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Haut & Hautkrankheiten

Akrodermatitis chronica atrophicans

Die Akrodermatitis chronica atrophicans ist eine seltene, chronisch fortschreitende Hauterkrankung, die eine späte, über Monate bis Jahre nach der ursprünglichen Infektion auftretende Verlaufsform der durch Zeckenstich übertragenen Borreliose darstellt. Die Erkrankung entwickelt sich schleichend und betrifft überwiegend die Haut der Unterarme sowie Unterschenkel, wo sich durch die anhaltende, meist unbemerkte Infektion mit Borrelien-Bakterien eine fortschreitende Entzündung sowie Verdünnung der Haut entwickelt. Aufgrund ihres langsamen, wenig auffälligen Beginns sowie der langen zeitlichen Verzögerung zum ursprünglichen Zeckenstich wird die Akrodermatitis chronica atrophicans häufig erst nach Jahren, mitunter erst durch eine gezielte fachärztliche Untersuchung, korrekt diagnostiziert.

Ursachen

Die Akrodermatitis chronica atrophicans entsteht durch eine über viele Monate bis Jahre anhaltende, chronische Infektion der Haut mit Borrelien-Bakterien, die ursprünglich über den Stich einer infizierten Zecke auf den Menschen übertragen werden. Im Unterschied zu den früheren, akuten Stadien der Borreliose, bei denen die Bakterien meist innerhalb einiger Wochen entweder von selbst oder durch eine antibiotische Behandlung erfolgreich bekämpft werden, verbleiben die Bakterien bei einem kleinen Teil der Infizierten unerkannt und unbehandelt über Jahre in der Haut, wo sie eine anhaltende, langsam fortschreitende Entzündungsreaktion auslösen. Warum sich bei diesem kleinen Teil der Infizierten eine solche chronische Verlaufsform entwickelt, während bei den meisten anderen Menschen die Infektion erfolgreich überwunden wird, ist nicht vollständig geklärt.

Symptome

Die Akrodermatitis chronica atrophicans beginnt schleichend mit einer zunächst bläulich-rötlichen, teigigen Schwellung der Haut, überwiegend im Bereich der Streckseiten von Unterarmen sowie Unterschenkeln, die sich über Monate bis Jahre allmählich ausbreitet und dabei zunehmend in eine fortschreitende Verdünnung sowie Straffung der betroffenen Haut übergeht. Die befallene Haut wird im Verlauf zunehmend dünner, faltiger sowie durchscheinend, sodass sich die darunterliegenden Blutgefäße deutlich abzeichnen können, was der Haut ein charakteristisches, zigarettenpapierartiges Erscheinungsbild verleiht. Begleitend können sich bei einem Teil der Betroffenen Nervenschmerzen oder Gefühlsstörungen der betroffenen Extremität entwickeln, wenn zusätzlich zur Haut auch die dort verlaufenden Nerven durch die chronische Entzündung geschädigt werden.

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Diagnostik

Die Diagnose der Akrodermatitis chronica atrophicans wird durch eine Blutuntersuchung gestellt, bei der sich meist deutlich erhöhte Antikörperwerte gegen Borrelien nachweisen lassen, was aufgrund der langen Krankheitsdauer sowie der anhaltenden Immunreaktion des Körpers auf die Bakterien in der Regel sehr ausgeprägt ausfällt. Eine Gewebeprobe der betroffenen Haut kann ergänzend zur Diagnosesicherung entnommen werden, in der sich charakteristische entzündliche sowie atrophische Veränderungen des Gewebes zeigen und in speziellen Fällen sogar ein direkter Nachweis der Borrelien-Bakterien im Gewebe gelingen kann. Eine sorgfältige Anamnese mit Frage nach einem möglicherweise Jahre zurückliegenden Zeckenstich oder einem früheren, charakteristischen Hautausschlag liefert wichtige zusätzliche Hinweise, auch wenn sich viele Betroffene an ein solches Ereignis nicht mehr erinnern können.

Behandlung

Die Behandlung der Akrodermatitis chronica atrophicans erfolgt mit einer gezielten, mehrwöchigen antibiotischen Behandlung, die auch in diesem späten Krankheitsstadium noch wirksam die zugrunde liegende Borrelien-Infektion bekämpfen kann, wobei die Behandlungsdauer aufgrund der bereits lange bestehenden, chronischen Infektion in der Regel länger ausfällt als bei den früheren Stadien der Borreliose. Eine begleitende Behandlung eventuell bestehender Nervenschmerzen kann zusätzlich zur antibiotischen Behandlung eingesetzt werden, um die Lebensqualität während der Behandlungsphase zu verbessern. Da die bereits eingetretene, fortgeschrittene Verdünnung sowie Straffung der Haut durch die antibiotische Behandlung selbst nicht rückgängig gemacht werden kann, liegt der Fokus der Behandlung vor allem auf der Beseitigung der zugrunde liegenden Infektion sowie der Verhinderung eines weiteren Fortschreitens der Hautveränderungen.

Verlauf und Prognose

Die Prognose der Akrodermatitis chronica atrophicans hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnosestellung sowie dem Beginn der antibiotischen Behandlung ab, wobei eine rechtzeitige Behandlung das weitere Fortschreiten der Erkrankung zuverlässig aufhalten kann. Die bereits eingetretenen, fortgeschrittenen Hautveränderungen mit Verdünnung sowie Straffung der Haut bilden sich jedoch auch nach erfolgreicher antibiotischer Behandlung der zugrunde liegenden Infektion in der Regel nicht mehr vollständig zurück und bleiben als bleibende, kosmetische Veränderung bestehen. Begleitende Nervenschäden können sich nach erfolgreicher Behandlung teilweise, jedoch nicht immer vollständig zurückbilden, weshalb eine möglichst frühzeitige Diagnosestellung sowie Behandlung von großer Bedeutung für den langfristigen Verlauf ist.

Quellen & weiterführende Stellen

Eigenständig verfasst und zusammengefasst, kein diagnostischer Ersatz für ärztlichen Rat. Rechts- und Fachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie lange nach dem ursprünglichen Zeckenstich tritt diese Erkrankung auf?

Erst spät, meist Monate bis Jahre nach der ursprünglichen Infektion, weshalb der Zusammenhang oft nicht mehr erkannt wird.

Welche Körperregionen sind überwiegend betroffen?

Vor allem die Streckseiten von Unterarmen und Unterschenkeln.

Kann die Behandlung die bereits eingetretenen Hautveränderungen rückgängig machen?

Nein, die fortgeschrittene Hautverdünnung bleibt in der Regel auch nach erfolgreicher antibiotischer Behandlung bestehen.

Warum ist eine frühzeitige Diagnosestellung wichtig?

Weil eine rechtzeitige Behandlung das weitere Fortschreiten der Erkrankung sowie mögliche Nervenschäden zuverlässig verhindern kann.

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