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Allergie & Stoffwechsel

Alimentärer Marasmus

Der alimentäre Marasmus bezeichnet eine schwere Form der Mangelernährung, die durch einen ausgeprägten, über einen längeren Zeitraum anhaltenden Mangel an sowohl Energie als auch Eiweiß in der Nahrung entsteht und sich durch einen erheblichen Gewichtsverlust sowie einen ausgeprägten Abbau von Muskel- sowie Fettgewebe äußert, wodurch die betroffenen Kinder ein charakteristisch stark abgemagertes, altes Erscheinungsbild zeigen. Im Unterschied zum eng verwandten Kwashiorkor, bei dem trotz eines schweren Eiweißmangels ausreichend Nahrungsenergie zur Verfügung steht und sich charakteristische Wassereinlagerungen entwickeln, fehlt beim alimentären Marasmus sowohl ausreichende Energie als auch ausreichendes Eiweiß, sodass der Körper zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Funktionen sowohl körpereigenes Fett- als auch Muskelgewebe in erheblichem Ausmaß abbaut. Die Erkrankung betrifft weltweit überwiegend Kinder in Regionen mit unzureichender Nahrungsmittelversorgung und stellt eine der bedeutsamsten Ursachen für Kindersterblichkeit in solchen Regionen dar.

Ursachen

Der alimentäre Marasmus entsteht durch eine über einen längeren Zeitraum anhaltende, unzureichende Zufuhr sowohl von Nahrungsenergie als auch von Eiweiß, wobei diese unzureichende Nahrungszufuhr weltweit am häufigsten durch eine allgemeine Nahrungsmittelknappheit im Rahmen von Armut, Hungersnöten oder bewaffneten Konflikten verursacht wird. Bei Säuglingen kann ein zu früh beendetes oder unzureichendes Stillen ohne geeignete Beikost eine bedeutsame zusätzliche Ursache darstellen. Seltener entsteht ein alimentärer Marasmus trotz an sich ausreichender Nahrungsverfügbarkeit durch eine zugrunde liegende Erkrankung, die entweder die Nahrungsaufnahme erheblich einschränkt oder die Aufnahme sowie Verwertung der Nährstoffe im Körper massiv beeinträchtigt, etwa bei schweren, chronischen Darmerkrankungen oder wiederholten, schweren Infektionen im Kindesalter.

Symptome

Der alimentäre Marasmus äußert sich durch einen erheblichen, deutlich sichtbaren Gewichtsverlust sowie einen ausgeprägten Abbau sowohl des Muskel- als auch des Fettgewebes, wodurch die betroffenen Kinder ein charakteristisch stark abgemagertes, faltiges Erscheinungsbild mit deutlich hervortretenden Knochen sowie einem oft überproportional groß wirkenden Kopf zeigen. Im Unterschied zum Kwashiorkor fehlen beim alimentären Marasmus die für diese verwandte Erkrankung charakteristischen Wassereinlagerungen, sodass das Körpergewicht tatsächlich das gesamte Ausmaß des zugrunde liegenden Nährstoffmangels widerspiegelt. Betroffene Kinder zeigen zudem häufig eine ausgeprägte Antriebslosigkeit, eine verzögerte körperliche sowie geistige Entwicklung sowie eine deutlich erhöhte Anfälligkeit für Infektionen aufgrund der geschwächten körpereigenen Abwehr.

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Diagnostik

Die Diagnose des alimentären Marasmus wird überwiegend klinisch anhand des charakteristischen äußeren Erscheinungsbildes sowie einer Messung des Körpergewichts im Verhältnis zu Körpergröße sowie Alter des betroffenen Kindes gestellt, wobei international anerkannte Wachstumskurven sowie standardisierte Messwerte zur objektiven Einschätzung des Schweregrads der Mangelernährung herangezogen werden. Eine Blutuntersuchung liefert zusätzliche Informationen über das Ausmaß der bestehenden Nährstoffdefizite sowie über mögliche begleitende Elektrolytstörungen, die bei der Behandlungsplanung berücksichtigt werden müssen. Eine sorgfältige Anamnese der bisherigen Ernährungssituation sowie eine gezielte Suche nach einer möglicherweise zugrunde liegenden, die Mangelernährung mitverursachenden Erkrankung sind wichtige Bestandteile der Diagnostik.

Behandlung

Die Behandlung des alimentären Marasmus muss aus Sicherheitsgründen sehr behutsam sowie schrittweise erfolgen, da eine zu rasche, unkontrollierte Wiederernährung bei schwer mangelernährten Kindern zu einer potenziell lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung führen kann, die als Refeeding-Syndrom bezeichnet wird. Die Behandlung beginnt daher in aller Regel mit einer vorsichtigen, langsam gesteigerten Zufuhr spezieller, nährstoffreicher therapeutischer Nahrung, die schrittweise an das körperliche Aufnahmevermögen des betroffenen Kindes angepasst wird, wobei begleitend bestehende Infektionen sowie Elektrolytstörungen gezielt mitbehandelt werden. Nach erfolgreicher Stabilisierung der akuten Mangelernährung wird eine langfristige, ausgewogene Ernährung eingeleitet, um eine nachhaltige Verbesserung des Ernährungszustands sowie eine möglichst normale weitere körperliche sowie geistige Entwicklung zu gewährleisten.

Verlauf und Prognose

Die Prognose des alimentären Marasmus hängt entscheidend vom Ausmaß sowie der Dauer der zugrunde liegenden Mangelernährung sowie vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab, wobei sich der Ernährungszustand bei rechtzeitig eingeleiteter, behutsamer Wiederernährung bei einem erheblichen Teil der betroffenen Kinder deutlich verbessern kann. Bei sehr lange anhaltender, ausgeprägter Mangelernährung während früher, für die Entwicklung besonders bedeutsamer Lebensphasen können jedoch bleibende Beeinträchtigungen der körperlichen sowie geistigen Entwicklung zurückbleiben, auch wenn der akute Ernährungszustand erfolgreich behandelt wurde. Unbehandelt ist der alimentäre Marasmus mit einer erheblichen Sterblichkeit verbunden, insbesondere durch die stark geschwächte körpereigene Abwehr sowie die dadurch erhöhte Anfälligkeit für schwere Infektionen, weshalb eine möglichst frühzeitige Erkennung sowie fachgerechte Behandlung von entscheidender Bedeutung ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wodurch unterscheidet sich der alimentäre Marasmus vom Kwashiorkor?

Beim Marasmus fehlt sowohl ausreichende Energie als auch ausreichendes Eiweiß, während beim Kwashiorkor trotz Eiweißmangels ausreichend Energie zur Verfügung steht und sich charakteristische Wassereinlagerungen entwickeln.

Warum darf die Wiederernährung nicht zu schnell erfolgen?

Weil eine zu rasche Wiederernährung zu einer lebensbedrohlichen Stoffwechselentgleisung, dem sogenannten Refeeding-Syndrom, führen kann.

Welche Kinder sind weltweit besonders häufig betroffen?

Kinder in Regionen mit unzureichender Nahrungsmittelversorgung, etwa im Rahmen von Armut oder Hungersnöten.

Können bleibende Entwicklungsschäden zurückbleiben?

Ja, insbesondere bei sehr lange anhaltender, ausgeprägter Mangelernährung während früher, bedeutsamer Entwicklungsphasen.

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