Ödems wird zunächst durch eine körperliche Untersuchung mit Prüfung der Eindrückbarkeit sowie der genauen Verteilung der Schwellung gestellt. Zur Klärung der zugrunde liegenden Ursache werden umfangreiche Blutuntersuchungen durchgeführt, die Aufschluss über die Herz-, Nieren- und Leberfunktion sowie den Eiweißgehalt des Blutes geben. Eine Urinuntersuchung kann einen vermehrten Eiweißverlust als Hinweis auf eine Nierenerkrankung aufdecken. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens sowie des Bauchraums kann zusätzliche Informationen über eine mögliche zugrunde liegende Herz- oder Lebererkrankung liefern. Eine sorgfältige Anamnese, insbesondere zu eingenommenen Medikamenten sowie zur Ernährungssituation, liefert weitere wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache.

Behandlung

Die Behandlung eines allgemeinen Ödems richtet sich vollständig nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei einer Herzschwäche stehen entwässernde Medikamente sowie eine gezielte Behandlung der Herzerkrankung selbst im Vordergrund. Bei einer Nierenerkrankung mit ausgeprägtem Eiweißverlust wird sowohl die zugrunde liegende Nierenerkrankung behandelt als auch, bei Bedarf, eine entwässernde Therapie eingesetzt. Bei einer Lebererkrankung richtet sich die Behandlung nach den spezifischen Therapieprinzipien dieser Grunderkrankung, ergänzt durch eine salzarme Ernährung sowie gegebenenfalls entwässernde Medikamente. Bei einer zugrunde liegenden Mangelernährung steht der gezielte Aufbau einer ausreichenden Eiweißzufuhr im Vordergrund. Eine Hochlagerung der betroffenen Körperregionen sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen können begleitend zur Linderung der Beschwerden beitragen.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose eines allgemeinen Ödems hängen wesentlich von der zugrunde liegenden Ursache sowie deren Behandelbarkeit ab. Bei einer gut behandelbaren Ursache, etwa einer medikamentenbedingten Wassereinlagerung, bildet sich das Ödem nach Absetzen des auslösenden Medikaments meist rasch zurück. Bei einer chronischen Herz-, Nieren- oder Lebererkrankung hängt der langfristige Verlauf des Ödems wesentlich von der Kontrolle der jeweiligen Grunderkrankung ab, wobei eine konsequente Behandlung die Beschwerden häufig deutlich lindern kann, ohne die zugrunde liegende Erkrankung vollständig zu heilen. Unbehandelt kann ein ausgeprägtes, lang anhaltendes Ödem die Haut schädigen und das Risiko für Infektionen der betroffenen Hautregionen erhöhen, weshalb eine frühzeitige Abklärung und Behandlung der zugrunde liegenden Ursache wichtig ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

FAQ

Häufige Fragen

Warum tritt ein allgemeines Ödem zuerst an den Beinen auf?

Weil sich Flüssigkeit aufgrund der Schwerkraft bevorzugt in den abhängigen, tiefer gelegenen Körperpartien ansammelt, bei gehfähigen Personen also zunächst an Knöcheln und Unterschenkeln.

Was bedeutet die Eindrückbarkeit eines Ödems?

Ein charakteristisches Zeichen, bei dem ein mit dem Finger auf die geschwollene Haut ausgeübter Druck eine vorübergehende Delle hinterlässt, die nach einigen Sekunden wieder verschwindet.

Welche Organe können ein allgemeines Ödem verursachen?

Insbesondere das Herz bei einer Herzschwäche, die Nieren bei einer ausgeprägten Nierenerkrankung mit Eiweißverlust sowie die Leber bei einer fortgeschrittenen Lebererkrankung mit verminderter Eiweißproduktion.

Warum ist eine gezielte Ursachenabklärung bei einem Ödem so wichtig?

Weil ein allgemeines Ödem als unspezifisches Symptom auf sehr unterschiedliche, teils ernstzunehmende Grunderkrankungen hinweisen kann, deren jeweils passende Behandlung sich erheblich unterscheidet.

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